Subventionsstreit Welthandelsorganisation rügt US-Beihilfen für Boeing

Der Flugzeughersteller Boeing hat illegal Hunderte Millionen Dollar Steuererleichterung erhalten. Das bemängelte die Welthandelsorganisation. In vielen anderen Streitpunkten unterlag Konkurrent Airbus aber.

Cockpit eines Boeing-Jets
DPA

Cockpit eines Boeing-Jets


Im Subventionsstreit zwischen den weltgrößten Flugzeugherstellern Airbus Chart zeigen und Boeing Chart zeigen hat die Welthandelsorganisation (WTO) illegale Beihilfen der Vereinigten Staaten für den Flugzeugbauer Boeing gerügt.

Die WTO gab in Genf einer Beschwerde der Europäische Union statt, die im Namen von Airbus die Beschwerden eingebracht hatte. In der Entscheidung hieß es, der Airbus-Rivale habe von 2013 bis 2015 von illegalen Steuererleichterungen profitiert. Damit habe die Regierung in Washington gegen ihre Zusage verstoßen, die Subventionen einzustellen. Dadurch soll Boeing in der Zeit 325 Millionen Dollar gespart haben.

Mehrere weitere Beschwerden von Airbus gegen den US-Konkurrenten Boeing wies die WTO allerdings zurück. Die EU habe nicht überzeugend nachweisen können, dass sich bestimmte US-Subventionen nachteilig auf das eigene Geschäft ausgewirkt hätten, hieß es. Dazu gehöre der Vorwurf, dass Beschaffungen durch das US-Verteidigungsministerium eine illegale Subvention seien.

Boeing und der europäische Flugzeugbauer Airbus streiten seit mehr als einem Jahrzehnt über die Verzerrung des Wettbewerbs durch Subventionen. Zuletzt hatte die WTO im November 2016 ein Urteil zu den US-Subventionen für die Boeing 777X gesprochen. Die WTO fand es unzulässig, dass die reduzierte Unternehmensteuer für die künftige Fertigung des Langstreckenflugzeugs faktisch daran gekoppelt sei, heimische statt importierte Güter zu verwenden.

Sowohl Boeing als auch Airbus bewerteten die WTO-Entscheidung als Erfolg. Airbus-Chef Thomas Enders sprach von einem "großartigen Sieg für fairen Handel". Es sei kein Platz für wettbewerbsfeindliche Praktiken. Boeing wiederum sprach von einer "weiteren überwältigenden Niederlage" für die Gegenseite. Die WTO habe die EU-Anschuldigungen in überwiegenden Teilen abgewiesen.

apr/AFP/Reuters/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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koech 10.06.2017
1. oh nein, sie haben es schon wieder getan...
Was für ein "synonymes" Bild zum Beitrag! Liebes Spiegel-Team, ihr seid beim Thema Luftfahrt in letzter Zeit deutlich besser geworden: sach- und fachkundig, informativ und es gelingt euch immer öfter plakativen Unfug wegzulassen (z.B. die berühmtberüchtigten Sätze "vom Radar verschwunden" oder "die Passagiere hingen schreckensbleich in ihren Gurten"). Gut so! Schmeißt bitte umgehend auch das oben zu sehende Bild aus dem Archiv: niemals (in Worten: NIEMALS) würde ein Kapitän mit Uniformjacke bekleidet (wg. 4 Streifen), an den Gashebeln eines ausgeschalteten Flugzeugs rummachen. Wirklich nicht! Da hilft auch das schönste Bokeh nix.
Worldwatch 10.06.2017
2. Washington D.C. ...
... they are bad, really very bad! Aber, wir wollen nicht allzu hart ins Gericht gehen, nicht wahr. Die Subventionitis in Brüssel und Berlin, und Marktverzerrungen wie Unternehmensbenachtiligungen im innereuropäischen wie außereuropäischen Ausland sind leider auch umfangreich. Insbesondere im Agrarbereich, wo subventionierte Produkte vielen Landwirten und Agrarproduktanbietern anderenorts faire Chancen abschneiden. Das sei nicht schlimm, sagen Sie? Nun, das ist aber einer der Gründe, warum sich hunderttausende, bald millionen von Menschen (u.a.) aus Afrika auf den Weg nach ?EU-Schlaraffenland? machen, weil sie mit ihren Agrarprodukten daheim nicht mehr gegen die Subventionsprodukte aus EU ankommen. Und, bad, very bad, nennt die EU sowas auch noch, also anderenorts (u.a.) Bauern plattmachen, ?Entwicklungshilfe?. Ja, und den Bürgern hier, wird das Ergebnis von unfairen Subventionshilfen dann als ?Flüchtlingshilfe? verkauft. Herr, lass Verstand regnen.
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