Maschine des US-Präsidenten Boeing darf die neue Air Force One bauen

Die Planungen können beginnen: Boeing hat den Zuschlag für die neue US-Präsidentenmaschine Air Force One bekommen. Die Rede ist von 1,6 Milliarden Dollar Kosten.

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Sie ist das wohl bekannteste Dienstflugzeug der Welt: die Air Force One. Genau genommen gibt es aber zwei Exemplare, und sie sind in die Jahre gekommen. Darum soll der US-Flugzeughersteller Boeing zwei neue Jumbojets bauen - natürlich perfekt auf die Bedürfnisse des Staatsoberhaupts zugeschnitten.

Das US-Verteidigungsministerium hat Boeing nun offiziell mit dem Bau beauftragt. Die neuen Jumbojets vom Typ 747-8 sollen die alternden 747-200B-Jets ablösen, die seit den frühen Neunzigerjahren den Präsidenten um die Welt fliegen. Die Air Force verfügt über zwei Maschinen, die als fliegendes Büro speziell auf die Bedürfnisse des Chefs im Weißen Haus zugeschnitten sind.

Konkurrent Airbus Chart zeigen hatte sich Medienberichten zufolge erst gar nicht um den Bau der neuen Präsidentenmaschine beworben. Mit einer Rumpflänge von 76,3 Metern übertrifft die 747-8 den Airbus A340-600 um knapp einen Meter und den Airbus A380 um vier Meter. Das Boeing-Flaggschiff kann bis zu 600 Passagiere aufnehmen. Der US-Präsident und sein Gefolge dürften in der neuen Maschine also genügend Platz finden. Die 747-8 ist der größte Flugzeugtyp von Boeing.

Maschine vom Typ Boeing 747-8: Ein Riesenflieger für den Präsidenten
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Maschine vom Typ Boeing 747-8: Ein Riesenflieger für den Präsidenten

Wie das Pentagon mitteilte, erhielt Boeing Chart zeigen einen Anfangsvertrag im Umfang von 25,8 Millionen Dollar. Damit soll das Unternehmen zunächst einen Plan ausarbeiten, der zeigt, wie die Maschinen im geplanten Kostenrahmen allen Anforderungen entsprechen können. Erst danach soll der konkrete Bau in Angriff genommen werden.

Wie teuer die beiden neuen Flugzeuge werden, hat das Ministerium bisher nicht bekannt gegeben. Medienberichten zufolge war in früheren Etatschätzungen von mehr als 1,6 Milliarden Dollar die Rede. Die neuen Maschinen würden unter anderem mit modernsten Kommunikationstechnologien und Anti-Raketen-Vorrichtungen ausgerüstet.

Der Bau der Air Force One dürfte Boeing zwar Prestige bringen. Ansonsten läuft der Verkauf der 747-8 aber mau. Wegen fehlender Neuaufträge sollen ab September nur noch sechs Maschinen pro Jahr die Werkshallen verlassen, teilte der Flugzeugbauer erst kürzlich mit. Derzeit werden jährlich noch mehr als 15 Stück gefertigt.

Ursprünglich trat Boeing mit der 747-8 in Konkurrenz mit dem Airbus A380, der 2007 in den Linienbetrieb ging und dem Jumbo den Titel des weltgrößten Passagierjets abjagte. 2011 entwickelte Boeing dann eine modernisierte und sparsamere Variante ihres Jumbos. Von den 121 Bestellungen, die Boeing für die neue Generation einsammelte, entfiel der Großteil auf die Frachtvariante.

mmq/Reuters/dpa

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