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Börsenbeben: Zehn überraschende Wahrheiten über die Finanzkrise

Kommt der Kurssturz an den Börsen unerwartet? Kauft niemand mehr Staatsanleihen der USA? Stehen die Industriestaaten vor dem Aus? Untergangsstimmung ist gerade in. Dabei spricht vieles für Optimismus. Zehn Gründe, warum die Lage besser ist als die Laune.

Flaggen von USA und EU: Noch immer die wichtigsten Akteure Zur Großansicht
Corbis

Flaggen von USA und EU: Noch immer die wichtigsten Akteure

Hamburg - Das Schlimmste scheint überstanden: Nach einer Woche voller Verluste startete der deutsche Leitindex Dax am Mittwoch mit einem Plus in den Handel. In den USA hatte am Dienstag bereits der Dow Jones fast vier Prozent gewonnen.

Doch die Unsicherheit bei den Anlegern ist nach wie vor groß. So notierte der Dax noch am Dienstag zeitweise bei bis zu sieben Prozent im Minus. Es bleibt der Eindruck, dass die Börsen verrückt spielen. Als Gründe für den Absturz werden immer wieder genannt:

  • die Schuldenprobleme der USA und der Euro-Länder,
  • ein drohendes Schwächeln der Konjunktur und
  • die unklaren Signale westlicher Politiker.

Doch rechtfertigt dies wirklich einen derartigen Einbruch? Viele Experten sprechen von einer massiven Übertreibung. "Den USA ging es in den achtziger Jahren unter Ronald Reagan nicht besser", sagt etwa Uwe Lang. Er ist Vermögensverwalter und beobachtet die Finanzmärkte seit mehr als 40 Jahren. Die Warnungen angesichts der Lage der größten Volkswirtschaft der Welt hält er für übertrieben: "Man muss die Schulden eines Landes immer in Bezug zur Wirtschaftsleistung setzen. Und da standen die Amerikaner schon mal schlechter da."

Christof Römer vom Institut der deutschen Wirtschaft warnt davor, das Börsenbeben mit einer fundamentalen Schwäche der Industriestaaten zu begründen. Zwar gebe es einen zunehmenden Bedeutungszuwachs der Schwellenländer China, Indien und Brasilien. Seinen Berechnungen zufolge werde es beispielsweise aber noch mindestens 20 Jahre dauern, bis Chinas Bevölkerung pro Kopf eine genauso hohe Wirtschaftsleistung erreicht wie sie US-Amerikaner erbringen. "Realistisch gesehen dürfte es eher noch später werden", sagt Römer.

Es spricht also vieles dafür, dass die Panik an den Börsen übertrieben ist. Zehn Gründe für Optimismus und gegen die Untergangsstimmung:

Zehn Argumente gegen die Börsen-Panik

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cte/dab/böl

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insgesamt 73 Beiträge
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1. oh ja klar
nixda 10.08.2011
also wenn die westlichen Politiker klare Zeichen setzen würden... ja dann.... dann wird alles wieder gut. :-)
2. Optimismus: Deutschland CDS +112,5% seit July
Beo21 10.08.2011
Mit gefangen, mit gehangen! ... lassen Sie es uns endlich hinteruns bringen, statt jahrelang die Probleme zu verniedlichen. Zeit den Euro zu beerdigen!
3. geht weiter runter
moses prey, 10.08.2011
......also solange es noch so positive Artikel gibt geht es weiter runter der Optimismus muss raus
4. Optimismus ist...
fritzyoski, 10.08.2011
"Dabei spricht vieles für Optimismus. Zehn Gründe, warum die Lage besser ist als die Laune." - wenn man sich mit PIIGS Staatsanleihen eindeckt - wenn man Bankaktien kauft - wenn man short Gold ist - wenn man pro EURO ist - wenn man volles Vertrauen in Junker, Trichet, Sarkozy und Merkel hat - wenn man eine Risterrente oder Lebensversicherung abschliesst - wenn man an "financial innovation" glaubt - wenn einem Schulden egal sind - wenn man an Konjunkturprogramme und Bailouts glaubt - wenn man als Erwachsner Mensch noch and Wunder und den Weihnachtsmann glaubt. Sind Sie optimistisch lieber Forist?
5. von wegen
blowup 10.08.2011
Na, wenn es mal nur eine Börsenpanik wäre. Neu und anders ist ja wohl die massive flucht in Gold und auch der Immobilienmarkt erlebt ja wohl einem unglaublichen Boom. Hat das noch was mit Börsenpanik zu tun oder damit, dass die Bürger das Vertrauen in das Papiergeld, in die Politik und in die das (marode) Finanzwesen verlieren. Wir werden uns noch wünschen, es wäre bloß eine Börsenpanik. Oder glaubt der Autor ernsthaft, dass gigantische Schulden machen inkompetenter Politiker würde so weitergehen? Oder dass der Euro nicht von unfähigen Bürokraten vergeigt wurde?
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Die drei Rating-Riesen
Standard & Poor's
Henry Varnum Poor veröffentlichte 1868 das "Manual of the Railroads of the United States", in dem die Anleger Informationen über die Eisenbahngesellschaften erhielten. 1941 verschmolzen die Poor's Publishing Company und die Standard Statistics Company zur Rating-Agentur Standard & Poor's . Das Rating reicht von AAA ("Triple A", exzellente Bonität, praktisch kein Ausfallsrisiko) über BBB (befriedigend) bis D (in Zahlungsverzug, keine Bonität).
Moody's
John Moody gründete 1909 die Agentur Moody's Investors Service , die seit 1975 von der US-Börsenaufsicht SEC anerkannt ist. Die Bewertungen reichen von Aaa über Baa1 bis C.
Fitch Ratings
1924 entstand in New York aus der Fitch Publishing Company von John Fitch das Unternehmen Fitch Ratings . Alle drei Unternehmen haben ihren Sitz in New York, Fitch Ratings zudem in London; sie betreiben Büros in aller Welt. Das Rating reicht von AAA bis D.
Wie Notenbanken funktionieren
Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?
Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.
Können sie pleitegehen?
Technisch nein. Die EZB hat im Euro-Raum das Monopol über das Zentralbankgeld und kann unabhängig darüber entscheiden, wann sie wie viel Geld in Umlauf bringt.
Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?
Generell leihen sich Geldinstitute auf dem Geldmarkt untereinander oder bei der EZB oder Fed Geld aus und zahlen dafür Zinsen - so wie ein Bankkunde bei einer Bank einen Kredit bekommt und diesen abträgt. Für die Geschäftsbanken ist es wichtig, dass sie über flüssiges Geld (Liquidität) verfügen, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Verbraucher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und eventueller noch unbekannter Risiken bei einzelnen Häusern sind die Banken jedoch misstrauischer geworden und nicht mehr im üblichen Maße bereit, sich gegenseitig Geld auszuleihen. In so einem Fall können die Notenbanken eine Finanzspritze geben, um einen Geldengpass (Kreditklemme) zu verhindern. Vorrangiges Ziel der Notenbanken sind stabile Preise. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich.


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