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Börsenturbulenzen: Angst vor Griechen-Pleite drückt Märkte ins Minus

Zahlreiche Hiobsbotschaften haben den Dax auf ein neues Tief gedrückt. Zeitweise fiel er unter 5000 Punkte, erholte sich aber wieder. Unter der Verunsicherung der Anleger über die Zukunft der europäischen Währungsunion leiden vor allem Bankaktien. Der Dow Jones hingegen schloss im Plus.

Händler an der Frankfurter Börse: Crash auf Raten Zur Großansicht
REUTERS

Händler an der Frankfurter Börse: Crash auf Raten

Frankfurt am Main - Die Schuldenkrise hat die europäischen Börsen wieder fest im Griff. Der Dax schloss mit einem Minus von 2,3 Prozent auf 5072 Punkte. Zwischenzeitlich war er sogar unter die Marke von 5000 Punkten gerutscht. Der MDax gab um 2,7 Prozent auf 8303 Punkte nach und der TecDax sank um 2,6 Prozent auf 683 Punkte. Der Kurs des Euro fiel am Montag zeitweise auf die Marke von 1,35 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar.

Am besten sah es noch in London aus: Doch auch der FTSE 100 gab unter dem Druck der Bankaktien um 1,7 Prozent auf 5.126 Zähler nach. Händler verwiesen neben der Diskussion über eine Staatspleite Griechenlands auf die Explosion in einer französischen Atomanlage.

Besonders Bankaktien gaben zum Wochenauftakt deutlich nach. Bereits die Vorgaben von den Börsen aus Fernost waren negativ: Der japanische Nikkei Chart zeigen-Index fiel am Montag auf ein 28-Monatstief. Auch der Dow Jones Chart zeigen gab leicht nach - erholte sich aber bis Börsenschluss und ging sogar mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 11.061 Punkten aus dem Handel.

Bankaktien leiden unter Verunsicherung

Die Märkte sind seit Wochen auf Talfahrt. Es ist ein Crash auf Raten: Seit Anfang August stürzte der Dax von mehr als 7000 auf inzwischen rund 5000 Punkte. Das entspricht einem Minus von fast 30 Prozent. Immer wieder sorgen neue schlechte Nachrichten für eine Verunsicherung der Anleger. Stand zunächst die Schuldenkrise der USA im Fokus, herrscht inzwischen wieder große Unsicherheit über die Zukunft der europäischen Währungsunion. Zuletzt sorgten der Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark und die Debatte über eine Pleite Griechenlands für negative Schlagzeilen.

Unter der Verunsicherung leiden vor allem Bankaktien. Die Finanzinstitute würden im Falle einer Pleite Griechenlands viel Geld verlieren. Außerdem könnten die Märkte auch das Vertrauen in andere überschuldete Staaten verlieren. Dann wären weitere Abschreibungen fällig.

Am Montag fielen die Aktienkurse von Société Générale und BNP Paribas Chart zeigen um fast zehn Prozent. Den höchsten Verlust im Dax verbuchten Aktien der Deutschen Bank Chart zeigen. Sie notierten am frühen Nachmittag rund sieben Prozent im Minus. Die französische Société Générale Chart zeigenkam in den vergangenen Wochen bereits wiederholt wegen ihres hohen Griechenland-Engagements unter Druck. Zu Wochenbeginn stellte die französische Großbank einen Sparplan vor, der die Anleger beruhigen sollte, aber zunächst keine Wirkung zeigte: Die Aktie gab im Vormittagshandel um zehn Prozent nach.

Der Ausverkauf an den Märkten spiegele die wachsenden Sorgen der Anleger wider, dass Griechenland am Rande der Zahlungsunfähigkeit stehen könnte. Beruhigung brachte eine Nachricht des "Wall Street Journal", wonach Griechenland die dringend benötigte nächste Milliarden-Tranche aus dem Rettungspaket voraussichtlich erhalten wird.

Hintergrund sei die Einführung einer neuen Sondersteuer durch die Regierung in Athen. Allerdings sei dies die letzte Chance für Griechenland, die Forderungen der internationalen Finanz-Kontrolleure von IWF, EU und Europäischer Zentralbank ("Troika") zu erfüllen. Ohne die Tranche in Höhe von acht Milliarden Euro wäre das Land pleite.

nkk/dapd/dpa

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insgesamt 45 Beiträge
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1. Ganz ehrlich, muss das sein?
Michael Giertz, 12.09.2011
Zitat von sysopDer Dax ist*wieder unter die Marke von 5000 Punkten gerutscht. Besonders Bankaktien verlieren drastisch. Am härtesten erwischte es die Anteilsscheine der Deutschen Bank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,785787,00.html
Ist SPON das Manager-Magazin? Lasst den DAX doch endlich DAX sein - egal, wie oft der noch unter irgendwelche "psychologischen Marken" fällt. Abgesehen von einem "Füll-Artikel" bringt es nix: weder neue Informationen, noch irgendwelche Reaktionen können durch solch einen Artikel hervorgerufen werden. Eine klassische Nicht-Nachricht. DAX-Nachrichten sind die Wasserstandsmeldungen des Jahres 2011.
2. ...
deus-Lo-vult 12.09.2011
Die armen Banken müssen ja auch griechische Staatsanleihen kaufen! Wen wundert's?
3. DAX unter 5000
inqui 12.09.2011
Zitat von sysopDer Dax ist*wieder unter die Marke von 5000 Punkten gerutscht. Besonders Bankaktien verlieren drastisch. Am härtesten erwischte es die Anteilsscheine der Deutschen Bank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,785787,00.html
meine Güte, da wird heut abend der Tageschausprecher wieder mit bedröppelter Miene dastehen. Dem armen DAX geht es dermassen übel dass schon ganz Somalia geschockt drein schaut und denen der Appetit vergangen ist. Kann die EZB nicht da was machen?
4. !
eurorip 12.09.2011
Das Unwort des Jahres: "Schuldenkrise"
5. Ackermanns Handpuppe Merkel
bombenstimmung 12.09.2011
Da Frau Merkel ja so oft und gerne als Josef Ackermann's Handpuppe agiert (Er gibt ihr Ratschläge zu Gunsten der Banken und Sie tut wa er sagt) ist für das Bankgewerbe nichts zu beführten.Wie sind doch Merkel's Lieblingsvokabeln: "Banken sind systemimmanent, daher sind Hilfsleistungen des Bundes alternativlos". 100% auf Kosten künftiger Generationen. Merkel's Rente ist ja sicher und die Boni der Banker allemal.
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So steht der Dax gerade

Wie Notenbanken funktionieren
Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?
Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.
Können sie pleitegehen?
Technisch nein. Die EZB hat im Euro-Raum das Monopol über das Zentralbankgeld und kann unabhängig darüber entscheiden, wann sie wie viel Geld in Umlauf bringt.
Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?
Generell leihen sich Geldinstitute auf dem Geldmarkt untereinander oder bei der EZB oder Fed Geld aus und zahlen dafür Zinsen - so wie ein Bankkunde bei einer Bank einen Kredit bekommt und diesen abträgt. Für die Geschäftsbanken ist es wichtig, dass sie über flüssiges Geld (Liquidität) verfügen, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Verbraucher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und eventueller noch unbekannter Risiken bei einzelnen Häusern sind die Banken jedoch misstrauischer geworden und nicht mehr im üblichen Maße bereit, sich gegenseitig Geld auszuleihen. In so einem Fall können die Notenbanken eine Finanzspritze geben, um einen Geldengpass (Kreditklemme) zu verhindern. Vorrangiges Ziel der Notenbanken sind stabile Preise. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich.

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