Energiekonzern Steuerrückzahlung beschert E.on Milliardengewinn

2016 machte E.on noch Rekordverluste. Die jüngsten Zahlen sehen wieder besser aus. Ein entscheidender Grund: die Erstattung der Atomsteuer.

E.on-Zentrale in Essen
dapd

E.on-Zentrale in Essen


E.on hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Nach einem starken zweiten Quartal stieg der Konzernüberschuss auf gut vier Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Verlust von fast drei Milliarden Euro gemacht.

E.on profitierte dabei von einer Steuerrückzahlung in Höhe von 2,85 Milliarden Euro. Das Bundesverfassungsgericht hatte Anfang Juni entschieden, dass die von 2011 bis 2016 erhobene Brennelementesteuer verfassungswidrig und das entsprechende Gesetz nichtig ist. Die zu Unrecht eingezogene Steuer wurde nun an den Konzern zurückgezahlt.

Doch auch nach dem Abzug von Sondereffekten wie der Atomsteuererstattung legte der Überschuss für das erste Halbjahr um fast 50 Prozent auf 880 Millionen Euro zu. Für das Gesamtjahr prognostizierte Konzernchef Johannes Teyssen einen Gewinn von 1,2 bis 1,45 Milliarden Euro.

Gut entwickelte sich vor allem das Geschäft mit den Stromnetzen. Hier legte das betriebliche Ergebnis (Ebit) im zweiten Quartal um fast ein Drittel zu. Hinzu kamen eine Kapitalerhöhung im Frühjahr und das Ergebnis der gut laufenden Kraftwerkstochter Uniper, an der E.on noch knapp 47 Prozent hält. Die Verschuldung nahm von 26,3 Milliarden Euro Ende 2016 auf nun 21,5 Milliarden deutlich ab.

Dank der gestärkten Bilanz sieht E.on mehr Spielraum für eine höhere Dividende. Von 2018 an sollen mindestens 65 Prozent des bereinigten Konzernüberschusses ausgeschüttet werden, sagte Teyssen. Bislang lag die Ausschüttungsquote bei 50 bis 60 Prozent. Für 2016 hatte E.on lediglich 45 Prozent ausgezahlt. Für das laufende Jahr soll es weiterhin eine Dividende von 30 Cent je Aktie geben.

mik/asa/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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jumbing 09.08.2017
1.
EON sieht also wegen der wieder Steuerrückzahlung Spielraum für eine höhere Dividende !! Dieses Geld wurde vorher über einen höheren Strompreis von den Kunden erwirtschaftet und darf nun dank der dilletantischen Politik eines Herrn Schäuble noch einmal in Form von Steuergeld gezahlt werden. Statt Dividendenerhöhung müßten diese Milliarden wieder den Stromkunden zugute kommen und nicht in den Taschen der Aktionäre verschwinden. Oder gehört dieses Geschäftsgebaren auch zur Merkelschen marktkonformen Demokratie ?
i.dietz 09.08.2017
2. Merkel & Schäuble
haben schon ein sehr "merkwürdiges" Demokratieverständnis ! Und die ganze GroKo-Mannschaft schweigt !
Crom 09.08.2017
3.
Zitat von i.dietzhaben schon ein sehr "merkwürdiges" Demokratieverständnis ! Und die ganze GroKo-Mannschaft schweigt !
Es gab eine höchstrichterliche Entscheidung. Die ist zu akzeptieren (nennt man Demokratie). Merkwürdig ist daher eher Ihr Beitrag.
papelbon 09.08.2017
4.
Die E.on Aktionäre haben in den letzten Jahren genug geblutet. Da ist es doch mehr als gerechtfertigt, wenn die Dividende endlich wieder angehoben wird. Als kleiner Trost hat sich die Uniper Aktie dagegen doch recht erfreulich entwickelt. Hoffen wir mal alle, dass es weiter aufwärts geht.
Velbert2 09.08.2017
5. Verbieten
Das sind halt die Risiken, wenn man etwas verbietet wie zum Beispiel das Produzieren von Atomstrom. Gerichte könnten dem "Verbietenden", das heisst dem Staat, Steine in den Weg legen. In einer offenen Gesellschaft sollte mit Verboten sehr sparsam umgegangen werden, denn den Verboten folgt die Überwachung auf dem Fusse. Verbote ohne Überwachung sind wirkungslos.
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