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Großraumflugzeug 747-8: Boeing halbiert die Jumbo-Produktion

Eine Boeing 747-8 der Lufthansa: Nur noch sechs Maschinen im Jahr Zur Großansicht
DPA

Eine Boeing 747-8 der Lufthansa: Nur noch sechs Maschinen im Jahr

Die Nachfrage nach Riesen-Jets wie der Boeing 747-8 ist mau. Nun reagiert der US-Flugzeugbauer: Von September an sollen nur noch sechs Maschinen der Fracht- und Passagierversion im Jahr gebaut werden.

Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing reduziert die Produktionsrate seines größten Flugzeugtyps, der 747-8. Wegen fehlender Neuaufträge sollen ab September nur noch sechs Maschinen pro Jahr die Werkshallen verlassen, teilte der Flugzeugbauer mit. Derzeit werden jährlich noch mehr als 15 Stück gefertigt.

Für die jüngste Generation des seit den Sechzigerjahren gebauten, einst größten Verkehrsjets der Welt findet Boeing kaum noch Interessenten. Zuletzt hatte Boeing nur noch Bestellungen für 20 Jumbo-Jets erhalten, davon 13 Passagier- und sieben Frachtmaschinen.

Wegen der Produktionskürzung verbucht Boeing in der Bilanz für 2015 eine Sonderbelastung, die das Ergebnis nach Steuern im vierten Quartal um 569 Millionen Dollar nach unten zieht.

Boeing reduziert die Produktion der neuesten Jumbo-Generation seit 2011. Damals wurden nur noch zwei Maschinen pro Monat gebaut, derzeit sind es rechnerisch 1,3 Stück. Von März an soll es eine monatlich sein, ab September nur noch eine alle zwei Monate.

Ursprünglich trat Boeing mit der 747-8 in Konkurrenz zum mit dem Airbus A380, der 2007 in den Linienbetrieb ging und dem Jumbo den Titel des weltgrößten Passagierjets abjagte. 2011 entwickelte Boeing dann eine modernisierte und sparsamere Variante ihres Jumbos. Von den 121 Bestellungen, die Boeing für die neue Generation einsammelte, entfiel der Großteil auf die Frachtvariante.

Ausgerechnet im Luftfrachtmarkt macht Boeing nun ernste Probleme aus. Während die Zahl der Flugpassagiere weltweit steige, stagniere das Frachtgeschäft, sagte der Chef der Verkehrsflugzeugsparte, Ray Conner.

Die fehlende Nachfrage nach Großraum-Flugzeugen für rund 500 Passagiere macht auch Airbus zu schaffen. In den kommenden Jahren dürfte für den Airbus A380 die Produktionsmenge von zuletzt 27 ausgelieferten Maschinen pro Jahr in Richtung 20 Flugzeuge sinken, kündigte Airbus-Verkehrsflugzeugchef Fabrice Brégier an. Mit einem Auftragsbestand von 140 Maschinen zum Jahreswechsel hat Airbus aber einen größeren Puffer als Boeing.

kbl/dpa

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1. Ein Rätsel...
spon-1290982200348 22.01.2016
Die ganze Welt setzt auf 777 und LH hat als eine der ganz wenigen Gesellschaften diese spritfressenden Dinosaurier...
2. Dann wird Boeing
INGXXL 22.01.2016
die Produktion bald ganz einstellen. Auch der A380 wird vielleicht bald eingestellt. A350 und B789 werden den Markt unter sich aufteilen.
3. @1
NauMax 22.01.2016
Die 748 ist alles andere als ein spritfressender Dinosaurier. Die Maschine hat dieselben Triebwerke wie die 787 eigebaut bekommen und ist der sparsamste Vierstrahler in der Luft. Darüber hinaus gibt es Strecken mit zu hohem Passagieraufkommen für die 777, von deren neuester Variante die Deutsche Lufthansa Erstkäufer ist und bei der Entwicklung mitarbeitet.
4.
Konstruktor 22.01.2016
Zitat von INGXXLdie Produktion bald ganz einstellen. Auch der A380 wird vielleicht bald eingestellt. A350 und B789 werden den Markt unter sich aufteilen.
Das ist zu kurz gedacht. Es gibt immer noch und teilweise zunehmend Verknappungen bei den Start- und Lande-Slots an großen Flughäfen; Da lassen sich die steigenden Passagierzahlen nur noch mit größeren Flugzeugen bewältigen, und das wird auch weiterhin der Fall sein.
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