Boomjahr 2010 Dax-Riesen bauten 12.000 Jobs in Deutschland ab

Deutschlands größte Unternehmen verlagern massiv Stellen ins Ausland: Dax-Konzerne haben im vergangenen Jahr insgesamt fast 12.000 Jobs im Inland abgebaut. In nur vier Jahren waren es sogar 80.000.

Thyssen-Krupp-Stahlwerk in Duisburg: Jede achte Stelle verloren
DPA

Thyssen-Krupp-Stahlwerk in Duisburg: Jede achte Stelle verloren


Düsseldorf - Die 30 größten Unternehmen in Deutschland suchen händeringend nach Fachkräften. Mehr als 14.000 offene Stellen sind derzeit bei Dax-Konzernen Chart zeigen ausgeschrieben, vor allem bei der Lufthansa Chart zeigen, bei Siemens Chart zeigen und bei der Telekom. Besonders begehrt sind Ingenieure, Maschinenbauer und Naturwissenschaftler, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf eigene Recherchen.

Doch was nach einem kräftigem Beschäftigungsaufbau aussieht, ist trügerisch. Denn gleichzeitig bauen die Konzerne massiv Arbeitsplätze im Inland ab - ausgerechnet im Boomjahr 2010. Allein im vergangenen Jahr, als in Deutschland die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 550.000 stieg, gingen bei den Dax-Konzernen in Deutschland 11.626 Stellen verloren. Das errechnet sich aus den vorläufigen Firmenbilanzen für 2010 und nach Befragungen in den Unternehmen. Im Ausland dagegen erhöhte sich die Zahl unter dem Strich um 31.771.

In nur vier Jahren gingen bei den 30 Dax-Unternehmen rund 80.000 Stellen in Deutschland verloren. Zugleich schufen sie in ihren Auslandsmärkten 120.000 zusätzliche Stellen. Der Anteil an heimischen Arbeitsplätzen sank seit 2006 von 46 auf nur noch knapp 42 Prozent. Insgesamt beschäftigen die Dax-Konzerne derzeit 1,56 Millionen Mitarbeiter im Inland und 2,17 Millionen im Ausland.

Telekom und Thyssen-Krupp flop, Adidas und Fresenius top

Bei der Telekom und beim Handelskonzern Metro Chart zeigen entfielen im abgelaufenen Jahr jeweils 4000 Stellen, beim Stahlhersteller ThyssenKrupp Chart zeigen sogar 10.157 - das ist jede achte Stelle. Dagegen beschäftigen der Sportartikelhersteller Adidas Chart zeigen, die Pharmahersteller Fresenius Chart zeigen und Merck Chart zeigen und der Düngemittelhersteller Kali und Salz Chart zeigen 2010 hierzulande derzeit mehr Mitarbeiter als 2009.

Auch beim weltgrößten Chemiehersteller BASF Chart zeigen wächst nach jahrelangem Personalabbau am Hauptstandort Ludwigshafen und der Expansion in die asiatischen Boomländer nun die Mitarbeiterzahl wieder kontinuierlich: BASF beschäftigt in Deutschland 48.760 Angestellte und damit 1870 mehr als vor drei Jahren. Bei Volkswagen Chart zeigen entstanden im vergangenen Jahr mit 5900 mit Abstand die meisten neuen Stellen.

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
lbm1958, 07.02.2011
1. Warum nicht,
Zitat von sysopDeutschlands größte Unternehmen*verlagern massiv Stellen ins Ausland:*Dax-Konzerne haben im vergangenen Jahr insgesamt fast 12.000*Jobs im Inland abgebaut. In nur vier Jahren waren es sogar 80.000. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,744115,00.html
Dann sollen sie aber auch ihre Produkte da lassen wo sie produzieren. Nicht mit rumänischen Löhnen deutsche Kaufkraft abgreifen. Da steht vieleicht DAX Konzern drauf, aber wer sind die Eigentümer dieser Unternehmen.
Megunfant 07.02.2011
2. Dann kaufen Sie doch einfach Aktien,
Zitat von lbm1958Dann sollen sie aber auch ihre Produkte da lassen wo sie produzieren. Nicht mit rumänischen Löhnen deutsche Kaufkraft abgreifen. Da steht vieleicht DAX Konzern drauf, aber wer sind die Eigentümer dieser Unternehmen.
dann können Sie aktiv über die Firmenpolitik mitentscheiden. Vielleicht verstehen Sie ja dann, dass eine Unternehmung keine Wohltätigkeitsorganisation ist, sondern auf ökonomisch effiziente Weise Produkte herstellen und verkaufen soll.
UnitedEurope 07.02.2011
3. Die Geister, die ich rief.
Das braucht keinen überraschen: Globalisierung und Marktwirtschaft funktionieren so. Maximierung der Produktivität und des Profits. Als noch der kalte Krieg herrschte, da waren alle Westdeutschen stolz auf ihre tolle Industrie etc. blabla. Aber seit die anderen Länder auch so leben wollen wie wir (Was für Schweine das doch sind...) und mit uns konkurrieren, und dabei auch noch Vorzüge bieten, da schreit der Deutsche auf einmal auf. Ja wer glaubt denn die DAX-Konzerne sind nicht auf Profit aus ? Wir haben uns jahrzentelang daran aufgegeilt, dass uns 95% der Menschen beneidet haben. Jetzt holen sie auf, die deutschen Konzerne spielen mit, wollen ja dran verdienen, und der Deutsche tut so, als ob das alles aus heiterem Himmel passiert.
weltbetrachter 07.02.2011
4. habt ihr immer noch nichts kapiert ?????
Langfristige Arbeitsplätze mit Sozialbindung zu den Mitarbeitern gibt es im Mittelstand und in den Kleinunternehmen. Aktien-Zocker-Firmen, die alle drei Monate ihre tollen Ergebnisse vorlegen müssen, rechnen und arbeiten nicht mit Menschen, sondern mit HUMAN-KAPITAL. Das ist der Unterschied zwischen Mitarbeiter und Kostenstelle.
Nooree, 07.02.2011
5. Auch wenn bestimmte Kräfte es nicht wollen:
Würde die Wirtschaft richtig wachsen, dann bräuchte niemand einen Job suchen. Die Unternehmen würden zu einem kommen. Die Jobvermittler würden regelrecht auf die Jagd gehen...
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