Brexit Britische Einzelhändler verzeichnen größtes Umsatzminus seit 2010

Die Verbraucher in Großbritannien sind im Sparmodus: Der Einzelhandel verzeichnete von Januar bis März 1,4 Prozent weniger Umsatz als im Vorquartal.

Supermarkt in London
REUTERS

Supermarkt in London


Die britischen Einzelhändler bekommen die Entscheidung für den EU-Austritt zu spüren. Sie verzeichneten im ersten Quartal 2017 den größten Umsatzrückgang seit sieben Jahren, teilte das nationale Statistikamt ONS am Freitag mit. Von Januar bis März sanken die Umsätze im Vergleich zu den letzten drei Monaten 2016 um 1,4 Prozent.

Zum ersten Mal seit 2013 seien damit die Umsätze im Einzelhandel von einem Quartal zum nächsten überhaupt wieder gesunken, sagte ONS-Expertin Kate Davies. "Der Grund dafür scheinen Preisanstiege in einer ganzen Reihe von Bereichen zu sein." Diese Preisanstiege sind Folge des Brexit-Votums im Juni 2016: Das Pfund hat seitdem stark an Wert verloren, dadurch sind Importe erheblich teurer geworden.

Viele Verbraucher müssen sich wegen der deutlich gestiegenen Inflation einschränken, sagte der Einzelhandelsexperte und Chef der Beratungsfirma Retail Economics, Richard Lim: "Familien müssen mit dem stärksten Anstieg der Lebenshaltungskosten seit über drei Jahren zurechtkommen, und sie fahren ihre Ausgaben rasch zurück."

Den Statistikern zufolge dürften die sinkenden Einzelhandelsumsätze das gesamte Wirtschaftswachstum Großbritanniens im ersten Quartal wohl um 0,1 Prozentpunkte gebremst haben. Die entsprechenden Daten werden Ende April veröffentlicht, Experten erwarten ein geringeres Wachstum als noch im Vorquartal.

fdi/Reuters



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insgesamt 38 Beiträge
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Tharsonius 21.04.2017
1. Daran
hatten die Brexitler bei der Abstimmung vermutlich nicht gedacht? Oder wurden sie von den befürwortern nicht vorgewarnt?
ackergold 21.04.2017
2.
Zitat von Tharsoniushatten die Brexitler bei der Abstimmung vermutlich nicht gedacht? Oder wurden sie von den befürwortern nicht vorgewarnt?
Nein, natürlich nicht. Das ist ja nicht Teil des Deals. Man will die polnischen müllmänner loserwerden, auch wenn es mehr kostet
lathea 21.04.2017
3. Dann werden halt ein paar polnische Hilfskräfte entlassen,
die gehen dann zurück nach Polen und hinterlassen freien Wohnraum. Dann werden die Mieten und Immobilienpreise sinken ..... Wie es dann mit der Wirtschaft weiter geht, weiss man doch eigentlich. Irgendwann werden die Briten dann froh sein, wenn sie wieder einen befristeten Hilfsjob finden werden oder von Hartt4 o.ä. leben können. Haben wir hier ja auch schon so gehabt. ;-)
adrianhb 21.04.2017
4.
nö, das stimmt nicht Aber selbst wenn es so wäre, für die deutsche Wirtschaft ist entscheidend, wieviel deutsche Produkte die Deutschen und Ausländer kaufen. Wenig entscheidend ist, wieviel die Deutschen für ausländische Produkte ausgeben.
lupusyonderboy 21.04.2017
5.
Wir scheinen unterschiedliche Quellen zu haben. Und gänzlich unterschiedliche Radiosender zu hören. Aber gleich kommt bestimmt was von "aber real" oder "aber im Verhältnis zu". Davon ab geht es Deutschland ziemlich gut. Absolut und alle mal relativ. Auch wenn Frau Merkel das sagt.
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