Standardbrief Bundesnetzagentur offen für größere Portoerhöhung

Auf Verbraucher könnte ein deutlich höheres Porto für den 70-Cent-Standardbrief zukommen. Die Bundesnetzagentur erwägt eine Erhöhung in einem größeren Schritt zu genehmigen. Erwartet wird ein Plus von 10 Cent.

Mitarbeiter im Brieflogistikzentrum bei Bonn
DPA

Mitarbeiter im Brieflogistikzentrum bei Bonn


Die Bundesnetzagentur steht einer Erhöhung des Briefportos in einem größeren, für mehrere Jahre gültigen Schritt offen gegenüber. "Wir erwägen, das in ähnlicher Weise wieder zu tun", sagte ein Sprecher der Bonner Regulierungsbehörde. Die Agentur hatte zuletzt vom Jahr 2016 an höhere Briefpreise für einen Zeitraum von drei Jahren gebilligt. Sie wollte damit im Sinne der Verbraucher verhindern, dass die Post in vielen kleinen Schritten höhere Preise einführt.

Anfang 2019 will die Deutsche Post nun wieder die Preise erhöhen. Post-Chef Frank Appel hatte erst am Dienstag gesagt, ein neues Briefporto solle für einen längeren Zeitraum als nur ein Jahr gelten.

Erhöhung auf 80 Cent erwartet

Die Post hatte das Porto für das Massenprodukt Standardbrief zuletzt Anfang 2016 für drei Jahre von 62 auf 70 Cent erhöht - damals die größte Steigerung seit 1989. Aktuell wird eine Erhöhung auf bis zu 80 Cent erwartet. Den Rahmen für teurere Briefe muss aber die Bundesnetzagentur abstecken. Die Regulierungsbehörde berücksichtigt dabei auch Inflation und Personalkosten - sie dürfte dem Bonner Konzern also Spielraum für ein höheres Porto einräumen.

Eine Entscheidung über den Preisrahmen wird im Herbst erwartet. Die Post kann dann innerhalb dieser Vorgabe Preiserhöhungen für die Briefpreise vorschlagen, die Bundesnetzagentur entscheidet danach endgültig. Die neuen Preise für die Verbraucher würden ab dem kommenden Jahr gelten.

Die Post will aber nicht nur beim Standardbrief mehr verlangen. Auch Pakete sollen teurer werden - dies betrifft auch große Unternehmen wie Onlinehändler, deren Lieferungen die Post zustellt. Seit Anfang Juli müssen Verbraucher zudem mehr für Bücher- und Warensendungen zahlen.

Der Post-Chef zieht damit Konsequenzen aus einem Gewinnrückgang in der Brief- und Paketsparte. Der operative Ertrag war hier im zweiten Quartal um 60 Prozent eingebrochen.

cop/Reuters



insgesamt 41 Beiträge
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GoaSkin 08.08.2018
1. zu wenig
Ein Brief sollte fairerweise 2 Euro kosten - und was "an alle Haushalte" adressiert ist mindestens 5.
aberhalloja 08.08.2018
2. Am besten
...nimmt die Post gleich einen ganzen Euro und stellt sich damit dann einem freien Wettbeweb. Ich habe in den letzten 12 Monaten sicher nicht mehr als 3 Briefe versendet und wüsste bei den ständigen Portoerhöhungen auch nicht warum ich auch nur einen Brief mehr versenden sollte. Dieses Medium ist Tod und wird ausschliesslich durch behördlich vorgeschriebene Vorgänge aufrecht erhalten.
eulenspiegel2k17 08.08.2018
3. Richtig!
Das Porto für Post- und vor allem Paketmarken steht schon seit Jahren in keinem Verhältnis mehr zu den Transportkosten. Wer sich die abgehetzten Zusteller betrachtet, weiß, wovon ich rede.
globaluser 08.08.2018
4. Nehmt 5€ pro Standardbrief, mal sehen, was aus dem operativen Ertrag
wird. Bei gefragten und knappen Gütern, kann man die Preise ja erhöhen. Bei einem Standardbrief, wird das schon schwieriger. Viele Leute schreiben doch eh kaum noch physische Briefe, das meiste sind Rechnungen und auch die kann man elektronisch bekommen. Bleiben Sondermodelle, wie Einschreiben, mit oder ohne Rückschein, Gerichtszustellungen, etc. Aber ein Standardbrief ist nun wirklich ein dead horse. Ob diese Erhöhung noch eine Gewinnmitnahme ermöglicht, wird man dann ja sehen.
Lopid 08.08.2018
5.
Wenn die Post das Porto erhöht, besiegelt sie halt stückweise ihr Ende. Je teurer es wird, desto eher werden Firmen massenhaft darauf verzichten und für den Rest die Konkurrenz aufsuchen.
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