Brexit "Wir brauchen Briefmarken für dieses fröhliche Ereignis"

Die britische Wirtschaft taumelt, und das Schlimmste steht ihr wohl noch bevor. Brexit-Fans geben sich trotzdem optimistisch: Außenminister Johnson spricht sich für eine sehr spezielle Idee aus.

Boris Johnson
AFP

Boris Johnson


Für Boris Johnson ist der geplante Austritt seines Landes aus der Europäischen Union ein Grund zum Feiern. Und so wie es zu bedeutenden historischen Ereignissen - und inzwischen auch zu Filmen wie Harry Potter oder Game of Thrones - Sondermarken der Royal Mail gibt, wünscht sich der britische Außenminister auch eine eigene Brexit-Briefmarke.

"Wir brauchen Briefmarken für dieses fröhliche, bedeutsame Ereignis", sagte Johnson dem britischen "Guardian" und der Boulevardzeitung "The Sun" zufolge - wobei Letztere eine eigene Kampagne für solch eine Sondermarke betreibt.

Zur anstehenden Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle am 19. Mai seien schließlich auch Briefmarken geplant, sagte Johnson. "Wir haben Briefmarken, die an nationale Ereignisse erinnern." Und der EU-Austritt sei das "größte in Jahrzehnten".

Die Royal Mail hat dieses Ansinnen jedoch längst abgelehnt - und wurde dafür scharf kritisiert. Die zuständige Staatssekretärin für das Postwesen, Margot James, will an dieser Entscheidung auch nicht rütteln.

Der EU-Austritt sei eine umstrittene Angelegenheit, sagte sie. Das sei beim Beitritt zu den Europäischen Gemeinschaften im Jahr 1973 anders gewesen.

Damals hatte es eine Briefmarke gegeben.

apr/dpa



insgesamt 27 Beiträge
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Taktische Gnade 05.01.2018
1. Sondermarke
Wie wäre es mit einer Sondermarke „Die schönsten Versprechungen der Brexit-Befürworter, die tatsächlich wahr geworden sind“? Die Fläche einer Briefmarke dürfte ausreichen, um dem „Segen“ des EU-Austritts für Großbritannien gut lesbar Ausdruck zu verleihen. Und Platz für Boris Johnsons Konterfei wäre ja auch noch, dann wäre er auch zufrieden.
at.engel 05.01.2018
2.
Brexit-Fans...?!? man kann ja Johnson vieles vorwerfen, aber nicht, dass er politische so etwas wie Überzeugungen hat. Ich würde Johnson nicht zu den Brexit-Fans zählen. Johnson ist einfach Zocker... der spielt, und spielt hoch, weil er im Grunde nichts zu verlieren hat. Genauso wie Cameron oder May gespielt ... und verloren haben. Aber was soll's... Ihnen geht es gut - genauso wie es Blair auch bestens geht. Gut 100 Millionen Euro soll er auf seinen Konten inzwischen haben. Das sollen letztens allein 12 Millionen gewesen sein, weil er einfach wieder mal politische Missionen und persönliche Interessen durcheinander gebracht haben soll. Was interessieren solche Leute GB oder Brexit?!? Und Johnson... ?!!
HaPeGe 05.01.2018
3. Eine sehr spezielle Idee ...
Von einem sehr speziellen Menschen; ... der eigentlich nur um sich selbst dreht, sonst könnte er nicht solche Äußerungen von sich geben. Den die Bevölkerung und das was auf sie zukommt durch den Brexit gar nicht oder höchstens marginal interessiert. Aber eines ist sicher: Das Erwachen wird kommen, ... nach dem Brexit.
quark2@mailinator.com 05.01.2018
4.
Right or wrong - their country ! Sollte UK die Sache durchziehen, dann sollten sie es auch erhobenen Kopfes tun. Die ewige Mismutigkeit allerseits ist so schon schwer zu ertragen. Sie wollen raus und ihr Schicksal selbst bestimmen - wohlan, es ging die letzten 2000 Jahre ja nun auch, oder ? Schon mal überlegt, was die Kanadier so denken, wenn sie nach Süden sehen ? Könnte es sein, daß mancher dort denkt "Hey, cool, daß wir unser eigenes Land haben und nicht auch von Washington aus regiert werden !" ? Ich wette, die Schweizer wären auch super scharf drauf, ihre echte Regierung alle 14 Tage von Brüssel nach Strasburg und zurück fahren zu haben ... is ganz schrecklich für alle Länder außerhalb der EU ...
womo88 05.01.2018
5. Wohlfahrtsmarke
Johnson hat Recht. Die britische Post sollte eine Wohlfahrtsmarke auflegen, so wie es sie bei uns mal gab oder noch gibt: 50 + 25 Pence. Man hat also dann eine 50er Marke vom Wert her, zahlt aber 75 Pence. Die 25 Pence Differenz reduzieren dann die wirtschaftlichen Schäden bzw. Einkommensverluste der englischen Bürger nach dem Brexit. Gute Idee, Johnson!
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