Zusätzliche Fähren gechartert Britische Regierung befürchtet Brexit-Chaos am Ärmelkanal

Großbritannien trifft Vorkehrungen für den Fall eines harten Brexits: Die Regierung gibt umgerechnet 120 Millionen Euro aus für die Miete zusätzlicher Schiffe - um das drohende Chaos am Ärmelkanal abzuwenden.

Eine Fähre kämpft sich durch die Wellen vor dem britischen Hafen Dover (Archiv)
DPA

Eine Fähre kämpft sich durch die Wellen vor dem britischen Hafen Dover (Archiv)


Auch drei Monate vor dem anstehenden Ausscheiden Großbritanniens aus der EU im März sind die genauen Modalitäten des Austritts noch immer offen - weil in London erbittert über den Brexit-Deal von Premierministerin Theresa May gestritten wird.

Die britische Regierung trifft unterdessen Notfallmaßnahmen für einen möglichen "harten Brexit", also ein Ausscheiden ohne Einigung mit der EU. Wie mehrere Medien berichten - darunter die Nachrichtenagentur Reuters und der "Guardian" - hat das britische Transportministerium Verträge mit drei Reedereien abgeschlossen. Deren Fähren und Frachtschiffe sollen in der Zeit nach einem erfolgten Brexit helfen, das zu erwartende Grenzchaos im Ärmelkanal abzumildern.

Das Auftragsvolumen beläuft sich den Berichten zufolge auf knapp 108 Millionen Pfund, umgerechnet sind das 120 Millionen Euro. Derzeit transportieren Schiffe rund 16.000 Lastwagen pro Tag zwischen dem französischen Calais und dem britischen Hafen Dover. Die Einführung von Grenzkontrollen im Falle eines "harten Brexits" könnte zu massiven Rückstaus und "Lieferverzögerungen von kritischen Gütern führen", wie das Transportministerium argumentiert.

Die oppositionelle Partei der Liberaldemokraten kritisierte den Schritt als "völligen Wahnsinn". Die Regierung gebe nun öffentliche Gelder für waghalsige Manöver aus, um sich in letzter Minute noch auf einen harten Brexit vorzubereiten.

beb/Reuters



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