Wirtschaft

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Schokoladenhersteller

Cadbury hortet Zutaten wegen Brexit

Verlässt Großbritannien die EU ohne Deal? Der Schokoladenhersteller Cadbury legt für diesen Fall bereits Vorräte an. Der Autohersteller Jaguar Land Rover warnt vor Jobverlusten und der "schlimmsten aller Zeiten".

Getty Images

Schokoloadenriegel von Cadbury (Archivbild)

Dienstag, 11.09.2018   19:35 Uhr

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Der britische Schokoladenhersteller Cadbury hortet Zutaten für den Fall, dass es zu einem sogenannten harten Brexit ohne ein Handelsabkommen kommen sollte. Großbritannien sei "nicht autark in Bezug auf Lebensmittelzutaten", zitierte die "Times" den Chef des Mutterkonzerns Mondelez International, Hubert Weber. Die Vorräte seien Teil eines Notfallplans.

Bislang führt Großbritannien rund die Hälfte der konsumierten Lebensmittel aus dem Ausland ein. Weil das britische Pfund seit dem EU-Referendum zeitweise stark an Wert verloren hat, verteuerten sich viele Produkte bereits erheblich. Das bekommen insbesondere ärmere Briten zu spüren.

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Auch eine andere Branche warnte am Dienstag erneut vor den Folgen gescheiterter Brexit-Verhandlungen: In diesem Falls stünden "Zehntausende Jobs" auf dem Spiel, sagte Ralf Speth, Chef des Autoherstellers Jaguar Land Rover. Für Großbritannien könne ein harter Brexit zur "schlimmsten aller Zeiten" (worst of times) führen. Die drohenden Kosten für den Konzern lägen bei gut 1,2 Milliarden Pfund pro Jahr.

"Ich denke es ist möglich"

"Es ist grauenerregend, löscht unsere Gewinne aus, zerstört Investitionen in Null-Emissions-Technologien, die wir teilen wollen", so Speth bei einer Konferenz in Birmingham. Derzeit wisse man nicht einmal, ob zum Austrittsdatum am 30. März 2019 irgendeines der Werke in Großbritannien arbeiten könne.

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Ein Scheitern der Brexit-Verhandlungen wird auf beiden Seiten nicht ausgeschlossen. Der britische Schatzkanzler Philip Hammond zeigte sich bei einem Auftritt im Oberhaus aber optimistisch. Er sei sich mit dem EU-Chefunterhändler Michel Barnier einig, dass eine Einigung innerhalb von sechs bis acht Wochen möglich ist: "Ich denke es ist möglich."

Für den Fall eines Austritt ohne Einigung seien "einige Turbulenzen" zu erwarten, so Hammond weiter. Er begrüßte ausdrücklich, dass sich Notenbankchef Mark Carney angesichts der schwierigen Lage entschieden habe, gut ein halbes Jahr länger im Amt zu bleiben als ursprünglich geplant. Carney soll nun bis Januar 2020 Chef der Bank of England bleiben, bisher stand sein Ausscheiden im Juni 2019 an. Über eine Verlängerung war schon länger spekuliert worden.

dab/Reuters/AP/dpa

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