Kritik an Unternehmen Bundesbank rügt schleppende Umsetzung der Sepa-Umstellung

Unternehmen und Vereine trödeln bei der Umstellung auf die neuen Kontonummern. Nur jede dritte Überweisung erfolgt derzeit im neuen internationalen Sepa-Format. Die Bundesbank warnt nun, den Unternehmen bleibe nur noch ein Monat Zeit für die Anpassung.

Überweisungsträger: Erst rund ein Drittel im Sepa-Format
DPA

Überweisungsträger: Erst rund ein Drittel im Sepa-Format


Frankfurt am Main - Gut einen Monat vor dem Start des europäischen Zahlungssystems Sepa sieht die Bundesbank immer noch Defizite bei der Vorbereitung von Unternehmen und Vereinen. "Wir sehen Bewegung, können aber noch keine Entwarnung geben", sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele am Donnerstag in Frankfurt. Im November 2013 seien erst 32 Prozent aller Überweisungen im Sepa-Format erfolgt.

Vom 1. Februar an dürfen Kreditinstitute Lastschriften und Überweisungen von Firmen und Vereinen in Euro nur noch in diesem Format mit der internationalen Kontonummer IBAN verwenden. Auch die Bankverbindungsdaten von Verbrauchern ändern sich.

Die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen werden abgeschafft und durch neue internationale Kontonummern ersetzt, den sogenannten Iban. Diese bestehen aus 22 Stellen.

Für deutsche Bankkunden beginnt die Iban mit DE, es folgen zwei neue Ziffern - dann die altbekannte Bankleitzahl und Kontonummer. Häufig sind die Iban schon jetzt auf Kontoauszügen vermerkt. Für Verbraucher gilt aber eine Übergangszeit bis Februar 2016. So lange können Privatleute für inländische Überweisungen auch noch die bisherigen Verbindungsdaten nutzen, sofern ihre Bank dies zulässt.

cte/dpa

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Gunter 19.12.2013
1. Wo ist das Problem
Zitat von sysopDPAUnternehmen und Vereine trödeln bei der Umstellung auf die neuen Kontonummern. Nur jede dritte Überweisung erfolgt derzeit im neuen internationalen Sepa-Format. Die Bundesbank warnt nun, den Unternehmen bleibe nur noch ein Monat Zeit für die Anpassung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bundesbank-ruegt-mangelnde-umsetzung-von-sepa-umstellung-a-940048.html
Wo ist das Problem. Zumindest in Deutschland lässt sich die IBAN aus der Kontonummer und der BLZ berechnen. Die BIC kann man in einer Tabelle nachlesen. Das ist ganz klar eine Aufgabe für den Bankrechner. Es gibt keinen Grund, warum sich der Kunde die ellenlange IBAN merken soll.
Hängepartie 19.12.2013
2.
Zitat von GunterWo ist das Problem. Zumindest in Deutschland lässt sich die IBAN aus der Kontonummer und der BLZ berechnen. Die BIC kann man in einer Tabelle nachlesen. Das ist ganz klar eine Aufgabe für den Bankrechner. Es gibt keinen Grund, warum sich der Kunde die ellenlange IBAN merken soll.
Nein, so einfach ist das leider nicht. Es gibt einige (allerdings wenige) Institute bei denen sich die korrekte IBAN _nicht_ einfach durch hintereinanderreihen der alten BLZ und Kontonummer ermitteln lässt. Deshalb benötigt ein "IBAN-Rechner", der etwas auf sich hält, einen riesigen Wust an Zusatzregeln. Gewähr geben die kostenlosen im Internet schon Mal gar nicht... Es gilt definitiv nur die IBAN die dir vom Empfänger mitgeteilt wird. Überweist man an eine falsche IBAN ist das Geld erst ein Mal weg und man hat den Ärger (der Empfängername wird nicht mehr geprüft)
sonnenschein_berlin 19.12.2013
3. Lastschriften
Das Problem ist, dass viele Unternehmen und Vereine, die Lastschriften ziehen, zukünftig eine Gläubiger-Identifikationsnummer benötigen. Diese muss vorab über die Internetseite der Bundesbank beantragt werden. Andernfalls können z.B. Mitgliedsbeiträge ab Februar nicht mehr über Sepa-Lastschriften eingezogen werden.
zephyroz 19.12.2013
4. Liebe Bundesbank
was soll diese Kritik? Wir haben SEPA weder gewollt, noch gebraucht. Die DTAUS in das SEPA XML Format zu wandeln ist nicht das Problem. Die Entscheidung das in Deutschland übliche Einzugsverfahren umzustellen, war ein großer Fehler. Warum nur wird ein einfaches und erprobtes Verfahren zu Gunsten einer überkomplizierten verbürokratisierten Regelung aufgegeben. Zu allem Überfluß ist die Übergangszeit auch noch reichlich kurz bemessen. Die letzten Änderungen kamen im November - 2013 wohl bemerkt. Von europäischer Einigkeit kann auch keine Rede sein. NL hält sich ziemlich genau an den Standard, in D und in A weichen aber die Vorgaben schon etwas vom Standard ab - wenig aber immerhin. Letztlich sollte die Banken auch vor ihrer eigenen Türe kehren. Die Bundesbank hätte mal darauf hinwirken können, daß die Bankenwelt selbst umstellt und zwar so rechtzeitig, daß die Firmen, die jetzt umstellen, auch einen Partner finden. Das ist noch nicht bundesweit so geschehen. Auch haben manche Bankenrechenzentren noch Probleme mit eingereichten Daten. Mal wieder ein Beispiel für die unerträglichen und völlig überflüssigen Vereinheitlichungen aus Brüssel.
vogtnuernberg 19.12.2013
5. Bundesbank sollte die Klappe halten...
Zitat von sysopDPAUnternehmen und Vereine trödeln bei der Umstellung auf die neuen Kontonummern. Nur jede dritte Überweisung erfolgt derzeit im neuen internationalen Sepa-Format. Die Bundesbank warnt nun, den Unternehmen bleibe nur noch ein Monat Zeit für die Anpassung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bundesbank-ruegt-mangelnde-umsetzung-von-sepa-umstellung-a-940048.html
Bundesbank sollte die Klappe halten... Warum sollte ich als Unternehmer und Privatperson SEPA nutzen, wenn es noch nicht nötig ist, weil gesetzlich noch nicht verpflichtend? Ich bürde mir doch im Weihnachtsgeschäft nicht diese unnötige Umstellungsarbeit auf. Das machen nur Beamte, die bei der Bundesbank arbeiten.
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