Nach Umweltkatastrophe BP bohrt wieder im Golf von Mexiko

Die Arbeiten sollten schon früher beginnen, doch der Untergang der "Deepwater Horizon" verzögerte sie. Nun bohrt BP im Golf von Mexiko wieder nach Öl. Vor Gericht wehrt sich das Unternehmen zugleich gegen angeblich überhöhte Entschädigungszahlungen.  

BP-Bohrinsel im Golf von Mexiko: Hoffnung auf bis zu drei Milliarden Barrel
DPA

BP-Bohrinsel im Golf von Mexiko: Hoffnung auf bis zu drei Milliarden Barrel


Hamburg - Im April 2010 brach auf der Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko ein Feuer aus, in dessen Folge elf Arbeiter starben und es zur bislang größten Ölpest vor der US-Küste kam. Betrieben wurde die Plattform im Auftrag von BP, nach Shell Chart zeigen dem größten Ölförderer der Region.

Nun ist das britische Unternehmen nach eigenen Angaben im Golf von Mexiko wieder aktiv. Erste Testbohrungen seien bereits am 3. August im sogenannten Tiber-Feld gestartet worden, teilte der Konzern mit. In der Gegend werden gigantische Vorkommen vermutet, die sich auf bis zu drei Milliarden Barrel Öl belaufen könnten. Ursprünglich wollte BP bereits 2010 mit Testbohrungen beginnen, diese verzögerten sich durch den Untergang der Deepwater Horizon.

In den USA kämpft BP zugleich um die Höhe seiner Entschädigungszahlungen für die Katastrophe. Vor einem Gericht in New Orleans fochten BP-Anwälte am Mittwoch die Pläne von Patrick Juneau an, der die Zahlungen koordiniert. Juneau müsse sein Budget für das vierte Quartal von derzeit 111 Millionen Dollar um mindestens 25 Millionen kürzen.

Für das dritte Quartal hatte ein Richter kürzlich trotz Protesten von BP ein Budget von 130 Millionen Dollar genehmigt. Die Entschädigungszahlungen sind grundsätzlich nicht nach oben begrenzt. Aus Sorge vor Kosten von bis zu 21 Milliarden Dollar hat BP bereits Anlagen im Wert von fünf Milliarden verkauft.

dab/Reuters/AP

insgesamt 5 Beiträge
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leidenfeuer 13.09.2013
1. Schuld an der Katastrophe waren viele.
Die Plattform Deepwater Horizon wurde nur "im Auftrag" von BP betrieben. Daraus lässt sich schließen, dass die eigentliche Schuld für die Katastrophe eher bei einem anderen Unternehmen gesucht werden kann als bei BP. Von den mächtigen USA wurde aber in erster Linie dieses Großunternehmen als dicker ausländischer Fisch zum Zahlen auserwählt. Und im Ergebnis gibt es einige, die schlecht weg kommen und andere die profitieren wollen. Zu denen, die schlecht weggekommen sind, gehört auch BP, das sogar zeitweilig als schlachtreif angesehen wurde, aber dann doch, wenn auch mit Blessuren überlebt hat.
leser008 13.09.2013
2. Wirklich unbegrenzte Möglichkeiten
Hihi, mal ein wirklich lustiger Artikel. BP darf also im Golf wieder bohren, obwohl der alte Schadensfall weder aufgearbeitet ist, noch BP Einsicht zeigt und die Altschäden bezahlen will ? Das ist ja, als ob einen verurteilten Päderasten frisch aus dem Knast gleich wieder im Kindergarten anstellt. Wo gibts denn diese Bohrgenehmigungen blanko zu kaufen ?
rotertraktor 13.09.2013
3. The Big Fix
Zitat von leser008Hihi, mal ein wirklich lustiger Artikel. BP darf also im Golf wieder bohren, obwohl der alte Schadensfall weder aufgearbeitet ist, noch BP Einsicht zeigt und die Altschäden bezahlen will ? Das ist ja, als ob einen verurteilten Päderasten frisch aus dem Knast gleich wieder im Kindergarten anstellt. Wo gibts denn diese Bohrgenehmigungen blanko zu kaufen ?
Ganz einfach, dafür brauchen Sie nur einer der Hauptlieferanten der US-Army zu sein und maßgeblich dafür sorgen, dass das weltweite Kriegsbusiness am Laufen bleibt. Sehenswert zu dem Thema, wobei die angeblichen Sanierungsmaßnahmen mit hochgiftigen Chemikalien vielleicht noch mehr Schäden angerichtet haben als die eigentliche Ölkatastrophe, ist diese Doku: The Big Fix - BP Deepwater Horizon Oil Spill Cover up - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=_KgFBciS_X0)
patlee 13.09.2013
4.
Dazu fällt mir eine Anekdote von Southpark ein: http://youtu.be/9u0EL_u4nvw
minipli 15.09.2013
5. Wie gehabt...
wir ka... auf den Teller von dem wir Essen. Mahlzeit.
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