Börsengang Alibaba eifert Facebook nach

Das chinesische eBay-Pendant Alibaba plant seinen Börsengang: Mit einem Wert von rund 15 Milliarden Dollar ist es das größte Aktienpaket, das je ein chinesisches Unternehmen am Markt platziert hat. Auf rege Nachfrage hofft auch der angeschlagene Internet-Riese Yahoo - im ureigenen Interesse.

Firmenzentrale von Alibaba: Schwerer Schlag für den Finanzplatz Hongkong
AFP

Firmenzentrale von Alibaba: Schwerer Schlag für den Finanzplatz Hongkong


Peking - Die chinesische Online-Handelsplattform Alibaba hat einen Börsengang in den USA angekündigt. Die Vorbereitungen hätten begonnen, sagte Alibaba-Sprecherin Florence Shih in Peking. Mit schätzungsweise 15 Milliarden US-Dollar könnte es das größte Aktiendebüt seit dem des sozialen Netzwerks Facebook Chart zeigen mit 16 Milliarden US-Dollar im Mai 2012 werden. Es wäre auch ein Rekord für China: Kein chinesisches Unternehmen hat jemals eine derart große Aktienplatzierung in Angriff genommen.

"Der Börsengang wird aus uns eine globalere Firma machen und die Transparenz des Unternehmens erweitern", sagte die Sprecherin. Alibaba könne mit dem Kapital seine langfristigen Ziele und Ideale verfolgen. Ob der Börsengang schon im April erfolgt, wie Medien spekulieren, wollte die Sprecherin nicht sagen. Der Finanzarm von Alibaba - wie das elektronische Zahlungssystem Alipay und der rasant wachsende Yu'E-Geldmarktfonds - ist nicht Teil des Börsengangs.

Die Entscheidung für New York ist ein schwerer Schlag für den Finanzplatz Hongkong, mit dem Alibaba lange verhandelt hatte. Doch wollte die Börse der Hafenmetropole die gewünschte Führungsstruktur unter Hinweis auf sein Börsenrecht nicht zulassen. Gründer Jack Ma und andere Top-Manager wollen damit die Kontrolle behalten, was nach den Vorschriften in den USA möglich sein wird.

Unternehmenswert: 140 bis 150 Milliarden Dollar

Ein Aktiendebüt auf dem Kapitalmarkt in China wollte Alibaba nicht ausschließen, "wenn die Umstände es in Zukunft erlauben", hieß es in einer Mitteilung vom Firmensitz im ostchinesischen Hangzhou. Alibaba kontrolliert 80 Prozent des Online-Handels und besitzt mit Taobao und TMall zwei Plattformen. Die jährlichen Transaktionen erreichen umgerechnet mehr als 150 Milliarden US-Dollar im Jahr. Auf Taobao bieten sechs Millionen kleinere chinesische Hersteller und Händler ihre Waren an.

Analysten schätzen den Wert des Unternehmens auf 140 bis 150 Milliarden US-Dollar. Die zwei größten Anteilseigner sind Yahoo Chart zeigen mit 24 Prozent und Japans Softbank Corp. Chart zeigen mit 37 Prozent. Gründer Ma und andere Spitzenmanager besitzen zusammen etwa 13 Prozent. Alibaba ist im vergangenen Jahr beim chinesischen Twitter-Konkurrenten Weibo des Internetriesen Sina eingestiegen und besitzt als zweitgrößter Aktionär rund 18 Prozent. Der Kurzmitteilungsdienst will ebenfalls in den USA an die Börse gehen, wie am Wochenende bekannt wurde.

Sina Weibo will nach vorläufigen Zahlen bis zu 500 Millionen Dollar einnehmen, wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht. Da Twitter in China von der Zensur gesperrt ist, haben sich die Mikroblogs entwickelt, die auf Chinesisch "Weibo" heißen. Der Dienst von Sina hat 280 Millionen Nutzer, von denen 60 Millionen täglich aktiv sein sollen. Der Börsenprospekt gibt monatlich 129 Millionen aktive Nutzer an.

Riesiger Markt in China

Die Zahlen zeigen einmal mehr die Dimensionen des chinesischen Marktes: Der global agierende Marktführer Twitter kam zuletzt auf gut 240 Millionen aktive Mitglieder. Weibo unterliegt allerdings den chinesischen Zensur-Bestimmungen. Diskussionen über politisch heikle Themen werden systematisch unterdrückt. Westliche soziale Netzwerke spielen in China wegen der Internet-Überwachung praktisch keine Rolle. Sie können nur über meist kostenpflichtige Tunneldienste benutzt werden, die Chinas Internetsperren umgehen.

Wie auch Twitter schreibt Sina Weibo rote Zahlen. Im vergangenen Jahr gab es einen Verlust von 38,1 Millionen Dollar bei 188,3 Millionen Dollar Umsatz. Mit einem Teil der Einnahmen des Börsengangs will Weibo Schulden an den chinesischen Mutterkonzern Sina zurückzahlen, der einen Anteil von 78 Prozent hält. In China gibt es noch den anderen großen Weibo-Betreiber Tencent, der auch die populäre Smartphone-App WeChat (Weixin) betreibt.

Mit Sina Weibo und Alibaba würde sich der Trend zu US-Börsengängen von chinesischen Internet-Unternehmen verstärken. So kündigte der Online-Händler JD.com eine 1,5 Milliarden Dollar schwere Aktienplatzierung an. Auch die auf den Verkauf von Kosmetik spezialisierte Website Jumei wolle in den USA an die Börse gehen, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg.

mik/dpa-AFX

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geotie 17.03.2014
1. yoooh
Kauft, kauft, die Spekulierblase kann noch weiter aufgeblasen werden bevor diese platzt.
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