Börse in Japan Reaktorbetreiber stark im Minus, Baukonzerne profitieren

Das Erdbeben und die Atomunfälle sorgen für massive Verschiebungen an den japanischen Börsen: Die Aktie des AKW-Betreibers Tokyo Electric Power rutschte um 23 Prozent ab, Baukonzerne legten dagegen um bis zu 12 Prozent an Wert zu.

Massives Minus: Ein Mann in Tokio betrachtet die Reaktion der Aktienmärkte
AFP

Massives Minus: Ein Mann in Tokio betrachtet die Reaktion der Aktienmärkte


Tokio - Auf dem japanischen Aktienmarkt kam es am Montag zu gravierenden Kursabstürzen: Die Angst vor schweren Nachbeben und weiteren Atomunfällen versetzte viele Aktionäre in Panik. Mit knapp 4,9 Milliarden Papieren wechselten so viele Anteilsscheine ihren Besitzer wie nie zuvor in der Geschichte der Tokioter Börse.

Besonders im Fokus: Der Stromversorger Tokyo Electric Power (Tepco) Chart zeigen, der etwa das Krisen-AKW Fukushima betreibt. In Fukushima 1 und 2 kam es seit Samstag zu mehreren schwerwiegenden Unfällen, befürchtet wird sogar eine teilweise Kernschmelze. Die Tepco-Aktie rutschte um mehr als 23 Prozent ab - bevor sie schließlich vom Handel ausgesetzt wurde. "Investoren verkaufen aggressiv, weil sie kein Risiko eingehen wollen", sagte ein Berater. Der Umfang des Ausverkaufs sei noch nicht absehbar.

Der Leitindex Nikkei büßte 6,2 Prozent ein - auf 9620 Punkte. Es war das erste Mal seit dreieinhalb Monaten, dass der Nikkei Chart zeigen unter die 10.000-Punkte-Marke rutschte. Neben Tepco gehörte die Eisenbahngesellschaft East Japan Railway Co. zu den Verlierern. Sie musste einen Verlust von mehr als 18 Prozent hinnehmen.

Zu den ganz wenigen Gewinnern an der Börse in Tokio zählten die Aktien aus der Baubranche. Hintergrund ist das gigantische Ausmaß der Zerstörung und die Hoffnung auf einen Auftragsboom als Folge des Wiederaufbaus. Die Aktien von Daiwa House Industry legten um mehr als zwölf Prozent zu, Sekisui House Chart zeigen um knapp zehn Prozent.

Deutliche Verluste gab es auch für die Werte aus der Autobranche. Mehrere Hersteller haben ihre Produktion gestoppt. Zudem wurden bei dem Erdbeben und dem folgenden Tsunami viele der bereits produzierten Autos beschädigt oder zerstört. Toyota Chart zeigen-Aktien büßten 7,93 Prozent ein, Honda Chart zeigen-Aktien sackten um 6,50 Prozent ab. Auch andere exportorientierte Unternehmen verloren kräftig an Wert: Sony Chart zeigen rutschte um 9,12 Prozent ab, Canon Chart zeigen um 5,92 Prozent.

Für den breiter gefassten Topix Chart zeigen ging es um rund 7,5 Prozent auf 847 Punkte nach unten. Besonders von Versicherern trennten sich die Anleger: Die Aktien von The Tokio Marine and Fire Insurance verloren 12,4 Prozent an Wert, jene von MS&AD Insurance rund neun Prozent.

cte/Reuters/dapd/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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h_grabowski 14.03.2011
1. Hallo ?
Also, so langsam verzweifle ich aber am ernsthaften Journalismus...Soll das jetzt witzig sein, oder was?
ugt 14.03.2011
2. Nein ...
Zitat von h_grabowskiAlso, so langsam verzweifle ich aber am ernsthaften Journalismus...Soll das jetzt witzig sein, oder was?
sowas nennt sich Raffgier. Da werden Toten die Uhren geklaut, Hilfbedürftigen für phantastische Preise Lebensmittel verkauft oder etwas eleganter die Preise für die nötigsten Dinge in astronomische Höhe getrieben. Das nennen Manager und Politiker "Freie Marktwirtschaft"
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