Insolvenz Monarch Airlines stoppt Flugbetrieb

Die britische Billigfluglinie Monarch hat überraschend ihren Betrieb eingestellt. Die Folge: Die Flugbehörde muss die größte Rückholaktion von Passagieren seit Jahrzehnten in Angriff nehmen.

Jet der Monarch Airlines
REUTERS

Jet der Monarch Airlines


Die britische Fluggesellschaft Monarch Airlines hat am Montagmorgen überraschend ihren gesamten Flugbetrieb eingestellt. Sämtliche Flüge wurden abgesagt, wie die britische Flugbehörde CAA mitteilte. Die britische Regierung bat die Flugbehörde, andere Flüge für rund 110.000 Passagiere von Monarch im Ausland zu organisieren. Dies sei eine "beispiellose Situation".

Monarch musste laut britischer Regierung Insolvenz anmelden. Die Regierung sprach von der größten Rückholaktion in Friedenszeiten. Verkehrsminister Chris Grayling sagte laut Mitteilung, dies sei eine sehr beunruhigende Situation für die betroffenen britischen Urlauber. Seine erste Priorität sei es, die Passagiere nach Hause zu holen. Niemand solle aber die Größe der Herausforderung unterschätzen.

Britischen Medienberichten zufolge wurden weitere rund 300.000 Buchungen storniert. Monarch-Kunden mit einem Ticket wurden aufgefordert, nicht zum Flughafen zu fahren. Der Urlaubsflieger Monarch gilt als fünftgrößte britische Fluggesellschaft. Die Airline selbst äußerte bislang nicht zu den Flugausfällen.

Der britische Verkehrsminister Chris Grayling sprach von einer beunruhigenden Lage für die betroffenen Urlauber. Er wolle die Menschen nach Hause holen lassen. "Niemand sollte die Größe der Herausforderung unterschätzen. Daher bitte ich die Passagiere, geduldig zu sein", sagte Grayling laut einer Mitteilung.

Der Unternehmensberatung KPMG zufolge sind drei ihrer Mitarbeiter als Insolvenzverwalter bestellt worden. Kostendruck und der zunehmende Wettbewerb auf dem europäischen Markt hätten zu der Insolvenz beigetragen, ließ Insolvenzverwalter Blair Nimmo mitteilen.

"Das Scheitern der dritten Airline in diesem Jahr in Europa - nach Alitalia und Air Berlin - ist ein Symptom von Überkapazität und viel zu aggressiver Preispolitik", sagte der Analyst Neil Wilson vom Handelshaus ETX Capital.

mik/apr/dpa



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