Chaos im Weißen Haus Investoren stoßen US-Aktien ab

"Washington, wir haben ein Problem": Die Kurse amerikanischer Aktien sind deutlich gefallen, der S&P-Index erlitt den schwächsten Tagesstart seit 2009. Analysten begründen dies mit der politischen Krise um Donald Trump.

Händler an der Wall Street
AP

Händler an der Wall Street


Die politischen Verwerfungen in den USA haben nun auch Auswirkungen auf die Börse. Die Kurse an der Wall Street rutschten am Mittwochabend deutlich ins Minus. Auch der Dollar kam gegenüber anderen Währungen unter Druck.

Der wichtige Aktienindex Dow Jones fiel bis Handelsschluss um rund 1,8 Prozent auf 20.606 Punkte. Es war der größte prozentuale Tagesverlust seit September vergangenen Jahres.

Herb sind auch die Verluste beim marktbreiten Index S&P 500: Er büßte ebenfalls rund 1,8 Prozent ein und schloss bei 2357 Punkten, nachdem er am Dienstag noch ein Rekordhoch erreicht hatte. Bereits zum Handelsbeginn lag der S&P 0,7 Prozent im Minus - der schwächste Tagesstart seit März 2009. Für den Technologiewerte-Index Nasdaq ging es 2,5 Prozent auf 5580 Punkte nach unten.

Besonders stark sackten die Kurse von Banken ab. So büßten die Titel von JPMorgan fast vier Prozent und die von Goldman Sachs mehr als fünf Prozent ein.

"Washington, wir haben ein Problem", erklärte Analyst Mike van Dulken vom Broker Accendo Markets. Auch andere Beobachter führten die Marktbewegung auf die politische Situation in den USA zurück.

Am Dienstag hatte ein Bericht über die Weitergabe geheimdienstlicher Informationen durch Donald Trump an den russischen Außenminister für Verunsicherung gesorgt. Am Mittwoch gab es nun Aufregung wegen einer möglichen Beeinflussung von FBI-Ermittlungen durch den US-Präsidenten. Medienberichten zufolge soll Trump den damaligen FBI-Chef James Comey gebeten haben, die Ermittlungen gegen Ex-US-Sicherheitsberater Michael Flynn wegen dessen Russland-Kontakten einzustellen.

Trump kommt mit den neuen Vorwürfen immer stärker in Bedrängnis. Anleger sorgen sich daher, ob er seine Wirtschaftsagenda überhaupt noch in die Tat umsetzen kann. Dazu gehören massive Steuersenkungen und ein Infrastrukturprogramm. Sollte Trump scheitern, könnte die Börsenrally der vergangenen Monate schnell vorbei sein, heißt es bei Marktteilnehmern.

Seit der Wahl von Trump im November haben die wichtigsten US-Indizes eine Rekordjagd hinter sich. Vor wenigen Wochen erst hatte der Dow Jones eine historische Bestmarke bei 21.169 Punkten erreicht.

wal/dpa-AFX/Reuters/AP



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360° 17.05.2017
1. Die Staaten schaden sich selber
Obama ist vor Putin in die Knie gegangen. Trump kann mit Russland gar nichts machen. Weil egal was er macht, seine vielen Feinde (liberale Medien, Demokraten, Republikaner die um ihre Pfründe in Washington fürchten) würden ihm immer unterstellen, das nur aus Abhängigkeit von Putin zu tun; erpressbar zu sein. Die Wirtschaft und die Aktienkäufer sind emotionsloser. Erst schaute es gut mit der Wirtschaft aus. Durch Trumps Pläne und seine Leute, die er um sich scharrte. Inzwischen fürchtet man, dass mit denGgeheimdiensten, die nun Trump auch bekämpfen, der Präsident zu viele Feinde bekommt. Und somit Amerika sich selber zerfleischt. Denn wegbekommen werden ihn seine Feinde nicht so rasch und schon gar nicht leicht. Aber seine Regierungsarbeit nachhaltig behindern und so der Zukunft der USA und deren Firmen schaden. Wenn einmal die Pensionfonds und industriellen Anleger nur einen kleinen Teil ihrer US-Aktien abstoßen um das Geld in anderen Ländern anzulegen - bedeutet das in der Zukunft einen Kurssturz. UNd Schaden für die ganze USA. Ein Land demoliert sich gerade selber. Schwächt sich im internen Streit immer mehr.
Ichbines2 17.05.2017
2. Natürlich
kann die Trumprally zu Ende sein...., die Frage ist auch, ob es überhaupt eine Trump-Ralleye oder banale Spekulation war. Aber nüchtern betrachtet ist heute ja nix weiter passiert, als dass der Dow nach einer unglaublichen Ralleye mal 350 Punkte gefallen, nicht mal 2 %. Das und weit schlimmere Schwankungen hat es doch immer gegeben. Es gab Tagesschwankungen um 1000 Punkte mehrmals täglich in den vergangenen Jahren...... Ist die Börse wirklich abhängig von irgendwelchen politischen Marionetten oder wird sie von ganz anderen Determinanten bestimmt - das ist die Frage. Ich meine letzteres ist der Fall! Die wirklich interessante Frage ist doch: Was wollen die Großspekulanten nun? Ist Trump nicht mehr ihr Mann oder muss der Markt runter, damit sie nach der Earningseason Gewinne bunkern und später billig wieder einsteigen? Aufgrund der vielen weltpolitischen Krisen hätte der Markt genügend Gründe gehabt zu fallen - nun, man hat sich jetzt für Trump als Namen für das Kind entschieden......
rainer82 17.05.2017
3. Der Anfang vom Ende des ahnungslosen und eingebildeten Möchte-Gern-Diktators.
Wenn die US-Wirtschaft lahmt, geht es abwärts für alle. Aber das lassen sich die Menschen nicht gefallen. Sie werden den Schuldigen vom Hof jagen. Sehr bald!
prologo 17.05.2017
4. Trump entwürdigt und isoliert die USA
Und nicht nur das, Trump führt die USA Welt öffentlich als nicht mehr berechen bare I... vor. Die Börse reagiert schon. Das ist ein gutes Zeichen. Dass die Ära Trump schon endet bevor sie richtig begonnen hat. Die EU Regierungen sitzen jetzt abwartend wie die Hasen in der Furche, wenn die Kugeln pfeifen. Was besseres können sie jetzt auch nicht tun. Denn sie haben auch wie die Börse erkannt, Trump erledigt sich selbst, Dallas in USA, die Neuauflage, zwischen Demokraten und Republikanern. prologo
carahyba 17.05.2017
5. es fehlt was ...
Na ja, die Steuern sind noch nicht gesenkt worden, obwohl schon eingepreist an der Böerse. Kann ja sein das daraus nichts wird wenn Donald T. gepeacht wird. Und die Ratingagenturen sind ja noch gar nicht in Aktion getreten. Die müssen erst noch "raten", dann gehen die Zinsen für die Staatsanleihen in die Höhe. Mist, dann freuen sich die Investoren noch zwei Löcher in den Bauch und das Impeachment wird dann wieder vertagt. Sowas auch!
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