Brexit-Folgen Britische Autoproduktion bricht ein

Auf allen wichtigen Automärkten in Europa werden mehr Fahrzeuge verkauft - nur in Großbritannien nicht. Die britische Inlandsnachfrage ist 2017 um zehn Prozent eingebrochen.

Fahrzeuge vor dem Jaguar-Land-Rover-Werk Liverpool
REUTERS

Fahrzeuge vor dem Jaguar-Land-Rover-Werk Liverpool


Die Autoproduktion in Großbritannien ist angesichts der Unsicherheit über den bevorstehenden Brexit im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 wieder gesunken. Insgesamt seien 2017 in Großbritannien 1,67 Millionen Fahrzeuge gebaut worden. Das waren drei Prozent weniger als 2016, teilte der Autohersteller- und Händlerverband SMMT mit.

Vor allem der Rückgang der Inlandsnachfrage um zehn Prozent habe sich ausgewirkt. Die Investitionen in der Branche seien um ein Drittel auf 1,1 Milliarden Pfund (1,25 Milliarden Euro) gesunken. Die Unternehmen würden abwarten, wie sich die Verhandlungen Großbritanniens mit der EU über einen Austritt aus der Gemeinschaft entwickelten.

Großbritannien war im vergangenen Jahr der einzige wichtige Automarkt innerhalb der EU, der rückläufige Verkaufszahlen registrierte. Insgesamt waren die Neuzulassungen EU-weit 2017 um 3,4 Prozent gestiegen. In Deutschland lag das Plus bei 2,7 Prozent, in Frankreich waren es 4,7 Prozent. Spanien und Italien meldeten sogar einen Anstieg um fast 8 Prozent.

beb/Reuters



insgesamt 20 Beiträge
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observerlbg 31.01.2018
1. Und, unerwartet?
Im produzierenden Gewerbe gibt es einen starken Umsatzgefährder: Unsicherheit. Der typische britische Autokäufer tätigt eine größere Investition, wenn er ein Auto kauft. Das muss reichlich überlegt werden. Und da die Mehrheit der Briten nicht so blauäugig wie einige Unterhausmitglieder ist, warten sie einstweilen ab, wie sich die Lage entwickelt. Macron hat seinen französischen Landsleuten Zuversicht vermittelt, also wird dort fleißig konsumiert.
j.e.r. 31.01.2018
2. Nun ja, was sind schon 3 Prozent weniger produzierte Autos
und dass weniger Autos verkauft wurden ist meines Erachtens eher als Fortschritt zu betrachten. Bedingung Ausbau von Alternativen wie öffentlicher Verkehr, car sharing.
Kudi 31.01.2018
3. Schon wieder ein Brexit-Heuler aus der SPON-Redaktion
Der Absatzrückgang in GB hat mit Brexit überhaupt nichts zu tun. Die letzten fünf Jahre waren alles Rekordjahre beim PKW-Absatz. Nun sind jedoch die steuerlichen Vergünstigungen bei Geschäftswagen nach unten und die jährlichen KFZ-Steuern (v.a. bei Motoren mit größeren Schadstoffausstoss) nach oben korrigiert worden, was sich auf die Zulassungszahlen auswirkt.
w.diverso 31.01.2018
4. Nun ja, was sind schon 3 Prozent weniger produzierte Autos
Zitat von j.e.r.und dass weniger Autos verkauft wurden ist meines Erachtens eher als Fortschritt zu betrachten. Bedingung Ausbau von Alternativen wie öffentlicher Verkehr, car sharing.
Wo doch der öffentliche Verkehr in GB so wunderbar ist und gar nicht durch die ganzen Privatisierungen gelitten hat. Und dann kommt noch dazu, dass die Steuereinnahmen in GB auch nicht unbedingt sprudeln werden. Aber vielleicht hat Boris Johnson und Nigel Farage dafür einen guten Lösungsansatz. Die Briten würden es ihnen danken, wenn nicht nur Unwahrheiten sondern mal echt was konstruktives von ihnen kommen würden.
pavel1100 31.01.2018
5. Am Brexit kann es nicht liegen
Selbst wenn im Königreich demnächst eine Hungersnot ausbricht. Die Brexiteers würden noch was positives darin erkennen, weil die durch Übergewicht bedingten Krankheiten zurückgingen. Aber Optimismus ist immer gut.
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