Konjunktursorgen Kursrutsch in den USA belastet deutsche Börsen

Die Furcht vor einer Rezession und einer Eskalation des Handelsstreits mit China verunsichert die Anleger. Nach einem Kursrutsch in den USA starten auch die deutschen Börsen mit Verlusten.

Börse in New York
JUSTIN LANE/EPA-EFE/REX

Börse in New York


Wegen des jüngsten Ausverkaufs an der Wall Street ziehen sich Anleger aus dem deutschen Aktienmarkt zurück. Der Dax verlor zur Eröffnung am Mittwoch 1,2 Prozent. Börsianern zufolge grassieren unter Anlegern Rezessionsängste.

An der Wall Street hatte zuvor Ausverkaufsstimmung geherrscht. Der Leitindex Dow Jones Chart zeigen sackte insgesamt um 3,1 Prozent auf 25.027 Punkte ab. Es war der größte Kursrutsch seit dem 10. Oktober. Der breiter aufgestellte S&P 500 sank um 3,24 Prozent auf 2700 Punkte, der Technologieindex Nasdaq Chart zeigen gar um 3,78 Prozent auf 6795 Punkte. Technologieaktien gelten als besonders anfällig gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen.

Die Nervosität in den USA belastete in der Folge auch Asiens Börsen. Der japanische Leitindex Nikkei Chart zeigen notierte knapp ein Prozent schwächer. Der chinesische Hang-Seng-Index Chart zeigen verlor rund 1,7 Prozent an Wert.

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping hatten sich am Wochenende geeinigt, den Handelskonflikt zwischen den beiden Nationen vorerst nicht weiter eskalieren zu lassen. Anleger sind jedoch skeptisch, ob dies gelingt.

Bündel an Sorgen

"Eigentlich müssten sich die beiden Seiten nur auf die Parameter für einen künftigen Deal einigen und die Aufhebung der Zölle vorantreiben", schrieb Analyst Craig Erlam vom Währungsbroker Oanda. Aktuell jedoch, so sieht es sein Kollege Stephen Innes, herrsche Verwirrung, nachdem Trumps Berater Larry Kudlow Schwierigkeiten hatte, klar zu formulieren, wann genau China die Zölle auf US-Autos zurücknehmen wolle.

Ferner schlugen den Anlegern schlechte Nachrichten aus London aufs Gemüt: Nur wenige Stunden vor Beginn der fünftägigen Debatte über das Brexit-Abkommen monierte das britische Parlament, die Regierung missachte beim Brexit die Rechte der Abgeordneten. Premierministerin Theresa May werden ohnehin nur geringe Chancen zugestanden, eine Mehrheit für ihr Brexit-Abkommen bei der geplanten Abstimmung am 11. Dezember im Parlament zu erreichen.

Die Anleger blickten zudem nervös auf den Anleihenmarkt. Erstmals seit rund elf Jahren lagen dort die Renditen von zwei- und dreijährigen US-Anleihen höher als die Renditen im fünfjährigen Laufzeitbereich. Höhere Kurzfrist- als Langfristzinsen gelten als Rezessionssignal.

ssu/Reuters

Mehr zum Thema


insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
marthaimschnee 05.12.2018
1. und schwupp
haben alle Rentner weniger Geld, wenn es nach Herrn Merz ginge
g_bec 05.12.2018
2. Jepp.
Zitat von marthaimschneehaben alle Rentner weniger Geld, wenn es nach Herrn Merz ginge
Vor allem die, die es gerade brauchen. Die anderen, die die legendären 150€ übrig haben, könnten die Aktien nun eine kurze Zeit etwas billiger aufkaufen, müssen allerdings während des nächsten Anstiegs auch wieder mehr bezahlen und haben das Risiko, dass sie, wenn sie das Geld brauchen, vor der gleichen Situation wie heute stehen*. Insgesamt also nur maximal ein Nullsummenspiel, von dem einzig und alleine Herrn Merz' Arbeitgeber profitiert. * Und das ist immer so, Murphy lässt grüßen;-)
rainercom 05.12.2018
3. Kursrutsch in den USA belastet deutsche Börsen
Wenn ich ehrlich bin hält sich mein Mitleid in Grenzen,mir als kleinen Sparer wird wie vielen tausendenseit Jahren keine Zinsen auf das Spargeld gezahlt. Dank der EZB. Also SPON schreibt mal nicht nur über Anleger.
Flugor 05.12.2018
4. Und wenn dann alle Babyboomer...
Zitat von marthaimschneehaben alle Rentner weniger Geld, wenn es nach Herrn Merz ginge
Und wenn dann alle Babyboomer ungefährt zeitgleich in Rente gehen und deshalb ihre Aktiendepots auflösen müssen, wer soll denn dann auf der Käuferseite sein? Etwa Minijobber oder Foxconn-Arbeiter?
Flugor 05.12.2018
5.
Zitat von g_becVor allem die, die es gerade brauchen. Die anderen, die die legendären 150€ übrig haben, könnten die Aktien nun eine kurze Zeit etwas billiger aufkaufen, müssen allerdings während des nächsten Anstiegs auch wieder mehr bezahlen und haben das Risiko, dass sie, wenn sie das Geld brauchen, vor der gleichen Situation wie heute stehen*. Insgesamt also nur maximal ein Nullsummenspiel, von dem einzig und alleine Herrn Merz' Arbeitgeber profitiert. * Und das ist immer so, Murphy lässt grüßen;-)
Gerne übersehen wird dabei auch, dass jene 150 Euro dann monatlich auch nicht mehr für den Konsum zur Verfügung stehen, d.h. resultierend das BIP fällt, Leute ihren Job verlieren und Kredite wackelig (als Gegenposition von Guthaben) werden...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.