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Star-Investor: Buffett regelt seine Nachfolge - Name bleibt geheim

Warren Buffett gibt den Geheimniskrämer: Der legendäre US-Investor hat offenbar einen Nachfolger für seinen Posten an der Spitze des Konzerns Berkshire Hathaway ausgewählt - den Namen will er aber nicht nennen.

Warren Buffett: Hat den Hamburger Motorradzubehör-Händler Louis übernommen Zur Großansicht
REUTERS

Warren Buffett: Hat den Hamburger Motorradzubehör-Händler Louis übernommen

New York City/Omaha - Seit einem halben Jahrhundert steht Warren Buffett nun an der Spitze der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Offenbar eine gute Zeit, um sich auf einen Nachfolger festzulegen. Das hat der US-Investor jetzt jedenfalls getan.

"Der Vorstand und ich glauben, dass wir nun die richtige Person haben, um mir als Vorstandsvorsitzender nachzufolgen - einen Nachfolger, der den Job an dem Tag übernehmen kann, an dem ich sterbe oder zurücktrete", schrieb der 84-jährige Milliardär in einem Brief an die Aktionäre anlässlich seines 50. Jubiläums an der Konzernspitze.

Buffett erklärt in dem Schreiben, der neue Firmenchef werde es schwerer haben als er. Die Wachstumsraten dürften in den nächsten 50 Jahren magerer ausfallen. Zukaufen will Buffett weiterhin vor allem in den USA, aber auch Firmen in Deutschland stoßen auf sein Interesse.

Die Direktoren seien der Meinung, dass der künftige Vorstandschef aus dem Konzern kommen solle, damit der Vorstand ihn gut kenne, schreibt Buffett. Zudem solle er oder sie "relativ jung" sein, damit er oder sie den Konzern lange führen könne.

Im Stepptanz zur Arbeit

Seit Jahren wird gerätselt, wer in Buffetts riesige Fußstapfen treten könnte. Dabei werden vor allem interne Kandidaten heiß gehandelt.

Buffetts Vize Munger, der angesichts seines hohen Alters von 91 Jahren selbst nicht als Nachfolger infrage kommt, wurde etwas deutlicher. Mit Greg Abel, 52, und Ajit Jain, 63, gebe es Kandidaten, für die der Begriff "Weltklasse" wohl noch untertrieben sei. Beide sind langjährige Berkshire-Spitzenmanager. Jain kümmert sich um das wichtige Rückversicherungsgeschäft und Abel um die Energiebeteiligungen. Analysten halten Jain und Abel schon länger für aussichtsreiche Kandidaten. Der von manchen Investoren favorisierte Matthew Rose, der Berkshires Bahn-Sparte leitet, wurde indes nicht erwähnt.

Wer auch immer Buffetts Nachfolge antreten soll: Noch muss er oder sie sich gedulden. Denn der Investor machte gleichzeitig klar, dass er nicht an einen Rücktritt denke. Er fühle sich so fit, dass er jeden Tag im Stepptanz zur Arbeit kommen könnte, so Buffett in dem Brief. In dem Schreiben gab er als Ziel für Berkshire Hathaway ein Plus von 27 Prozent aus - deutlich mehr als die 13 Prozent, die Firmen im US-Leitindex S&P500 im Schnitt anstreben, also in dem Index, der die 500 größten US-Unternehmen abbildet.

Seit 1964 ist das Wachstum von Berkshire sogar noch eindrucksvoller: Ein 1964 bei dem Unternehmen investierter Dollar ist heute 1,8 Millionen wert.

Buffett erinnerte in seinem Brief an den Erwerb des Textilproduzenten Berkshire vor einem halben Jahrhundert. Dieser sei damals wie ein "weggeworfener Zigarrenstummel" gewesen, "hässlich und durchweicht". Doch habe damals noch "ein Zug" im Unternehmen gesteckt und dieser sei gratis gewesen, schreibt Buffett. Heute sei Berkshire einer der größten Konzerne der Welt, der alles von "Lutschern bis Düsenflugzeugen" herstelle. Zu dem Konglomerat gehören mehr als 80 Firmen - von großen Versicherern über eine Frachteisenbahn bis hin zu Zeitungen.

bos/AFP/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Nachfolger mit Herzblut?
genugistgenug 01.03.2015
die Frage stellt sich uns, ob ein Nachfolger auch das richtige Herzblut hat. Buffett hat sein 'Baby' groß gezogen, usw. und es war sein eigenes - während Manager eben nur 'Angestellte' sind und nicht mittel-landfristig oder gar in Dekaden denken/planen könne oder wollen. Dazu kommt der ideelle Wert den Buffett einbringt und der dann verloren ist. Allerdings ist auch logisch dass der Nachfolger erst dann aktiv wird, wenn Buffett nicht mehr mag - und das kann sich niemand vorstellen - denn sonst würde er verheizt, bzw. so ein Unternehmen kann immer nur ein Alpha-Tier haben.
2.
vhe 01.03.2015
Zitat von genugistgenugdie Frage stellt sich uns, ob ein Nachfolger auch das richtige Herzblut hat. Buffett hat sein 'Baby' groß gezogen, usw. und es war sein eigenes - während Manager eben nur 'Angestellte' sind und nicht mittel-landfristig oder gar in Dekaden denken/planen könne oder wollen. Dazu kommt der ideelle Wert den Buffett einbringt und der dann verloren ist. Allerdings ist auch logisch dass der Nachfolger erst dann aktiv wird, wenn Buffett nicht mehr mag - und das kann sich niemand vorstellen - denn sonst würde er verheizt, bzw. so ein Unternehmen kann immer nur ein Alpha-Tier haben.
Ich dneke, es geht im wesentlichen darum, die Aktionäre zu beruhigen. Wer investiert schon ein einen Laden, der von einer einzigen Person lebt, die schon über 80 ist. Als langfristige denkender Investor ist Berkshire für mich jedenfalls keine gute Geldanlage, schließlich kann Warren ja jederzeit den Löffel abgeben.
3. Meine Wette
toni_uk 02.03.2015
Meine Wette ist, dass es Tracey Britt wird. Sie hat in den letzten Jahren die wichtigsten Deals - HJ Heinz und Burger King - eingefädelt und hat besten Kontakt mit Berkshires Partnern 3G.
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