Logo auf Flugblatt Toyota droht Brexit-Kampagne mit rechtlichen Schritten

Das Firmenlogo auf einem Flugblatt pro EU-Austritt - das will Toyota nicht hinnehmen. Der japanische Autokonzern hat der offiziellen Brexit-Kampagne nun mit rechtlichen Schritten gedroht.

Brexit-Befürworter in Birmingham
AFP

Brexit-Befürworter in Birmingham


Die Befürworter eines Brexits missbrauchen nach Auffassung von Toyota das Firmenlogo des Autokonzerns. Die offizielle Kampagne für einen britischen EU-Ausstieg namens "Vote Leave" habe das Logo in Flugblättern genutzt und den Eindruck erweckt, Toyota unterstütze den sogenannten Brexit, teilte der japanische Autohersteller mit. Daher behalte sich Toyota rechtliche Schritte gegen die Organisatoren wegen unbefugter Nutzung von Markenrechten vor.

Auf einem Flugblatt von "Vote Leave" sind die Logos mehrerer Autobauer abgebildet. Daneben steht: "Die großen Arbeitgeber haben alle gesagt, dass sie unabhängig vom Ausgang des Referendums in Großbritannien bleiben werden." Toyota hatte im Februar erklärt, ein britischer Verbleib in der EU wäre für die Geschäfte und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des japanischen Konzerns die bessere Wahl. Von Toyota Chart zeigen kommt gut jedes zehnte der 1,6 Millionen Autos, die im vergangenen Jahr in Großbritannien neu zugelassen wurden.

In zwei Wochen, am 23. Juni, stimmen die Briten über einen Austritt aus der EU ab. Umfragen deuten derzeit auf einen knappen Ausgang des Referendums hin.

fdi/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
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demokroete 09.06.2016
1. Es kann doch Toyota
völlig Wurscht sein, ob der Käufer des Autos ein freier Brite ist oder ein Bürger der EU in Britannien. Die Schweizer sind auch nicht in der EU, kaufen trotzdem Autos, und sie können sich sogar erheblich bessere leisten, gerade weil sie nicht in der EU sind.
kreisklasse 09.06.2016
2. Mal informieren
Toyota hat sein Europa-Werk aus ziemlich genau 2 Gründen in UK gegründet: 1. Zerschlagung der Gewerkschaftsbewegung durch die Eiserne Lady. 2. Zugang zum EU-Binnenmarkt ab 1992. ohne Grund 2 kein Werk in UK.
aurichter 09.06.2016
3. @ kreisklasse
Japanische Automobilableger in der EU wurden nach vielen heimlichen Zugeständnissen der Briten und aufgrund der Abschottung des japanischen Marktes, der erst sehr spät einen Gegendruck der Europäer erzeugte (viel zu spät nach Meinung der Wirtschaft und gegen heftigen Widerstand der CDU mit HK) und daraufhin höhere Einfuhrzölle analog Import Nippon gefordert haben. Nur mit tatkräftiger Unterstützung der damaligen Verantwortlichen wurden den Japanern ein Großteil des Marktes mit den Billigimporten überlassen. Die Briten hatten dann damals scheinbar die überzeugenden "Argumente", um den Automibilsektor auf der Insel zumindest mit asiatischer Hilfe vor dem absoluten Untergang zu retten. Was vom Rest übrig geblieben ist, trotz der exorbitanten Beschneidungen von Arbeitnehmerrechten, sieht man nur all zu deutlich. Gibt es eigentlich noch rein englische Autobauer ?
aurichter 09.06.2016
4. @ demokroete
Genau das hat der 2te Kommentator doch versucht Ihnen zu erklären. Sooo einfach werden es sich die Japaner nicht machen und Ihren Ausführungen zu folgen, wenn es denn tatsächlich harte Verhandlungen zum Warenaustausch zwischen der EU und United Kingdom geben wird. Zusätzlich wird UK dann auch durch weitere wirtschaftliche Inselprobleme sein Augenmerk auf Rundumsicht stellen müssen, da evtll nicht nur die Schotten wieder am Stuhlbein sägen werden. Ich bin gespannt, wie das Rennen am 23.Juni endet!
bernd.stromberg 10.06.2016
5.
Zitat von kreisklasseToyota hat sein Europa-Werk aus ziemlich genau 2 Gründen in UK gegründet: 1. Zerschlagung der Gewerkschaftsbewegung durch die Eiserne Lady. 2. Zugang zum EU-Binnenmarkt ab 1992. ohne Grund 2 kein Werk in UK.
Bei 2 stimme ich Ihnen zu. 1 sehe ich aber noch etwas vielschichtiger. So etwas kann sich zu schnell ändern, als dass man allein deswegen dieses Land als europäisches Produktionsland wählen würde. Weitere Gründe könnten aber steuerliche Vorteile (GB gilt als Steuerparadies in Europa) sein. Sowie Zugang zu (englischsprachigen) Fachkräften. Nach Deutschland zu gehen und um die Arbeitnehmer der mächtigen Autoindustrie zu werben wäre sehr mutig gewesen. Japan und GB haben einiges gemeinsam (z.B. imperiales Maßsystem Miles/Inch). Außerdem war die britische Industrie am Boden. Dass die Gelegenheit günstig war dort produzieren zu lassen ist evident.
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