Sorge vor ungeregeltem EU-Austritt Aufseher warnen Banken vor Brexit-Schock

Viele Banken sind nach Ansicht der europäischen Aufsichtsbehörde EBA nicht gut genug auf einen harten Brexit vorbereitet. "Die Zeit läuft ab, und in manchen Fällen ist sie abgelaufen", hieß es.

Finanzdistrikt in London
REUTERS

Finanzdistrikt in London


Die europäische Bankenaufsicht schlägt mit Blick auf den nahenden Brexit Alarm. Die EBA sieht viele Institute nur ungenügend auf einen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union vorbereitet. Die Banken müssten sich noch viel stärker auf ein solches Krisenszenario vorbereiten, warnte die EBA. "Das soll ein Weckruf sein. Die Zeit läuft ab, und in manchen Fällen ist sie abgelaufen", sagte der für Bankenmärkte zuständige Direktor Piers Haben.

Die Institute dürften nicht fest davon ausgehen, dass es eine Übergangsperiode geben werde. Bislang sind die Banken aus EBA-Sicht noch nicht angemessen für den Fall vorbereitet, dass es zu einem ungeregelten Austritt der Briten aus der Europäischen Union kommt.

"Unternehmen können nicht davon ausgehen, dass sie weiterhin wie bisher operieren noch können sie sich auf bis jetzt nicht realisierte politische Vereinbarungen oder Maßnahmen der Politik stützen", sagte EBA-Chef Andrea Enria.

Auch EBA-Direktor Haben warnte die Banken, auf ein "Politik-Wunder" zu setzen. "Ich glaube nicht, dass sich Banken auf ein allgemeines allumfassendes staatliches Eingreifen verlassen können," sagte er.

Großbritannien tritt Ende März 2019 aus der EU aus. Bisher haben sich die Regierung in London und die EU noch nicht darauf verständigt, wie es danach weitergehen soll. Die Europäische Zentralbank und die Bank von England arbeiten zusammen daran, die Gefahren für Finanzdienstleiter einzudämmen. Der Brexit stellt in London angesiedelte Banken vor ein Problem: Für Dienstleistungen in der Europäischen Union benötigen sie ein Standbein in einem EU-Mitgliedsland.

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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frenchie3 25.06.2018
1. Wie wäte is mit einer Liste
der gefährdeten Banken? Baut Druck auf und läßt zumindest den Kunden Gelegenheit zu reagieren. Aber am Ende wird wohl eh der Steuerzahler die dümmste Bank retten dürfen
marcusmaass 25.06.2018
2. @ frenchie3
Warum fragen Sie hier nach einer Liste? Der Inhalt ist von zwei Nachrichtenagenturen, dort müsste nachgefragt werden.
frenchie3 25.06.2018
3. @2 SpOn gab die Info
von den Agenturen weiter, sa können die auch nachfragen :-) :-)
marcusmaass 25.06.2018
4. @ frenchie 3
Es muss nur irgendwie für die Liste bezahlt werden ;-)
lanzelot72 25.06.2018
5. Eine Liste habe ich zwar nicht ...
... aber Jacob Rees-Mogg verlagert gerade kräftig vom UK nach Irland. Arron Banks übrigens auch. OK, das sind zwar keine Banken, aber ... der Brite würde sagen: I smell a rat!
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