Dax und Euro im Plus: Anleger feiern Ergebnis der Griechen-Wahl

Es ist das Schlimmste befürchtet worden, doch das Börsendesaster bleibt aus. Nach der Wahl in Griechenland schießt der Dax in die Höhe, der Euro klettert auf den höchsten Stand seit einem Monat. Außenminister Westerwelle deutet der neuen Regierung in Athen ein Entgegenkommen bei den Sparauflagen an.

Frankfurt am Main - Anleger weltweit haben erleichtert auf den Erfolg der gemäßigten Parteien bei der Griechenland-Wahl reagiert. Alle wichtigen Börsen konnten am Montag deutliche Kursgewinne verbuchen. Der Dax Chart zeigen startete mit einem Plus von 1,4 Prozent in die Woche. Am späten Vormittag büßte der deutsche Leitindex allerdings einen Großteil der Gewinne wieder ein und notierte nur noch 0,3 Prozent im Plus.

Die Leitindizes in Paris, Madrid und Mailand gewannen zwischen einem und 1,8 Prozent. Auch die asiatischen Börsen legten deutlich zu. Der Nikkei-Index Chart zeigen in Tokio schloss 1,8 Prozent im Plus bei 8721 Punkten. Auch in Hongkong und Südkorea verzeichneten die Aktienmärkte Gewinne.

Investoren und Regierungen hatten befürchtet, dass bei einem Sieg des linksradikalen Bündnisses Syriza Griechenland letztlich gezwungen gewesen wäre, aus der Euro-Zone auszuscheiden. Doch nach Auszählung fast aller Stimmen kommt die konservative Nea Dimokratia auf 29,7 Prozent oder 129 Sitze. Zusammen mit der sozialistischen Pasok würde sie über eine Mehrheit im Parlament verfügen. Beide Parteien haben sich für die Beibehaltung des Sparkurses und einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone ausgesprochen.

Der Ausgang der Wahl beflügelte auch den Euro Chart zeigen. Die Gemeinschaftswährung stieg in Tokio zeitweise auf 1,2748 Dollar. Am Freitagabend waren es 1,2636 gewesen. Damit erreichte der Euro zeitweise den höchsten Stand seit einem Monat.

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Analysten reagierten erleichtert: "Der Wahlausgang ist für die Märkte sicherlich eine gute Nachricht, da hierdurch eine Einigung mit EU, IWF und EZB auf ein neues Hilfsprogramm und damit der Verbleib des Landes in der Währungsunion wahrscheinlicher werden", sagte Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil. "Allerdings könnte sich die nun wohl folgende Erleichterung an den Märkten als kurzlebig erweisen."

Westerwelle deutet Entgegenkommen an

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte dem Vorsitzenden der ND, Antonis Samaras, zum Wahlsieg. Sie gehe davon aus, dass das Land sich an seine europäischen Verpflichtungen halte. Ob Griechenland nun mehr Zeit für die Umsetzung seiner Reformen erhält, hängt laut Außenminister Guido Westerwelle vom Urteil der internationalen Troika ab.

Wegen des Wahlkampfs habe es Verzögerungen gegeben, sagte Westerwelle im Deutschlandfunk. Die Troika aus EZB, EU-Kommission und IWF werde nun sehr schnell nach Athen reisen. "Wir sind bereit, über den Zeitplan zu reden", sagte Westerwelle. "Aber die Reformvereinbarungen stehen nicht zur Disposition." Diese müssten umgesetzt werden. Es gehe nun in ganz Europa darum, die Haushaltskonsolidierung durch einen Wachstumspakt zu ergänzen.

Westerwelle äußerte sich zurückhaltend zu Plänen aus Brüssel, kurzfristige Gemeinschaftsanleihen einzuführen. Er kenne die Pläne nicht genau. "Deutschland kann aber nicht für alle Schulden in Europa haften", warnte er. Die Euro-Zone könne nicht nur durch zu wenig, sondern auch durch zu viel Solidarität gefährdet werden.

cte/Reuters/dpa

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insgesamt 102 Beiträge
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1.
janne2109 18.06.2012
ich als Anleger feiere noch nicht den Sieg. Mensch Spon, das ist doch wieder eine dumme Überschrift, Anleger sind doch nicht die Fonds und Banken, wir-- Bürger. Und wir bekommen am wenigsten davon zu spüren.
2. 1-2 Tage
ronomi47 18.06.2012
Zitat von sysopREUTERSEs ist das Schlimmste befürchtet worden, doch das Börsendesaster bleibt aus. Nach der Wahl in Griechenland schießt der Dax in die Höhe, der Euro klettert auf den höchsten Stand seit einem Monat. Außenminister Westerwelle deutet der neuen Regierung in Athen ein Entgegenkommen bei den Sparauflagen an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,839441,00.html
1-2 Tage steigen wohl die Märkte. Aus Erleichterung. Und dann kommt der Druck erneut. Denn Strukturänderungen wurden noch von keinem Club-Med vorgenommen. Und sparen? Tut auch niemand. Ausser man meint nach linker Denkweise, dass etwas weniger Defizit bereits "zu Tode sparen" bedeutet.
3. .
frubi 18.06.2012
Zitat von sysopREUTERSEs ist das Schlimmste befürchtet worden, doch das Börsendesaster bleibt aus. Nach der Wahl in Griechenland schießt der Dax in die Höhe, der Euro klettert auf den höchsten Stand seit einem Monat. Außenminister Westerwelle deutet der neuen Regierung in Athen ein Entgegenkommen bei den Sparauflagen an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,839441,00.html
Die faschistoiden und technokratischen Finanzmärkte sind beruhigt. Puhhh. Das war ja noch einmal ganz knapp. Wenigstens muss man heutzutage keine linken Hoffnungspolitiker mehr umbringen lassen, wie noch vor ein paar Jahren. Heute macht man den Wählern einfach so lange Angst mit diversen Horrorszenarian, dass selbst die unfähigsten und korruptesten Wirtschaftsmarionette wiedergewählt werden.
4. Ein Strohfeuer
Otto Reutter 18.06.2012
Zitat von ronomi471-2 Tage steigen wohl die Märkte. Aus Erleichterung. Und dann kommt der Druck erneut. Denn Strukturänderungen wurden noch von keinem Club-Med vorgenommen. Und sparen? Tut auch niemand. Ausser man meint nach linker Denkweise, dass etwas weniger Defizit bereits "zu Tode sparen" bedeutet.
- mehr nicht. Dann bekommt das konstant plärrende hellenische Kind neue Bonbons zugeschoben, damit es ja nicht auf die Idee kommt, weiteres Euro-Futter abzulehnen. Verkehrte Welt, aber die Märkte werden es richten; ich vermute, noch in diesem Jahr - je eher, deto besser.
5. na super westerwellle,
aras62 18.06.2012
ist ja nicht sein geld. ein entgegenkommen verspricht er also. damit verschenkt er die glaubwürdigkeit der starken €-ländern. jetzt werden sie sich stück für stüch von ihrem schlampenstaat zurückholen und ihn nie reformieren. jetzt sind wir erpressbar. und andere wackelkanditaten werden das gleiche einfordern. und wir zahlen.
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