Katastrophe in Brasilien Prüfbericht soll Vale auf Dammbruch-Risiko hingewiesen haben

Nach der Dammbruch-Katastrophe in Brasilien steht der Bergbaukonzern Vale in der Kritik: Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hatten Experten bereits im Oktober vor einem erhöhten Einsturzrisiko gewarnt.

Demonstrantin nach dem Dammbruch der Vale-Eisenerzmine in Brasilien
DPA

Demonstrantin nach dem Dammbruch der Vale-Eisenerzmine in Brasilien


Der brasilianische Bergbaukonzern Vale wusste nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters bereits Monate vor der Dammbruch-Katastrophe, dass bei dem Bauwerk ein erhöhtes Einsturzrisiko bestand. Dies gehe aus einem internen Expertenbericht vom 3. Oktober 2018 hervor, schreibt Reuters.

Das Risiko eines Dammbruchs wurde dem Bericht zufolge doppelt so hoch eingestuft, als es nach internen Vale-Richtlinien toleriert werde. In dem Expertenbericht steht laut Reuters zudem, dass ein Zusammensturz das Unternehmen 1,5 Milliarden Dollar kosten und mehrere Hundert Menschen töten könnte. Die Spezialisten hätten dazu geraten, den Damm stillzulegen.

Vale teilte gegenüber Reuters mit, dass der Bericht von Oktober von Fachingenieuren erstellt worden sei, die strenge Verfahren befolgen müssten. Dem Unternehmen sei aber kein unmittelbar bevorstehendes Einsturzrisiko bekannt gewesen. Einheimische und ausländische Spezialisten hätten dem Damm alle Sicherheits- und Stabilitätszertifikate bescheinigt.

Bei dem Dammbruch im Januar sind mindestens 165 Menschen gestorben, für circa 180 Vermisste gibt es keine Hoffnung mehr. Im Rahmen der Untersuchungen zu der Katastrophe wurden Ende Januar zwei Mitarbeiter vom TÜV Süd festgenommen. Das Münchener Unternehmen hatte den Damm im September geprüft. Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" hat die Prüfgesellschaft durchaus auf Risiken hingewiesen. Schon Monate vor dem Bruch habe TÜV Süd "defekte Abflüsse" sowie Unregelmäßigkeiten in den Daten der Wasserstandsensoren entdeckt und daraufhin Vale gewarnt, schrieb die Zeitung.

anl/Reuters



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reiwolf 12.02.2019
1. wie gesagt....
das wird alles wieder einmal unter den tisch gekehrt und die verantwortlichen bei vale werden beurlaubt bis auf ein nimmer wiedersehen....
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