Ölpreisverfall BP macht höchsten Verlust seit 20 Jahren

Die niedrigen Öl- und Gaspreise haben BP schwer getroffen: Im vergangenen Jahr machte der britische Rohstoffkonzern 6,5 Milliarden Dollar Verlust - das höchste Minus seit 20 Jahren.

BP-Logo (an einer Tankstelle in London): 6,5 Milliarden Dollar Verlust
REUTERS

BP-Logo (an einer Tankstelle in London): 6,5 Milliarden Dollar Verlust


Der rasante Ölpreisverfall hat BP im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerissen. Mit 6,5 Milliarden Dollar stand der höchste Verlust seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Bilanz, wie der britische Konzern am Dienstag mitteilte. Im Jahr 2014 hatte der Konzern noch einen Gewinn von 3,78 Milliarden Dollar verbuchen können.

Selbst 2010, als BP Belastungen aus der verheerenden Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko verbuchte, war das Ergebnis nicht so schlecht. Die Aktien des Konzerns büßten in London umgehend fast sieben Prozent ein.

Der Ölpreis ist im Laufe des vergangenen Jahres wegen des weltweiten Überangebots - und sinkenden Verbrauchs - um rund ein Drittel eingebrochen. Die großen Konzerne senken deswegen massiv ihre Kosten, indem sie Stellen streichen und Investitionen kürzen.

BP kündigte in diesem Zusammenhang an, im Raffineriegeschäft - also der Weiterverarbeitung von Öl - 3000 Jobs bis Ende 2017 abzubauen. 4000 Stellen sollen zudem in der Öl- und Gasförderung wegfallen, wie bereits bekannt ist. Auch Deutschland ist betroffen. BP mit der Tankstellenkette Aral und der Schmierstoffmarke Castrol beschäftigte hierzulande zuletzt rund 5500 Mitarbeiter.

BP-Chef Bob Dudley sagte, der Konzern müsse sich rasch dem veränderten Marktumfeld anpassen. Allein im vierten Quartal summierten sich die Wertberichtigungen wegen der niedrigeren Ölpreise auf 2,6 Milliarden Dollar.

Der Konkurrenz geht es nicht besser. Chevron Chart zeigen - die Nummer zwei in den USA, hatte zuletzt den ersten Quartalsverlust seit mehr als 13 Jahren ausgewiesen. Zahlen von Branchenprimus Exxon Mobil Chart zeigen werden noch am Dienstag erwartet.

nck/dpa



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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
marco777 02.02.2016
1. Der Verlust...
wird nur an Vergangenem gemessen. Ein gesundes Auf und Ab ist nichts Negatives und darf auch gerne positiv gesehen werden.
wo_st 02.02.2016
2.
Selbst beim Verlust wird der hochgerechnet. Eine Firma, die einen so hohen Verlust macht, bekommt von keiner Bank mehr Geld. Also nur steuerlichen relevanten Verlust eingefahren. Ich traute mit.
dasdondel 02.02.2016
3. 7000 Mitarbeiter
entlassen soll also 6,5Mrd Verlust wettmachen ? das ist fast eine Million pro Arbeiter ? realistisch geschätzt spart BP durch die Entlassung vielleicht 200 Millionen. Angesichts von 6.5 Mrd ist das völlig irrelevant.
sport1 02.02.2016
4. Was stimmt denn jetzt?
finanzen.net meldet Gewinnrückgang "Im Gesamtjahr 2015 halbierte sich der Gewinn praktisch auf 5,9 Milliarden Dollar, nach 12,1 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. "
accessfreeze 02.02.2016
5.
Zitat von marco777wird nur an Vergangenem gemessen. Ein gesundes Auf und Ab ist nichts Negatives und darf auch gerne positiv gesehen werden.
nur passt das nicht so ganz mit der Börse.... da gibts nur nach oben, alles andere ist schlecht.....
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