Nach Kurzsturz an der Wall Street Auch Börsen in Asien und Australien mit großen Verlusten

Nach dem Einbruch des Dow Jones sacken auch die asiatischen Börsen ins Minus. Am deutlichsten gibt der japanische Nikkei-Index nach - er verliert sechs Prozent.

Anzeige mit Aktienkurs in Tokio
AP

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Nur Stunden nach dem massiven Kurssturz an der Wall Street sind auch die Börsen in Asien und Australien abgesackt. Neben den Märkten Tokio und Australien erlebten auch China und Hongkong empfindliche Abschläge zum Handelsstart.

Am späten Montagabend hatte der Dow Jones Chart zeigen den mit knapp 1600 Zählern bisher größten Tagesverlust verzeichnen müssen. Er fiel wie nie zuvor an einem einzelnen Handelstag. Die bisherigen Jahresgewinne lösten sich in Luft auf, ebenso wie die seit Anfang Dezember erzielten Gewinne.

Die genauen Gründe für den Absturz sind noch unklar, eine wichtige Rolle dürfte aber die Sorge vor einer möglicherweise bevorstehenden Zinswende spielen. Sie hatte in den vergangenen Tagen bereits die Börsenwerte weltweit geschwächt, auch der deutsche Leitindex Dax gab stark nach.

Nun setzte auch der Nikkei-Index für 225 führende Werte seine Talfahrt fort und sackte nach Handelsbeginn um mehr als sechs Prozent ab. Er lag zeitweise nur noch bei etwas mehr als 21.000 Punkten Chart zeigen. Der breit gefasste Topix Chart zeigen verlor ebenfalls rund sechs Prozent.

Verluste auch in Australien, Shanghai, Hongkong

Der japanische Aktienmarkt verzeichnete damit die höchsten Verluste unter den großen asiatischen Aktienmärkten, aber auch an anderen Handelsplätzen ging es deutlich nach unten. In China gab der Shanghaier Composite Index rund zwei Prozent nach. In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong verlor der Leitindex Hang Seng knapp fünf Prozent.

Auch in Australien erlebte die Börse einen Kurssturz. Der S&P/ASX200-Index verbuchte ein Minus von zuletzt rund 3,5 Prozent. Nicht eine Aktie konnte laut Analysten zulegen. In Südkorea büßte der Leitindex Kospi knapp drei Prozent ein, ebenso der indische Leitindex Sensex.

Das Weiße Haus äußerte sich trotz des Kurssturzes an der Wall Street zuversichtlich über die wirtschaftliche Lage in den USA. Der Fokus von Präsident Donald Trump liege auf den langfristigen wirtschaftlichen Fundamentaldaten, die weiterhin "außergewöhnlich stark" seien, sagte Sprecherin Sarah Sanders.

Dazu gehörten etwa die "historisch niedrige" Arbeitslosigkeit sowie steigende Löhne, fügte sie hinzu. Unter Fundamentaldaten verstehen Ökonomen sogenannte harte Zahlen - etwa zum Wirtschaftswachstum.

Der seit Tagen anhaltende Ausverkauf an den New Yorker Börsen hatte sich am Freitag zugespitzt, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht zeigte, dass die Löhne so stark gestiegen sind wie seit fast neun Jahren nicht mehr. Börsianer rechnen wegen dieser Entwicklung mit mehreren Zinserhöhungen in den USA in diesem Jahr - und steigende Zinsen sind Gift für die Aktienmärkte.

Gute Daten für die Geschäftsaktivität im Dienstleistungssektor dürften diesen Trend nun erneut verschärft haben - der Sammelindex des Institute for Supply Management (ISM) stieg. Im Januar wurde der höchsten Stand seit Beginn seiner Erhebung 2008 verzeichnet.

Die Wall Street schloss am Montag mit einem Minus von 4,60 Prozent - dem größten Verlust seit 2011. Marktanalyst Craig Erlam vom Devisenbroker Oanda sprach von einem "Flash Crash". Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sagte: "Viele Anleger sind regelrecht in Panik verfallen."

apr/dpa-AFX/Reuters



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