Brexit Tweet von Goldman-Sachs-Chef sorgt für Aufregung

Der Chef der US-Großbank Goldman Sachs verschickt einen launigen Tweet aus Frankfurt. Damit löst Lloyd Blankfein in Großbritannien Spekulationen aus.

Frankfurter Skyline
DPA

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Ein Tweet von Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein hat Spekulationen angeheizt, dass die US-Großbank ihren europäischen Unternehmenssitz von London nach Frankfurt verlegen könnte.

"Habe gerade Frankfurt verlassen. Tolle Treffen, tolles Wetter, habe es wirklich genossen. Gut, weil ich sehr viel mehr Zeit dort verbringen werde", schrieb Blankfein unter dem Hashtag "Brexit".

In Großbritannien sorgte die Äußerung für Aufregung. Der Sprecher von Premierministerin Theresa May sagte: "Wir werden nicht jedes einzelne Statement kommentieren, aber eines ist klar: London ist und bleibt das führende Finanzzentrum der Welt."

Aus Kreisen der Bank in den USA hieß es umgehend, der Tweet heiße nicht, dass Goldman Sachs seinen Europasitz nach Frankfurt verlagern werde. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen.

Goldman Sachs beschäftigt 6000 Menschen in Großbritannien. Bereits im März hatte die US-Bank angekündigt, Stellen von London nach Frankfurt und in andere europäische Städte zu verlagern.

Im Moment arbeiten für das Unternehmen in Frankfurt 200 Banker. "Wir haben bereits mehrmals gesagt, dass wir unsere Belegschaft in Frankfurt verdoppeln wollen, nun gibt es mehrere Szenarien, die dafür sprechen, die Anzahl zu verdrei- oder zu vervierfachen", hatte der Vize-Deutschlandchef Wolfgang Fink Anfang September auf einer Konferenz gesagt.

Frankfurt gesucht

Wegen des britischen EU-Austritts sucht eine Reihe von Finanzinstituten nach alternativen Standorten, um weiter problemlos Geschäfte in der Europäischen Union abwickeln zu können.

Frankfurt liegt dabei gut im Rennen: Die US-Großbank Citigroup etwa plant, die Zentrale für ihren Wertpapierhandel in der EU dorthin zu verlegen. Auch das japanische Geldinstitut Nomura will seinen neuen EU-Sitz nach Frankfurt am Main verlegen.

Goldman Sachs zieht in den kommenden Jahren innerhalb Frankfurts vom Messeturm, wo die Bank bisher rund 200 Angestellte beschäftigt, in den neuen Marienturm, der 2019 bezugsfertig sein soll. In den oberen Stockwerken des 155 Meter hohen Turms mietet Goldman Sachs laut einem Insider rund 10.000 Quadratmeter Bürofläche. Dort würden rund 700 Banker Platz finden.

brt/AFP/Reuters

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