Frankfurt am Main - Anleger fürchten eine erneute Rezession in Europa, dazu kommen Milliardenklagen aus den USA und Untersuchungen in Großbritannien gegen die Deutsche Bank. Das sind zu viele schlechte Nachrichten zum Wochenstart - die Märkte sind auf Talfahrt. Auch der deutsche Aktienmarkt rutschte am Montag kräftig ins Minus. Der Dax
stürzte kurzzeitig bis auf 5,345,14 Punkte ab und damit knapp unter das August-Tief. Hier hatte er den niedrigsten Stand seit September 2009 markiert. Gegen Mittag notierte der Leitindex noch drei Prozent schwächer.
Zu den größten Verlierern im Dax zählte die Deutsche Bank: Ihre Aktien gaben 7,5 Prozent auf 24,08 Euro ab. Wie erwartet muss sich das größte deutsche Geldinstitut für
missglückte Hypotheken-Geschäfte in den USA zu Zeiten der Finanzkrise verantworten. Hinzu kommt laut "Financial Times", dass auch
in Großbritannien die Behörden eine Transaktion der Deutschen Bank untersuchen könnten.. Auch für die Aktien der Commerzbank
ging es zeitweise um knapp fünf Prozent auf 1,82 Euro bergab. Derweil behaupteten sich die Papiere der Munich Re mit minus 2,8 Prozent auf 85,36 Euro etwas besser. Der weltgrößte Rückversicherer will laut Aussagen von Vorstand Peter Röder in der "Financial Times Deutschland" (FTD) sein US-Geschäft deutlich ausbauen.
Die Aktien von BASF
wurden laut Händlern von der gesenkten Prognose des Schweizer Chemiekonkurrenten Clariant
belastet und büßten gut 3,6 Prozent auf 45,35 Euro ein. Im MDax sackten die Aktien des Spezialchemiekonzerns Lanxess
zeitweise um vier Prozent auf 37,695 Euro ab.
Die Autowerte hielten sich nach positiven Nachrichten etwas besser als der Markt. BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", dass das Unternehmen im August einen Rekordabsatz erzielt hat. Händler räumten den Aussagen einen leicht positiven Kurseinfluss ein. Außerdem will das Unternehmen nach Berichten der Internetausgabe der "Automobilwoche" 1000 neue Stellen im Vertrieb schaffen. Die Aktien des bayerischen Autobauers verloren zeitweise rund zwei Prozent auf 53 Euro.
Anleger suchen nun vermeintliche sichere Anlagen und setzen auf Gold
: Der Goldpreis übersprang wieder die psychologisch wichtige Marke von 1900 Dollar je Feinunze und lag damit nur noch rund zehn Dollar unter seinem Rekordhoch von 1911,46 Dollar. Für Investoren aus der Euro-Zone war das Edelmetall allerdings mit 1334,64 Euro so teuer wie noch nie. Der Bund-Future setzte seinen Höhenflug fort und markierte mit 137,73 Punkten eine neue Bestmarke.
nkk/dpa-AFX/Reuters
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