Frankfurt am Main - Am Montag brauchte Deutschland wieder Geld: Der Bund versteigerte Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von sechs Monaten und nahm damit gut 3,5 Milliarden Euro ein. Das gab die mit dem Schuldenmanagement des Bundes betraute Finanzagentur bekannt.
Das Bemerkenswerte daran: Obwohl auch Deutschland für die zahlreichen europäischen Rettungspakete, sowie die Rettungsfonds EFSF und ESM haftet, gelten deutsche Staatsanleihen immer noch als sicherste Anlage. Die Investoren gaben sich mit einem durchschnittlichen Zins von 0,007 Prozent zufrieden - das ist das zweitniedrigste Niveau in dieser Anlageklasse.
Im Januar war der Zins sogar negativ: Anleger zahlten dem Bund eine Prämie, um an die Bundesanleihen zu kommen. Die jüngste Auktion war 1,2-fach überzeichnet; im Mai übertraf das Angebot die Nachfrage noch um das 1,5-Fache.
Die Zinsen für Bundeswertpapiere sind zuletzt wegen der eskalierenden Schuldenkrise in Europa deutlich gefallen. Deutsche Papiere gelten als sicherer Hafen. Anleger sind deshalb bereit, deutliche Abschläge bei der Rendite hinzunehmen.
Insgesamt reagierten die Finanzmärkte äußerst positiv auf das Hilfsangebot an das Euro-Sorgenkind Spanien: Der Euro gewann zu vielen Währungen deutlich an Wert, die Aktienmärkte lagen deutlich im Plus. In Spanien und Italien gingen die Risikoaufschläge für Staatsanleihen spürbar zurück, Rohöl, das als eher riskante Anlageklasse gilt, konnte profitieren, während der Goldpreis zuletzt unter Druck geriet. Der Euro
kostete am Montagmittag knapp 1,26 US-Dollar und damit rund einen Cent mehr als am Freitagabend. Die Aktienmärkte Asiens und Europas lagen klar im Plus.
nck/dpa
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