Äußerungen von US-Notenbankchef Dax im Plus - Anleger hoffen auf Ende der US-Zinserhöhungen

Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell lassen Börsianer auf eine Pause bei den US-Leitzinserhöhungen hoffen. Erst kurz zuvor hatte US-Präsident Trump den Fed-Chef heftig kritisiert.

Börse in Frankfurt
REUTERS

Börse in Frankfurt


Mit wenigen Sätzen hat der Chef der US-Notenbank Fed bei Börsianern für Kauflaune gesorgt. Anleger deuteten Äußerungen von Jerome Powell als Hinweis auf ein vorsichtigeres Vorgehen der Notenbanker bei künftigen Leitzinserhöhungen. Der Dax startete daraufhin am Donnerstag deutlich im Plus. An den US-Börsen hatten die Kurse bereits am Mittwoch nach den Äußerungen von Powell kräftig angezogen.

"Wir wissen, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen unserer Zinserhöhungen unsicher sind", hatte Powell am Mittwoch in New York gesagt. Es könne bis zu einem Jahr oder mehr dauern, bis die Wirkungen sichtbar werden. Der aktuelle Leitzins liegt laut Powell nur etwas unter dem Niveau, das als neutral gelten kann, bei dem also das Wirtschaftswachstum weder gestützt noch belastet wird.

Die meisten Ökonomen erwarten, dass die Fed den Leitzins nicht über ein neutrales Niveau hinaus anheben wird. Noch am 3. Oktober hatte Powell das Leitzinsniveau noch als weit von einem neutralen Niveau entfernt bezeichnet.

"Händler werten dies als Zeichen, dass die Fed eine weniger aggressive Zinserhöhungspolitik verfolgen wird", sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets nun angesichts der jüngsten Äußerungen von Powell.

Trump: "Ich mache Deals, und ich erhalte keine Unterstützung der Fed"

Das Pikante: Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Powell vorgehalten, dieser schade mit Zinserhöhungen der amerikanischen Wirtschaft. "Ich mache Deals, und ich erhalte keine Unterstützung der Fed", sagte der Präsident der "Washington Post".

Die Notenbank ist unabhängig, sie untersteht also nicht der Regierung. Angesichts der boomenden Wirtschaft erhöht die Fed bereits seit Anfang 2017 schrittweise die Zinsen, um die Inflation moderat zu halten. Damit will sie ihr Mandat erfüllen, Vollbeschäftigung und stabile Preise zu fördern.

Am Mittwoch sagte Powell, er erwarte weiterhin ein "solides" Wirtschaftswachstum. Die Arbeitslosigkeit dürfte niedrig bleiben und die Inflationsrate in der Nähe von zwei Prozent verharren. Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

Weitere Hinweise auf die US-Geldpolitik erhofften sich Börsianer von der Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung am Donnerstagabend.

mmq/Reuters/dpa



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