Höchster Tagesverlust seit 2007 Chinas Börse stürzt um acht Prozent ab

Wie stabil ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt? Investoren in China zweifeln offenbar an der ökonomischen Stärke des Landes und lassen die Börse ins Bodenlose stürzen.


Die Sorge um die wirtschaftliche Stärke Chinas erschüttert die Börse des Landes: Der chinesische Aktienindex CSI 300 fiel am Montag um mehr als acht Prozent - der deutlichste Verlust des Index innerhalb eines Tages seit Februar 2007. Seit Mitte Juni hat der chinesische Aktienmarkt rund 30 Prozent seines Wertes verloren. Mehrere Billionen Euro Kapital wurden in dieser Zeit vernichtet.

Die Regierung hatte zuvor mitgeteilt, dass die Gewinne großer Industriefirmen im Juni verglichen mit dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent zurückgegangen waren. Bereits am Freitag hatte eine Art Frühindikator für den Produktionssektor negative Geschäftserwartungen erkennen lassen.

In den vergangenen Wochen hatte die kommunistische Regierung des Landes immer wieder mit Aufkaufprogrammen in die Märkte eingegriffen. Außerdem verbot sie Großaktionären und Managern börsennotierter Unternehmen, ihre Aktien in den kommenden sechs Monaten zu verkaufen. Eine Trendumkehr hat sie damit bisher nicht erreicht. Offensichtlich verstärken Gewinnmitnahmen die Abwärtsbewegung noch weiter.

Die Investoren vertrauten momentan nicht darauf, dass die Börsenkurse wieder nach oben gingen, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg den Börsenhändler Jimmy Zuo.

ade/AP/AFP

insgesamt 157 Beiträge
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ClausWunderlich 27.07.2015
1.
Na ja. China war oder ist hier ja auch so eine Blase.
sebastian.teichert 27.07.2015
2. Logisch
So ist das, wenn man den Wachstum auf Pump und Ausbeutung der Menschen betreibt. Irgendwann Platz jede Blase einmal. Diese scheint vorher mehrfach zu implodieren bevor sie wirklich platzt. Die Produktionsrückgänge von VW und BMW werden sich da nicht positiv auswirken. Die, die alles haben, haben es erst mal. Und die die es sich nicht leisten konnten, können es mit ihren 2-3 Euro Lohn die Stunde immer noch nicht.
hakmak 27.07.2015
3. es wurde kein Geld
vernichtet, es ist nur in andere Taschen gewandert. Abgesehen davon ist der Index im Vergleich zum letzten Herbst noch 50% im Plus. Es ist also noch etwas Luft nach unten da....
jskor 27.07.2015
4. 800 Milliarden Euro verpufft
Die Stützen der Regierung von 800 Milliarden Euro verbunden mit drastischen Beschränkungen des freien Handels durch Verkaufssperren usw. haben also gar nichts gebracht. Dagegen ist das Griechenland-Rettungspaket ein Taschengeld. Auf Dauer kann man die Märkte eben nicht betrügen und durch gefälschte Wachstumszahlen immer neue Investitionen aus dem Ausland anlocken, die inzwischen schon lange nicht mehr sinnvoll sind. Wie die Lemminge vernichten westliche Investoren dort immer mehr Geld, bis die Blase irgendwann platzt. Gier frisst Hirn, wie immer.
vgruda 27.07.2015
5. Tsunami der Emotionen: Geld, Aktien und Politik
Wenn es keine Emotionen gäbe, dann würde der Aktienmarkt in seinen Charts mit linearen Kurven an Umsatzzahlen und Gewinnen der Firmen hängen. Leider stecken im chinesischen Markt sehr viele Emotionen, die aus Misstrauen gegenüber den Firmenbilanzen (gefälscht?), den Aktienkäufern (heillos überschuldet), der Partei (Marktmanipulationen, Steuern), den Unternehmern (Korrupt?), dem Wirtschaftsstandort (instabil), dem Immobilienmarkt (Blase), dem Bankensystem (manipuliert), usw. Wer soll da langfristig investieren, allein die kurzfristigen Spekulationsmethoden machen einen Umgang mit diesen Verhältnissen möglich.
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