Deal mit Softbank Google verkauft Roboterfirma Boston Dynamics

Die humanoiden Roboter von Boston Dynamics sorgen für Bewunderung, aber auch Skepsis. Der japanische Konzern Softbank hat die Firma nun von der Google-Mutter Alphabet übernommen - zur Freude der Börse.

Der Roboter "Helios" von Boston Dynamics öffnet 2015 eine Tür
REUTERS

Der Roboter "Helios" von Boston Dynamics öffnet 2015 eine Tür


Die Google-Mutter Alphabet hat den Roboterentwickler Boston Dynamics nach Japan verkauft. Die Firma sorgt mit Maschinen, die auf zwei Beinen aufrecht gehen können, regelmäßig für Aufsehen. "Kluge Roboter werden der Schlüssel für die nächste Stufe der IT-Revolution", begründete Masayoshi Son, Chef des japanischen Technologiekonzerns Softbank, den Kauf in einer Mitteilung. Nach Informationen der "Financial Times" liegt der Preis bei mehr als 100 Millionen Dollar, eine offizielle Bestätigung hierfür gibt es nicht. Softbank gehört bereits die Entwicklerfirma des humanoiden Roboters "Pepper", der im Service eingesetzt wird.

Die Google Chart zeigen-Dachgesellschaft Alphabet hatte Boston Dynamics vor dreieinhalb Jahren erworben und damit Diskussionen ausgelöst, weil die Firma auch Roboter im Auftrag des US-Militärs entwickelte. Erste Medienberichte, wonach Alphabet Chart zeigen Boston Dynamics wieder loswerden will, gab es bereits 2016. Google habe entschieden, dass von Boston Dynamics in den nächsten Jahren keine vermarktbaren Produkte zu erwarten seien, schrieb der Finanzdienst Bloomberg. Als mögliche Käufer wurden Toyota und Amazon gehandelt.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder aufsehenerregende Videos gegeben, die Fortschritte der Roboter von Boston Dynamics demonstrierten. Unter anderem wurde ein Modell gezeigt, das auf Schnee im Wald laufen, Türen öffnen und allein aufstehen konnte, nachdem es von einem Menschen umgeschubst wurde. Außerdem konnte der Roboter Kisten vom Boden aufheben und in Regale stellen. Ein anderes Modell war als eine Art mechanischer Packesel fürs Militär gedacht.

Google hatte vor einigen Jahren ein ambitioniertes Roboterprogramm gestartet und dafür eine Reihe von Unternehmen zusammengekauft. Die treibende Kraft war Andy Rubin, federführender Entwickler und langjähriger Chef des Mobil-Betriebssystems Android, der im Roboterprojekt eine neue große Aufgabe gefunden hatte. Im Herbst 2014 verließ Rubin aber Google und wurde Internetinvestor. Seitdem wurden auch keine Fortschritte zu dem Roboterprogramm des Internetkonzerns mehr bekannt. Jetzt kaufte Softbank Alphabet auch die auf laufende Roboter fokussierte Firma Shaft ab, die zu den Zukäufen gehörte.

Neue Boston-Dynamics-Entwicklung: Der springende Roll-Roboter

Boston Dynamics

In Japan sollen menschenähnliche Roboter unter anderem in der Seniorenpflege eingesetzt werden. Auch andere Anbieter wie Toshiba arbeiten daran. Softbank-Chef Masayoshi Son investiert massiv in Zukunftstechnologien und übernahm unter anderem den Chipdesigner ARM, dessen Technologie in fast allen Smartphones steckt. Der Börsenkurs des Unternehmens stieg nach dem Kauf um rund sieben Prozent.

Son hatte gemeinsam mit Partnern wie unter anderem Apple zuletzt einen rund 100 Milliarden Dollar schweren Fonds für Investitionen in neue Technologie aufgesetzt.

apr/dpa-AFX/Reuters



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