Schokoladenhersteller Cadbury hortet Zutaten wegen Brexit

Verlässt Großbritannien die EU ohne Deal? Der Schokoladenhersteller Cadbury legt für diesen Fall bereits Vorräte an. Der Autohersteller Jaguar Land Rover warnt vor Jobverlusten und der "schlimmsten aller Zeiten".

Schokoloadenriegel von Cadbury (Archivbild)
Getty Images

Schokoloadenriegel von Cadbury (Archivbild)


Der britische Schokoladenhersteller Cadbury hortet Zutaten für den Fall, dass es zu einem sogenannten harten Brexit ohne ein Handelsabkommen kommen sollte. Großbritannien sei "nicht autark in Bezug auf Lebensmittelzutaten", zitierte die "Times" den Chef des Mutterkonzerns Mondelez International, Hubert Weber. Die Vorräte seien Teil eines Notfallplans.

Bislang führt Großbritannien rund die Hälfte der konsumierten Lebensmittel aus dem Ausland ein. Weil das britische Pfund seit dem EU-Referendum zeitweise stark an Wert verloren hat, verteuerten sich viele Produkte bereits erheblich. Das bekommen insbesondere ärmere Briten zu spüren.

Auch eine andere Branche warnte am Dienstag erneut vor den Folgen gescheiterter Brexit-Verhandlungen: In diesem Falls stünden "Zehntausende Jobs" auf dem Spiel, sagte Ralf Speth, Chef des Autoherstellers Jaguar Land Rover. Für Großbritannien könne ein harter Brexit zur "schlimmsten aller Zeiten" (worst of times) führen. Die drohenden Kosten für den Konzern lägen bei gut 1,2 Milliarden Pfund pro Jahr.

"Ich denke es ist möglich"

"Es ist grauenerregend, löscht unsere Gewinne aus, zerstört Investitionen in Null-Emissions-Technologien, die wir teilen wollen", so Speth bei einer Konferenz in Birmingham. Derzeit wisse man nicht einmal, ob zum Austrittsdatum am 30. März 2019 irgendeines der Werke in Großbritannien arbeiten könne.

Ein Scheitern der Brexit-Verhandlungen wird auf beiden Seiten nicht ausgeschlossen. Der britische Schatzkanzler Philip Hammond zeigte sich bei einem Auftritt im Oberhaus aber optimistisch. Er sei sich mit dem EU-Chefunterhändler Michel Barnier einig, dass eine Einigung innerhalb von sechs bis acht Wochen möglich ist: "Ich denke es ist möglich."

Für den Fall eines Austritt ohne Einigung seien "einige Turbulenzen" zu erwarten, so Hammond weiter. Er begrüßte ausdrücklich, dass sich Notenbankchef Mark Carney angesichts der schwierigen Lage entschieden habe, gut ein halbes Jahr länger im Amt zu bleiben als ursprünglich geplant. Carney soll nun bis Januar 2020 Chef der Bank of England bleiben, bisher stand sein Ausscheiden im Juni 2019 an. Über eine Verlängerung war schon länger spekuliert worden.

dab/Reuters/AP/dpa

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Allein-Unter-Welpen 11.09.2018
1. Lizenzeinnahmen oder Verkaeufe in die EU
von Null-Emissions-Technologie sind dann weniger wert? Genau das Gegenteil ist der Fall - es sei denn das Britische Pfund wuerde gegenueber dem Euro an Wert gewinnen. Vielleicht wird genau das passieren, denn es weis ja auch keiner wie es mit der EU weitergeht...
Liberalitärer 11.09.2018
2. Schwierige Sache
Ein Deal ist in der Tat sehr fraglich. Sollte es Herrn Barnier - trotz der widrigen Umstände gelingen, einen Deal auszuhandeln, so dürfte er quasi ob seines Verhandlungsgeschicks quasi gesetzt sein, die Nachfolge Herrn Junckers anzutreten. Es wäre sicher auch keine schlechte Nachfolge. Er ist einer der wenigen EU Bürokraten mit echten Erfolgen für die Menschen.
tiger-li 11.09.2018
3. Logistik Problem
Bei einem Harten Brexir muss künftig jeder LKW der durch den Tunnel rollt zum Zoll. Die Briten hätten schon längst tausende von Zöllnern einstellen und Anlernen müssen! Ganz ehrlich ohne Deal mit der EU bricht im April am Tunnel das Chaos aus. Da macht Nahrung horten durchaus Sinn....
at.engel 11.09.2018
4.
Der ganze Brexit - bzw. allein wie er zustande gekommen ist - ist ja so absurd, dass Cameron einfach eine Statue verdient hat: Das ist einfach eine einzigartige Leistung... bisher jedenfalls. Witziger ist vielleicht nur die Vorstellung, dass jetzt Cadbury Zutaten hortet... Für die nächsten zehn, zwanzig Jahre...? für ein paar Monate zu horten ist doch einfach witzlos! Gerade bei Produkten, wo die Zutaten eh nur ein paar Prozent der Unkosten ausmachen. In so einem Dairy Milk Riegel sind gerade mal vielleicht 20% Schokolade, der Rest ist eh nichts wert. Und das Ganze wird anscheinend in den USA hergestellt...! Da erhöht man einfach die Preise und reduziert die Menge - so wie das Coca Cola so schön vormacht... und man kann sich das ganze Horten sparen.
quark2@mailinator.com 11.09.2018
5.
Naja, natürlich machen sich alle Bereiche bemerkbar, auf denen UK nicht autark ist, aber was genau die Folgen sein werden ... Rover mag weniger Autos ins Ausland verkaufen, aber da sich mancher Brite dann statt eines deutschen Autos lieber eines aus UK-Produktion kaufen wollen wird ... wird man einen Weg finden, dort auch zu produzieren. Auf längere Sicht ... Rohstoffe können sie weiter einkaufen, gebildete Leute haben sie, ... sie werden überleben. Was wegfällt ist die Globalisierung. Hat die den Westen glücklich gemacht ?
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