Britische Boni-Strafsteuer Barclays will Kosten auf Mitarbeiter abwälzen

Eine Boni-Strafsteuer für Geldhäuser sorgt in Londons Finanzwelt für Ärger - doch die Investmentbank Barclays will sie durch einen Kniff umgehen: Sie erwägt, die Last auf ihre Mitarbeiter umzulegen.


London - Barclays will die Britische Boni-Steuer offenbar durch einen Trick umgehen: Die Investmentbank wolle ihre eigenen Mitarbeiter an den Kosten beteiligen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Freitag. So solle verhindert werden, dass die Angestellten in der britischen Hauptstadt benachteiligt werden.

Das Institut schlägt damit denselben Weg ein wie mehrere Konkurrenten, darunter auch die in London stark vertretene Deutsche Bank. Barclays will am Dienstag bei der Vorlage ihrer Geschäftszahlen über die Höhe von Prämien und Änderungen der Gehaltsstruktur informieren. Die Bank lehnte ein Stellungnahme ab.

Die Verknüpfung hoher Boni mit kurzfristigen Gewinnzielen gilt als eine Ursache der Krise. Die Labour-Regierung hatte eine Steuer von 50 Prozent auf alle Boni in der Finanzbranche über 25.000 Pfund, umgerechnet rund 28.000 Euro, eingeführt. Damit sollen die Banker stärker an den Kosten der Finanzkrise beteiligt werden. Die Strafsteuer ist zunächst bis April begrenzt. Laut Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters wird die Regierung durch eine neu eingeführte Strafsteuer mehrere Milliarden Euro einnehmen.

In Londons Finanzbranche gab es wegen der Boni-Strafsteuer im Dezember massiven Ärger. Zeitungsberichten zufolge drohte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon dem englischen Schatzminister Alistar Darling sogar am Telefon: Einem Insider zufolge soll er auf JP Morgans Plan hingewiesen haben, in Londons Stadtteil Canary Wharf eine neue Firmenzentrale zu bauen. Wert des Prestigeprojekts: 1,5 Milliarden Pfund. Der Bau der Firmenzentrale sei ein Beweis für JP Morgans Engagement in London, soll Dimon gesagt haben.

Die "Financial Times" interpretierte Dimons Aussagen als implizite Drohung, das Projekt platzen zu lassen. Der Bankchef habe zudem betont, dass JP Morgan in England bereits Steuern zahle und von der englischen Regierung kein Geld erhalten habe, um sich zu sanieren. Ein JP-Morgan-Sprecher bestätigte das Telefonat, betonte aber, Dimon habe Darling nicht gedroht.

Andere Banker machten ihrem Unmut lautstark in den Medien Luft. Finanztalente drohen mit dem Exodus aus Englands Hauptstadt. In den vergangenen zwölf Monaten seien bereits 500 Finanzmanager auf die britischen Kanalinseln geflohen, berichtete etwa der "Daily Telegraph".

ssu/Reuters



insgesamt 1528 Beiträge
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saul7 16.11.2009
1. Nein,
Zitat von sysopEin Jahr nach dem Beinahe-Kollaps der Finanzbranche fassen die Banker wieder Mut: Bei einem Gipfeltreffen in Frankfurt debattierten Ackermann und Co. die Lehren aus der Krise - und mokierten sich vor allem über die Regulierungswut der Regierungen. Haben die Banken Ihrer Meinung nach eigentlich etwas aus der Krise gelernt? Diskutieren Sie mit!
die Banken haben nichts aus der Krise gelernt, weil die Politik ihnen nicht längst überfällige Regularien verpasst hat. Die Zockerei darf also weitergehen. Auf eine Entschuldigung der Banken darf noch gewartet werden!!
hajott59, 16.11.2009
2. warum auch?
Nein, die haben nichts gelernt. Warum sollten sie auch? Wenn es eng wird, kommt das große Füllhorn über sie und gut ist!
yato, 16.11.2009
3. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
4. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
5. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
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