Bonuszahlungen Goldman-Sachs-Chef bekommt Aktienoptionen in Millionenhöhe

Die US-Banken Goldman Sachs und JP Morgan Chase belohnen ihre Chefs mit Millionen-Boni - allerdings nicht in bar. Goldman-Chef Lloyd Blankfein erhält Aktienoptionen im Wert von neun Millionen Dollar - deutlich weniger als 2007.

Goldman-Sachs-CEO Blankfein: Millionen-Bonus für Geschäftsjahr 2009
REUTERS

Goldman-Sachs-CEO Blankfein: Millionen-Bonus für Geschäftsjahr 2009


New York - Die Finanzkrise ist noch lange nicht vorbei - aber Bankenchefs dürfen sich schon wieder über Millionen-Boni freuen. Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein erhält für das abgelaufene Geschäftsjahr Optionen auf Aktien im Wert von neun Millionen Dollar. Dies teilte die Bank am Freitag mit. Das waren weitaus weniger als im Jahr 2007, als Blankfein sich über 67,9 Millionen Dollar freuen konnte. Im Zuge der Finanzkrise 2008 hatte die Bank keine Boni ausgeschüttet.

Goldman Sachs war in den USA für seine Prämienzahlungen heftig kritisiert worden. Mitte Januar hatte das Geldhaus erklärt, über eine bereits veranschlagte Summe von 16,2 Milliarden Dollar hinaus keine Mitarbeiter-Boni für das vierte Quartal zurückzulegen. Blankfeins Bonus für 2009 gilt nach den Maßstäben der Wall Street als moderat, was als Reaktion auf die öffentliche Kritik an der Vergütungspraxis der Banken gewertet werden kann.

Vor wenigen Tagen hatte die britische Zeitung "Times" berichtet, Blankfein solle einen Bonus in Höhe von 100 Millionen Dollar bekommen. Dies sei am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos bekannt geworden. Goldman Sachs hatte die Zahl von 100 Millionen aufs Schärfste dementiert. "Das ist völliger Blödsinn", erklärte Unternehmenssprecherin Monika Schaller.

Laut Unterlagen für die Börsenaufsicht SEC erhielten Blankfein, Finanzchef David Viniar und der für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand Gary Cohn jeweils Aktienoptionen, die nicht vor 2011 in Aktien umgewandelt werden können. Die Wertpapiere können anschließend nicht vor 2015 verkauft oder weitergereicht werden.

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan Chase, erhält dagegen ein Bonuspaket im Wert von rund 16 Millionen Dollar. Wie Blankfein bekommt Dimon die Prämie nicht in bar, sondern in Aktien und Optionsscheinen.

Sowohl Goldman Sachs als auch JP Morgan Chase kamen glimpflich durch die Finanzkrise und verbuchten im Jahr 2009 beträchtliche Gewinne. Sie haben die im Zuge der Wirtschaftskrise erhaltenen Staatshilfen bereits zurückgezahlt.

US-Präsident Barack Obama hat im Januar eine Sonderabgabe für Großbanken angekündigt, um einen Teil der Steuermilliarden zurückzuholen, die das staatliche Rettungspaket verschlungen hat. Die geplanten Bonuszahlungen an der Wall Street bezeichnete er in diesem Zusammenhang als "schamlos".

hda/Reuters/apn



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.