Zwölf Wochen vor Brexit Britische Handelskammern melden "Wirtschaft in Schockstarre"

Am 29. März soll Großbritannien die EU verlassen - doch der künftige Status der Handelsbeziehungen ist noch immer ungeklärt. Nun schlägt die Unsicherheit auf die Konjunktur durch.

Blick auf das Parlamentsgebäude in London
AFP

Blick auf das Parlamentsgebäude in London


Wenige Monate vor dem anstehenden EU-Austritt Großbritanniens schlägt die Unsicherheit über die künftigen Handelsbeziehungen zu Europa zusehends auf die Konjunktur durch.

"Die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs ist in einer Schockstarre", sagte der Chef der britischen Handelskammern (BCC), Adam Marshall. Da die Unternehmen vor dem näher rückenden Brexit noch immer keine Klarheit über den künftigen Status der Handelsbeziehungen mit Europa hätten, scheuten sie vor wichtigen Investitions- und Zukunftsentscheidungen zurück. Zugleich ist der Umsatz in dem in Großbritannien dominierenden Dienstleistungssektor laut BCC Ende 2018 so langsam gewachsen wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Dazu passt, dass die Notenbank in London für das vierte Quartal 2018 eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums auf 0,2 Prozent erwartet. Im Sommer war noch ein Plus von 0,6 Prozent herausgesprungen. In etwa zwei Wochen sollen die britischen Abgeordneten über die Pläne von Premierministerin Theresa May zum Austritt aus der EU abstimmen, der am 29. März über die Bühne gehen soll. Der Ausgang des Votums ist völlig ungewiss.

beb/Reuters



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bigroyaleddi 03.01.2019
1. Wundert denn das noch irgendjemanden?
Aber immerhin, ein Wachstum von 0,2 ist noch drin. Ich hätte eigentlich ein negatives Ergebnis erwartet. Aber offensichtlich scheint die "Schockstarre" sich derzeit in massiven Minuszahlen doch noch nicht zu manisfestieren. Oder sehe ich da irgendwas falsch.
claus7447 03.01.2019
2. Erstaunlich
Ich hatte das erste HJ 18 mehrfach in GB zu tun. Als ich in dem dortigen Unternehmen mal nachfragte, welche Schritte, Maßnahmen man für den Fall eines harten Brexit einleiten würde: "verständnisloses Kopfschütteln!" Wird schon gut gehen.
grotefend 03.01.2019
3. Ein voller Erfolg!
Jetzt zeigen dich endlich die zahllosen Vorteile, die die Brexiteers dem Wahlvolk versprochen haben. Dem Vereinigten Königreich geht es ja besser wie je zuvor. *irony off*
isi-dor 03.01.2019
4.
Schockstarre ist nicht das Schlechteste. Die kann man nutzen, um mal gründlich nachzudenken, was man denn eigentlich will. Und dann lässt man darüber endlich mal frei und fair abstimmen. Es wäre so einfach, wenn die Vernunft regieren würde.
henne.k 03.01.2019
5. Zeitzeuge eines spannenden Prozesses
Würde man aktuell eine Umfrage starten, würde wahrscheinlich deutlich mehr als die Hälfte der Briten für einen Verbleib stimmen. Wie man eine einmal getroffene überhastete Entscheidung ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen kann, daran dürfen wir als Zeitzeugen gerade teilhaben. Ich bin sehr gespannt über die weiteren Vorgänge und, ob sich die Wirtschaft GBs nach Austritt von dieser rigorosen Maßnahme auf lange Sicht erholen wird.
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