Zinsmanipulationen: Britische Großbank zahlt 615 Millionen Dollar Strafe

Hundertfach sollen Mitarbeiter der Bank internationale Zinssätze manipuliert haben. Die Royal Bank of Scotland zahlt dafür laut eigenen Angaben insgesamt 615 Millionen Dollar Strafe. Das Geldhaus hofft auf ein Ende der Ermittlungen.

London - Die Royal Bank of Scotland muss wegen jahrelanger Manipulationen des Interbanken-Zinssatzes Libor 615 Millionen Dollar Buße zahlen. Das britische Geldhaus teilte mit, der Chef der Handelssparte, John Hourican, übernehme die Verantwortung für die Fehler und werde die RBS verlassen.

Zwei Londoner Händler hätten bei den Manipulationen mit anderen Banken und Handelsfirmen zusammengewirkt. Insgesamt hätten 21 Mitarbeiter sich falsch verhalten. Die Verantwortlichen hätten die Bank verlassen. Die Untersuchungen hätten aber ergeben, dass der Bank selbst kein bewusstes Fehlverhalten vorzuwerfen sei. Die RBS werde rund 300 Millionen Pfund für die Zahlung der Strafen verwenden, die eigentlich als Boni für die Handelssparte vorgesehen waren.

Die Bank ist nach Barclays und der UBS das dritte Institut, das die Vorwürfe gegen hohe Geldbußen beilegt. Man habe die Summe gezahlt, "um den Ermittlungen ein Ende zu setzen", teilte die RBS mit.

Die US-Aufsichtsbehörde CFTC verhängte allein eine Strafe von 325 Millionen Dollar, weil die britische Bank nach ihren Erkenntnissen den Yen- und Franken-Libor mindestens von Mitte 2006 bis 2010 "hundertfach" mehr oder weniger erfolgreich durch ihre Meldungen gefälscht habe. Die Manipulationen in Büros rund um die Welt seien sogar weitergegangen, nachdem die Händler von der Aufnahme von Ermittlungen durch die CFTC erfahren hätten. Die britische Marktaufsicht FSA verhängte eine Strafe von 87,5 Millionen Pfund gegen die RBS. Sie hat mindestens 219 unrichtige Libor-Meldungen ausgemacht. Die RBS habe die Meldungen von 2005 bis März 2012 unzureichend überwacht.

cte/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Banken
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite
Heft 4/2009 Von den Fuggern zur Finanzkrise: Eine Chronik des Kapitals

Gedruckte Ausgabe

Sparen + Geschenk sichern

Mitmachen und gewinnen