Ohne Brexit-Deal Britische Führerscheine könnten in der EU ungültig werden

Die britische Regierung hat einen Katalog mit Warnungen vorgelegt, falls es keine Brexit-Vereinbarung mit der EU gibt. Die Folgen könnten so schlimm sein wie bei der Finanzkrise, warnt der Zentralbankchef.

Union Jack und EU-Flagge
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Die britische Regierung hat einen Hinweiskatalog für Bürger und Unternehmen vorgelegt, sollten die Verhandlungen mit der EU über einen Austritt aus der Staatengemeinschaft scheitern. Der britische Brexit-Minister Dominic Raab sagte, das Papier sei Teil der Vorbereitungen, sollte es nicht zu einer Brexit-Vereinbarung kommen. Zugleich sagte er, dass der wahrscheinlichste Ausgang der Gespräche nach wie vor sei, dass sich beide Seiten auf ein Abkommen einigten.

In EU-Diplomaten-Kreisen hieß es, kommende Woche solle auf Spitzenebene der Europäischen Union diskutiert werden, ob man im November einen Brexit-Sondergipfel ansetze.

In dem Papier der Regierung in London wird unter anderem die besonders umstrittene Frage des künftigen Grenzverkehrs zwischen dem zum Königreich gehörenden Nordirland und dem EU-Mitglied Irland aufgegriffen. Demnach sollen irische Staatsbürger im Falle eines "No-Deal" wie bisher nach Großbritannien einreisen und auch dort bleiben dürfen. Routine-Grenzkontrollen bei Reisen zwischen den beiden Nachbarn soll es nicht geben.

Auch alltagsrelevante Themen werden in dem Papier erläutert: So sollen die Führerscheine von EU-Bürgern weiterhin in Großbritannien gültig sein. Umgekehrt müssten sich Briten aber voraussichtlich eine internationale Fahrerlaubnis für die EU beschaffen, warnen britische Behörden. Auch müssten die Briten damit rechnen, dass der Einsatz ihres Handys in EU-Ländern teurer werde, weil für sie Roaming-Gebühren anfallen dürften.

Mit Blick auf den Datenschutz werden britische Unternehmen darauf hingewiesen, dass sie wohl Vorkehrungen treffen müssten, falls sie weiterhin die Daten ihrer Kunden in der EU verwenden wollen. An der Weiterentwicklung des Satelliten-Navigationssystems Galileo will sich die britische Regierung nicht mehr beteiligen. Großbritannien tritt am 29. März 2019 aus der EU aus.

Zentralbankchef: No-Deal so katastrophal wie Finanzkrise

Der britische Zentralbankchef Mark Carney hat Medienberichten zufolge vor schwerwiegenden Folgen eines EU-Austritts ohne ein Abkommen gewarnt. Bei einem Treffen mit Ministern am Donnerstag habe er erklärt, die Auswirkungen eines "No-Deal"-Brexits könnten so katastrophal wie die Finanzkrise 2008 sein, berichtete "The Guardian". Der "Times" zufolge sagte er zudem einen Einbruch der britischen Häuserpreise um 35 Prozent voraus, sollte es mit der EU keine Übereinkunft geben. Die britische Notenbank (BOE) lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab.

Euro-Gruppen-Chef Mario Centeno warnte unterdessen in London ebenfalls vor einem Austritt ohne Einigung. Die Gefahr für die Wirtschaft und insbesondere für den Finanzsektor sei groß, sagte er auf einer Veranstaltung der London School of Economics. "Wir müssen uns alle am Tisch versammeln, besonders Großbritannien, um sehr deutlich zu machen, welche Risiken unseren Volkswirtschaften drohen", sagte Centeno.

lie/cop/Reuters



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nisse1970 13.09.2018
1.
Es ist ja nett, das GB auf Grenzkontrollen verzichtet-nur wird das die EU ganz bestimmt nicht tun. Ferner zeigt es, wie unvorbereitet GB für einen harten Brexit ist. Ich gehe mal davon aus, das denen für Kontrollen eh das Personal fehlt. Sei’s drum. Die EU darf und kann keine Wischiwaschi -Lösung für die irisch-nordirische Grenze akzeptieren. Sie würde EU Aussengrenze.Punkt. Waren und Personenverkehr müssen dann kontrolliert werden. Wenn nicht wäre es so, als ob ich beispielsweise visapflichtige Ausländer oder einzuführende Waren grundsätzlich kontrolliert werden, aber nur an bestimmten Flughäfen,Grenzübergängen oder Häfen. Unwahrscheinlich.
pragmat 13.09.2018
2. Überraschung
Na, das ist aber eine Überraschung, dass das UK keine Grenze auf der irischen Insel hochzieht! Wer hätte das gedacht in Brüssel? Dann muss die EU eben selber die Verantwortung übernehmen und die Iren spalten. Die werden es zu danken wissen, falls es so kommt.
rhywden 13.09.2018
3. @2 Äh, nein.
Ich bin mir nicht ganz sicher, wer der UK diesen Floh ins Ohr gesetzt hat aber irgendwer hat da nicht für fünf Meter Feldweg nachgedacht. Wurde ja immer ganz groß rausposaunt, dass die nach WTO-Regeln handeln wollen, im Falle von No-Deal. Nur dass die WTO-Regeln zwingend (in Abwesenheit anderer Abkommen) eine Gleichbehandlung aller Länder vorsehen - sprich: Wenn die UK die Grenzen für Irland offen lässt, müssen sie auch die Grenzen für alle anderen offen lassen... Jaaaaa. "Take back control" vom Feinsten.
Sixpack, Joe 13.09.2018
4. In de EU?
Zieh mal um innerhalb der EU und versuche dann im neuen Land mal den Füherschein zu verlängern. In D geht es dann zuerst mal zum BKA!
tmhamacher1 13.09.2018
5. Alles Schwachsinn!
Die Briten haben keinerlei ernsthafte Vorbereitungen für einen harten Brexit getroffen. Wenn sie wirklich so austreten würden, dann würden die verantwortlichen Politiker eine Woche später gelyncht. Sie werden umfallen, dass ist so sicher wie das Amen in der Kirche! Es gibt keine Alternative zur Mitgliedschaft in der Zollunion, doch wie sage ich es meinen schwachsinnigen Wählern?
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