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Hohe Kursverluste: Starker Euro lässt Dax abstürzen

Börse in Frankfurt am Mittwoch: Absturz am späten Nachmittag Zur Großansicht
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Börse in Frankfurt am Mittwoch: Absturz am späten Nachmittag

So stark ist der Dax seit mehr als einem Jahr nicht mehr gefallen - er verlor am Mittwoch 3,2 Prozent. Hauptgrund: der Höhenflug des Euro.

Um kurz nach 16 Uhr schien es kurz kein Halten mehr zu geben: Innerhalb weniger Minuten verlor der Dax mehr als 150 Punkte. Bereits zuvor hatte der deutsche Leitindex deutlich eingebüßt. Bei Handelsschluss verzeichnete er ein Tagesminus von 3,2 Prozent. So stark war der Dax Chart zeigen seit März 2014 nicht mehr an einem Tag gefallen, mit 11.432 Punkten erreichte er zudem ein Sieben-Wochen-Tief.

Auf den Verkaufslisten standen vor allem Unternehmen aus der Exportbranche. Besonders unter Druck gerieten die Autowerte: VW Chart zeigen knickte um vier Prozent ein, Daimler Chart zeigen und BMW Chart zeigen verloren je gut drei Prozent. Selbst die Aktien der Lufthansa Chart zeigen, die am Mittwoch eigentlich positive Schlagzeilen machte, verloren rund ein Prozent - waren damit aber noch der beste Dax-Wert.

Hauptgrund für die starken Verluste ist der Höhenflug des Euro. Die Gemeinschaftswährung legte um fast zwei US-Cent auf 1,1160 Dollar zu, dem höchsten Stand seit acht Wochen. Wenn der Euro Chart zeigen steigt, verteuern sich die Exporte aus dem Euroraum auf den internationalen Märkten.

Umgekehrt hatte der starke Wertverfall des Euro Anfang des Jahres zu einem Wettbewerbsvorteil der Unternehmen in der Eurozone geführt - und auch den Dax auf immer neue Höhen getrieben. Der Dax hatte im bisherigen Jahresverlauf rund 20 Prozent gewonnen, während der Euro zeitweise mehr als 15 US-Cent eingebüßt hatte. Die Gemeinschaftswährung hatte sich unter anderem wegen der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) verbilligt.

Zum Wiedererstarken des Euro trug auch das überraschend schwache Wirtschaftswachstum in den USA bei, zu dem am Mittwoch Daten erschienen. Im ersten Quartal war die Dynamik in den USA so schwach wie seit einem Jahr nicht mehr, unter anderem wegen des starken Dollars. Durch die maue US-Konjunktur sinkt nun die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank ihren Leitzins im Sommer erhöht, was wiederum den Dollar schwächt und den Euro stärkt.

Vor allem US-Investoren nähmen das nun zum Anlass, bei deutschen Aktien Gewinne mitzunehmen, sagte ein Händler. Ein anderer Händler meinte, nun habe der Ausverkauf begonnen. Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research ergänzte: "Die längst fällige Korrektur tritt nun ein. Die Aktienmärkte hängen an den Devisenmärkten - selten war dies so klar wie derzeit."

fdi/dpa/Reuters

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insgesamt 40 Beiträge
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1. Höhenflug?
Philibus 29.04.2015
Es gab heute keinen "Höhenflug" des Euros. Der Dollar ist abgeschmiert - wegen der schwachen Zahlen und der dadurch noch unwahrscheinlicher gewordenen baldigen Zinserhöhung. Gegenüber dem Schweizer Franken beispielsweise hat der Euro heute leicht verloren.
2. Höhenflug????
awoth 29.04.2015
Ist das sowas wie die wegen des niedrigen Ölpreises "dramatisch" gefallenen Spritpreise??? Auf was will man uns hier wieder vorbereiten? 20 Cent runter und dann einen Cent wieder rauf ist also ein Höhenflug... Weiter so, Deutschland!
3.
Bueckstueck 29.04.2015
Der Dax fällt weil der DJ fällt, die zwei Cent zum Dollar waren das nicht.
4. Höhenflug des Euro
Mario V. 29.04.2015
Das ist ein Witz, oder? Der Euro stand noch vor einem Jahr bei über $1,34, was irgendwie normal war, weil er schon länger in diesem Bereich angesiedelt war. Seit letztem Jahr ist er nur gefallen, bis auf teilweise unter $1,05. Zuletzt stand er bei $1,08. Und jetzt ist $1,11 ein Höhenflug? Außerdem, Euro um 3% rauf, Dax um 3% runter, d.h. in $ gezählt ist er nach wie vor auf dem alten Stand. Währungsbereinigt hat sich beim DAX also gar nix getan.
5. Ein teurer Euro ist gut
moe.dahool 29.04.2015
Zumindest für viele Verbraucher. In allen Branchen des Handels, in denen in Dollar kalkuliert und gekauft wird, also bspw alles was irgendwie aus Asien kommt, steigen die Preise signifikant. Bei mir im Fahrradeinzelhandel haben größere Hersteller innerhalb von wenigen Wochen ihre Preise zweimal um je bis zu 15% erhöht. Das gleiche dürfte im Laufe der Zeit auch mit Unterhaltungselektronik und Textilien passieren. Profiteure sind letztlich nur die exportorientierten Unternehmen sein, wobei ich glaube, dass das keine nachhaltigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat, da jeder Betriebswirt weiß, dass das keine zuverlässige Konstante ist. Somit ist, dank Draghi, nur der Verbraucher mal wieder der Gelackmeierte.
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