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Internetausbau: Gabriel will Breitband-Blamage beenden

Trotz aller Bekenntnisse zur digitalen Wirtschaft ist Deutschland europaweit Letzter beim Glasfaser-Internet. Ein neuer Bericht warnt: Das droht Investoren zu verschrecken. Wirtschaftsminister Gabriel gelobt Besserung.

Wirtschaftsminister Gabriel: Deutschland soll nicht länger hinterherhinken Zur Großansicht
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Wirtschaftsminister Gabriel: Deutschland soll nicht länger hinterherhinken

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) fordert verstärkte Investitionen in den Ausbau des Breitbandinternets. "Wir sollten nicht zulassen, dass Deutschland beim Glasfaserausbau im internationalen Vergleich hinterherhinkt", sagte Gabriel SPIEGEL ONLINE. Nur wenn für die Datennetze mehr private Investitionen mobilisiert würden, könnten Digitalunternehmen in Branchen wie Automobilbau, Energie oder Logistik für Wachstum und Jobs sorgen.

Mit einer Quote von nur einem Prozent ist Deutschland bislang europaweites Schlusslicht beim schnellen Glasfaserinternet. Das kritisiert auch der "Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2014", den Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig am Freitag vorstellt. Darin heißt es: "Unternehmen können sich eine Ansiedlung in einem Land, das keine flächendeckende, hochleistungsfähige Breitbandanbindung bietet, nicht mehr leisten."

In den Breitbandausbau wird voraussichtlich ein erheblicher Teil des Zehn-Milliarden-Investitionspakets der Bundesregierung fließen. Auch auf einer noch unveröffentlichten Liste zum Investitionsprogramm der EU-Kommission kündigen zahlreiche Länder Projekte zum Breitbandbausbau an. Gabriel lässt derzeit durch eine Expertenkommission prüfen, wie private Geldgeber verstärkt für Investitionen in die öffentliche Infrastruktur gewonnen werden können.

Der Monitoringbericht erscheint zum zweiten Mal und soll ein Gradmesser für die Leistungsfähigkeit Deutschlands als Standort der IT-Industrie sein. Neben dem Breitbandausbau fordern die Autoren auch mehr Onlineangebote der öffentlichen Verwaltung sowie eine Förderung von interdisziplinären Studiengängen zu Technologietrends wie Industrie 4.0. Insgesamt sei die Digitalwirtschaft in Deutschland jedoch schon jetzt "als starke Branche im internationalen Wettbewerb positioniert".

dab/vme

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1.
tearix 12.12.2014
Unternehmen investieren, wenn sie eine realistische Chance sehen, mit ihrem Invest irgendwann Geld zu sehen. Das ist beim Glasfaser-Ausbau nicht der Fall. Erstens sind die meisten Kunden überhaupt nicht bereit, einen kostendeckenden Monatsbetrag von gegenwärtig geschätzt etwa 80 Euro für einen Glasfaseranschluss zu zahlen. Zweitens hindert der Gesetzgeber die TelCos daran, auf dem Land, wo es viel teurer ist, kostendeckend auszubauen, zum Beispiel indem er der Telekom über die Bundesnetzagentur Höchst- und Einheitspreise vorschreibt. Das ist ähnlich wie bei den Allgemeinarztpraxen auf dem Land, den Paketdiensten oder dem regionalen Bahnverkehr - immer, wenn es bundesweit einheitliche Preise gibt, gibt es dort keine Anbieter, wo die Leistung auf dem Land zu diesen Einheitspreisen nicht kostendeckend funktionieren kann.
2. Wozu braucht man das?
penie 12.12.2014
Kann mir jemand erklären, für welche wertschöpfenden (!) Prozesse ein hochleistungsfähiges Netz gebraucht wird? Für den Tausch irgendwelcher Buchungs/Produktions/Konstruktionsdaten genügt der aktuelle Ausbau vollauf. Und das online-glotzen hochaufgelöster Filme kann es ja wohl nicht sein.
3. Gabriel soll endlich seine Sprüche über Glasfaser-Internet wahrwerden lassen
Eppelein von Gailingen 12.12.2014
Damit kann er für die SPD Stimmen sammeln und vielleicht etwas punkten. Wie sonst will er sich sonst ins Gespräch bringen? Von den leeren Vesprechungen der selbstherrlichen Union ist man langsam die Veräpplung der Bürger leid. Eine prosperierende Regierungszeit der Merkel kommt nie mehr zustande. Was will sie eigentlich noch im Kanzleramt?
4. 10 Jahre zu spät.
zerr-spiegel 12.12.2014
Aber es war halt wichtiger, den Monopolisten Telekom zu füttern und Krieg zu führen. Mit der Kohle für die Bankenrettung hätte man in jeden Haushalt in D ein Glasfaserkabel legen können und mit der Kohle für den Krieg die monatlichen Kosten decken können. Davon hätten nur die Waffenlieferanten nichts.
5. Breitbandausbau
andy1612 12.12.2014
ist nicht das alleinige Problem. Selbst beim DSL über Telefonleitung werden mitten im Ruhrgebiet zum Teil nur 1000 bis 2000 Werte erreicht. Die mir vor vielen Jahren versprochene 6000er ist bis heute nicht realisiert.
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