Börsengang Internetradio Pandora ist 2,6 Milliarden Dollar wert

Die hohen Erwartungen an den Pandora-Börsengang sind geplatzt: Das US-Onlineradio legte zunächst ein fulminantes Debut hin - doch der Kurs sackte später wieder deutlich ab. Immerhin wird das Unternehmen mit 2,6 Milliarden Dollar bewertet.

Pandora-Börsengang in New York: Mehr als 90 Millionen registrierte Nutzer
REUTERS

Pandora-Börsengang in New York: Mehr als 90 Millionen registrierte Nutzer


New York - Die anfängliche Euphorie für das Onlineradio Pandora hat sich abgekühlt: Am Ende des ersten Tages an der Börse kannte die Aktie nur noch eine Richtung - abwärts. Nachdem das Pandora-Papier am Mittwoch kurz nach Beginn des Handels mit 26,00 Dollar seinen Höchststand erreicht hatte, schloss es mit 17,42 Dollar - nur noch neun Prozent über dem Ausgabekurs. Nachbörslich fiel die Aktie weiter.

Pandora hatte sich mehr erhofft: Im Rausch der guten Stimmung für Internetfirmen hatte das Unternehmen den Ausgabekurs in den vergangenen Tagen angehoben. Letztlich kosteten die Aktien bei ihrem Debüt 16 Dollar, was Pandora insgesamt mit 2,6 Milliarden Dollar bewertete. Dabei macht das Internetradio bislang keinen Cent Gewinn.

Der Dienst stellt sich auf den Musikgeschmack des Hörers ein. Laut Marktforschern hält Pandora etwa die Hälfte des Marktes für kommerzielles Internetradio in den USA. Für andere Länder fehlen noch die nötigen Lizenzen für die Songs. Mit den Einnahmen aus dem Börsengang von 235 Millionen Dollar könnte Pandora über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus wachsen.

Pandora hat mehr als 90 Millionen registrierte Nutzer und jede Sekunde kommt ein neuer hinzu. Kritiker bezweifeln indes, dass es Pandora selbst bei einem starken weiteren Wachstum gelingen wird, Gewinn zu machen. Allein von Februar bis April verlor das Unternehmen neun Millionen Dollar. Pandora muss für die Musikstücke Lizenzgebühren zahlen. Hören mehr Leute die Musik, muss das Unternehmen auch mehr zahlen. Geld kommt vor allem durch Werbung in die Kasse.

Verluste hat Pandora mit vielen Internetfirmen gemein, die an die Börse streben. Mancher Beobachter fühlt sich derzeit an die Blase zu Zeiten der New Economy erinnert. Als das berufliche Online-Netzwerk LinkedIn Chart zeigen Mitte Mai an die Börse ging, schoss die Aktie von 45,00 auf bis zu 122,70 Dollar hoch. Seitdem geht es ebenfalls abwärts. Zuletzt stand das LinkedIn-Papier bei 74,62 Dollar.

yes/dpa-AFX

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