Boni-Steuerstreit JP-Morgan-Chef droht Englands Schatzminister am Telefon

In Londons Finanzbranche gibt es neuen Zoff. Zeitungsberichten zufolge hat JP-Morgan-Chef Dimon dem englischen Schatzminister Darling am Telefon gedroht: Die geplante Boni-Strafsteuer gefährde ein milliardenschweres Bauprojekt. Die US-Bank weist die Berichte zurück.

JP-Morgan-Chef Dimon: "Unfaire Strafe"
REUTERS

JP-Morgan-Chef Dimon: "Unfaire Strafe"


Hamburg - Es ist ein Vorfall, der die Diskussion über arrogante Banker neu entfachen könnte: JP-Morgan-Chef Jamie Dimon hat sich laut mehrerer übereinstimmender Zeitungsberichte heftig mit Englands Finanzminister Alistair Darling angelegt. Dimon habe Darling am Telefon erklärt, dass die geplante Boni-Strafsteuer JP Morgan unfair bestrafen würde, berichtet etwa der "London Telegraph" unter Berufung auf einen Insider.

Darling plant, 50 Prozent Sondersteuer auf die Bonus-Pools der Banken zu erheben. Beobachter sehen darin eine populistische Maßnahme für den kommenden Wahlkampf.

Dimon schmeckt der Plan ganz und gar nicht. Dem Insider zufolge soll er Englands Finanzminister am Telefon gehörig unter Druck gesetzt haben. Er habe JP Morgans Plan erwähnt, in Londons Stadtteil Canary Wharf eine neue Firmenzentrale zu bauen. Wert des Prestigeprojekts: 1,5 Milliarden Pfund. Der Bau der Firmenzentrale sei ein Beweis für JP Morgans Engagement in London, soll Dimon gesagt haben.

Finanzlobbyisten drohen mit Auswanderung

Laut "Financial Times" hat Dimon am Telefon implizit damit gedroht, das Projekt platzen zu lassen. Der Bankchef habe zudem betont, dass JP Morgan in England bereits Steuern zahle und von der englischen Regierung kein Geld erhalten habe, um sich zu sanieren.

Aus dem Umfeld der Bank gibt es unterschiedliche Einschätzungen zu dem Anruf. Der Bau der Firmenzentrale werde ohnehin seit einigen Monaten überdacht, sagten einige Insider dem "London Telegraph". Andere dagegen sagten, Dimon habe mit dem Anruf ein Exempel statuieren wollen.

Ein JP-Morgan-Sprecher bestätigte das Telefonat, betonte aber, Dimon habe Darling nicht gedroht. Der mögliche Bau einer Zentrale in London sei nicht von der Boni-Steuer abhängig. Auch ein Sprecher des britischen Finanzministeriums bestätigte das Telefonat: Darling diskutiere regelmäßig mit Managern aus der Finanzbranche. Die Boni-Steuer verteidigte er gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg: Sie sei "fair", denn sie betreffe alle Banken gleichermaßen.

Londons Finanzbranche sieht das anders. Sie versucht die drohende Strafsteuer derzeit mit einer beispiellosen Lobbykampagne zu kippen. Lautstark machen Banker ihrem Unmut in den Medien Luft. Finanztalente drohen mit dem Exodus aus Englands Hauptstadt. In den vergangenen zwölf Monaten seien bereits 500 Finanzmanager auf die britischen Kanalinseln geflohen, berichtete etwa der "Daily Telegraph".

Politiker nehmen das Protestgeschrei bislang allerdings kaum ernst. Auch Experten rechnen nicht damit, dass der Finanzplatz London bedroht ist. Selbst wenn nun einige Hundert vor der Steuer fliehen sollten, was längst nicht sicher ist, macht das keinen großen Unterschied. In der City arbeiten über eine Million Menschen - und Ökonomen erwarten laut "Financial Times" in den nächsten zwei Jahrzehnten eine Verdopplung dieser Zahl.

ssu



Forum - Haben die Banken aus der Krise gelernt?
insgesamt 1528 Beiträge
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Seite 1
saul7 16.11.2009
1. Nein,
Zitat von sysopEin Jahr nach dem Beinahe-Kollaps der Finanzbranche fassen die Banker wieder Mut: Bei einem Gipfeltreffen in Frankfurt debattierten Ackermann und Co. die Lehren aus der Krise - und mokierten sich vor allem über die Regulierungswut der Regierungen. Haben die Banken Ihrer Meinung nach eigentlich etwas aus der Krise gelernt? Diskutieren Sie mit!
die Banken haben nichts aus der Krise gelernt, weil die Politik ihnen nicht längst überfällige Regularien verpasst hat. Die Zockerei darf also weitergehen. Auf eine Entschuldigung der Banken darf noch gewartet werden!!
hajott59, 16.11.2009
2. warum auch?
Nein, die haben nichts gelernt. Warum sollten sie auch? Wenn es eng wird, kommt das große Füllhorn über sie und gut ist!
yato, 16.11.2009
3. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
4. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
5. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
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