Brexit Easyjet beantragt Lizenz in Wien

Der britische Billigflieger Easyjet will eine österreichische Fluglizenz. Grund sind die Unsicherheiten rund um den Brexit.

Easyjet-Maschine (Archiv)
AP

Easyjet-Maschine (Archiv)


Die britische Billigfluglinie Easyjet baut wegen des britischen EU-Ausstiegs ein zweites Standbein in Österreich auf. Easyjet werde in Wien einen neuen Ableger stationieren, der eine österreichische Fluglizenz erhalten solle, teilte die Airline mit. Damit werde sichergestellt, dass man nach dem Brexit den Flugbetrieb innerhalb der EU fortführen könne.

Derzeit dürfen britische Airlines aufgrund von EU-Regeln unbegrenzt zwischen den Mitgliedsländern und auch innerhalb der Staaten fliegen. Mit dem für Frühjahr 2019 geplanten Ausstieg der Briten aus der Union fallen diese Rechte weg. Ersatzvereinbarungen wurden noch nicht geschlossen.

Wie viele der bislang rund 4000 Mitarbeiter künftig in Wien sitzen, ließ Easyjet noch offen. "Wir sind im Prozess, die Lizenz zu bekommen, wann genau ist nicht abschätzbar", sagte Thomas Haagensen, Regional-Manager für die Region Österreich, Deutschland und die Schweiz.

Für Österreich habe unter anderem die Flugsicherung gesprochen. "Die Austro Control verfolgt einen strikten Kurs bei der Umsetzung von Sicherheitsrichtlinien, der dem von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) vorgegebenen Weg hin zu mehr leistungsorientierter Sicherheit voll entspricht", so Haagensen. Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) zeigte sich über die Auswahl Wiens erfreut: "Das ist eine Auszeichnung für den Standort Österreich."

Jährlich fliegen 78 Millionen Passagiere mit der britischen Billigfluglinie. Rund die Hälfte der Passagiere stammt aus den EU-27 Mitgliedsstaaten ohne Großbritannien. Derzeit sind rund 100 Flugzeuge und 4000 Mitarbeiter in EU-27 Mitgliedsstaaten stationiert sowie etwa 25 Flugzeuge und 950 Mitarbeiter in der Schweiz und 140 Flugzeuge und 6000 Mitarbeiter in Großbritannien.

beb/dpa



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Seite 1
exkeks 14.07.2017
1. leistungsorientierte Sicherheit
Wieso nur hat man direkt den Eindruck, dass sich hinter der Phrase "leistungsorientierte Sicherheit" irgendwas Unsicheres verbirgt?
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