Wegen Brexit Europäische Arzneimittel-Agentur schließt Büros in London

Die Nationalflaggen wurden eingeholt, die Büros geräumt: Die Arzneimittel-Agentur EMA hat wegen des Brexits ihre Büros in London geschlossen. Jetzt geht es nach Amsterdam.

EMA-Büro in London
DPA

EMA-Büro in London


Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat kurz vor dem Brexit mit der Schließung ihrer Büros in London und der Übersiedlung nach Amsterdam begonnen. In einer Zeremonie holten die Angestellten die 28 Nationalflaggen, die die Lobby der Büros schmückten, ein und trugen sie auf ihren Händen.

Die EMA überprüft Arzneimittel in der gesamten EU. Ihr Umzug ist eine konkrete Folge des geplanten Austritts Großbritanniens aus der EU. Rund 900 Beschäftigte der EMA werden mit ihren Familien in die Niederlande ziehen. Im Finanzzentrum der Hauptstadt wird eine neue EMA-Zentrale gebaut, deren Fertigstellung im November geplant ist. Bis dahin arbeiten die EMA-Mitarbeiter übergangsweise in einem Gebäude im Westen der Stadt. "Das ist ein trauriger Tag für Großbritannienund ein großartiger Tag für die Niederlande", sagte Jeremy Farrar, Leiter der Wellcome Stiftung zu dem Umzug.

Wirtschaftsvertreter hatten sich bis zuletzt kritisch über den Wegzug der Behörde aus London geäußert, weil damit der Verlust hochqualifizierter Arbeitsplätze einhergeht. Außerdem verliere Großbritannien seine zentrale Stellung bei der Überwachung von Arzneimitteln.

hej



insgesamt 78 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kumi-ori 26.01.2019
1. Warum äußern sich...
...Wirtschaftsvertretr kritisch über den Wegzug der EMA? Das englische Volk hat entschieden und die EMA als europäische Behörde hat gar keine andere Möglichkeit. Die Stadt Bielefeld kann auch nicht ihre Berufsfeuerwehr in Münster stationieren. Außerdem wird das Vereinigte Königreich nicht umhin kommen, jetzt eine eigene Arzneimittelzulassungsbehörde aufzubauen, und da können alle die hochqualifizierten Arbeitsplätze wieder geschaffen werden.
Das dazu 26.01.2019
2. Ja so what?
Das ist doch eine völlig natürliche Folge des EU-Ausstiegs. Eine EU-Behörde kann doch nicht in einem Drittland beheimatet sein. Wer sich da aufregt oder wundert, dem ist nicht mehr zu helfen.
pr8kerl 26.01.2019
3. Den verbohrten Brexiteers ist das egal...
...und auch den einfachen Leuten auf dem Land, die sich abgehängt fühlen, wirds gleichgültig sein, ob alle EU-Behörden aus Großbritannien gehen. Hauptsache man muss sich nicht mehr von Brüssel gängeln lassen, denken sie. Wenn dann in einiger Zeit die Arbeitslosigkeit steigt und Importprodukte aus der EU teurer sind, werden die Dumpfbacken die Schuld nicht bei sich selbst sondern bei den anderen suchen. Aber die Deutschen sollten hübsch die Klappe halten. Sie haben sich von einfachen Parolen noch viel schlimmer verführen lassen.
LauraD 26.01.2019
4. Den britischen Einfluß
auf die Arzneikontrolle kann ich schwer beurteilen- den britischen Einfluß auf europäische Entscheidungsfindungen schon eher - wir leben in bösen Tagen. Wir werden uns die Briten noch ebenso zurückwünschen wie eine Angela Merkel, bei allen Schwächen. Und die Briten werden sich eine stabilisierende EU zurückwünschen. Vielleicht noch nicht, wenn die erste Schiffsladung Südfrüchte in Southampton oder Liverpool verdorben ist, weil der Zoll überlastet war. Aber spätestens, wenn die ersten Konflikte mit französischen oder norwegischen Fischern eskalieren. Oder mit internationalen Ölbohrgesellschaften und deren Seitwärtsbohrungen... Vom kaum zu kontrollierendem Drogenhandel u.ä. ganz zu schweigen, man erinnere sich nur an die Verhältnisse im irischen Dublin der 80er und 90er Jahre... Ohne Vernetzung ist man heute hilflos, selbst ein so relativ mächtiges Land wie Großbritannien. Etwas bleibt aber: Liebe Nationalisten, Populisten, AfD- / Front Nationale- u.ä. Wähler: Das ist das, was Ihr anstrebt. Mit Trump und seinem "America Great" will ich gar nicht erst anfangen - aber daß Russland Parteien wie die genannten kaum verhohlen fördert und finanziert, von technischen Angriffen, wie auch aus China ganz zu schweigen, hat ja seine (destabilisierenden) Gründe. Die zahlreichen Troll-Kommentare auch und gerade hier auf SPON sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Wie gesagt: Mit Eurem "Hauptsache anders, egal wie": So sieht es aus. Sad days, no doubt.
k70-ingo 26.01.2019
5. Es wird gleich wieder kommen,
das Gequake, daß niemand diese überflüssigen überbezahlten Eurokraten braucht, die nur die Mieten hochtreiben. Die Anti-EU-Trollfraktion übersieht dabei absichtsvoll die durchaus zahlreichen Menschen, die der Wegzug der angeblich nutzlosen EU-ler schmerzt, gar in Existenznöte treibt. Diejenigen, die den Eurokraten die Hemden gebügelt, die Kinder gehütet, die Zähne gerichtet, die Pakete geliefert, das Mittagessen zubereitet und das Feierabendbier gezapft haben. Diese Leute ziehen nämlich nicht mit um.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.