Kreditvergabe Bundesbank warnt Immobilienkäufer vor sinkenden Preisen

Die Immobilienpreise steigen und steigen - doch noch sieht die Bundesbank keine unmittelbaren Gefahren für die Finanzstabilität. Allerdings warnen die Aufseher vor einer "abrupten Preiskorrektur".

Neubausiedlung in München
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Neubausiedlung in München


Die Bundesbank sieht trotz teils kräftig gestiegener Preise noch keine gefährlichen Übertreibungen am deutschen Immobilienmarkt. "Obwohl die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland seit dem Jahr 2010 deutlich steigen, gibt es aktuell keine Anzeichen für eine exzessive Kreditvergabe oder eine Abschwächung der Kreditvergabestandards", sagte die Vizepräsidentin der Notenbank, Claudia Buch, bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichtes 2016. Die Finanzbranche vergebe Kredite nach wir vor mit Augenmaß.

Allerdings verlockten die niedrigen Zinsen zum Schuldenmachen. Käufer müssten sich darüber im Klaren sein, dass dann, wenn die Zinsen wieder steigen, die Preise und Bewertungen an den Märkten zurückgehen würden: "Finanzierungen, die unter den aktuellen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen, könnten sich dann als nicht nachhaltig herausstellen", warnte Buch.

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum sei auf die steigenden Einkommen, die günstigen Finanzierungsbedingungen und die hohe Zuwanderung zurückzuführen, schreiben die Bundesbank-Experten in ihrem Bericht. Dennoch seien Wohnimmobilien vor allem in den städtischen Regionen weiterhin "überaus hoch bewertet". Im Jahr 2015 habe die Überbewertung in deutschen Städten bei 10 bis 20 Prozent gelegen.

"Risiko einer abrupten Preiskorrektur"

Ein Risiko für die Finanzstabilität sieht die Bundesbank, wenn sich Banken, Investoren und Verbraucher von den aktuellen Niedrigzinsen einlullen lassen. "Die Erwartung eines anhaltend niedrigen Zinsniveaus kann dazu beitragen, dass Akteure an den Finanzmärkten erhöhte Risiken eingehen", schreiben die Experten. "Diese Suche nach Rendite kann wiederum zu Fehlbewertungen von Vermögenspreisen führen." Dadurch bestehe "das Risiko einer abrupten Preiskorrektur". Die Immobilienfinanzierung sei ein Beispiel dafür.

Wer das Risiko trägt, hängt dabei vor allem von der Zinsbindung der Immobilienkredite ab. Vereinbaren Immobilienkäufer langfristige Zinsbindungen - etwa über 15 oder 20 Jahre - und tragen in dieser Zeit einen Großteil ihrer Schulden ab, liegt das Risiko vor allem bei den Banken. Bei kurzfristigen Zinsbindungen oder gar variablen Zinsen trägt hingegen der Verbraucher das größere Risiko.

stk/dpa-AFX



insgesamt 118 Beiträge
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Seite 1
gerdneu 16.11.2016
1. Risiko der Bank?
Also wenn ich deinen Kreditvertrag über 20 Jahre abgeschlossen und in diesem Zeitraum das Darlehen getilgt habe, dann gehört das Haus mir. Eine durch Zinsen verteuerte Folge-Finanzierung braucht man nicht. Die längere Laufzeit hat die Bank durch einen höheren Zins von Anfang an berücksichtigt. Wo genau ist jetzt das Risiko für die Bank?
ctwalt 16.11.2016
2. Angebot
Es gibt am Markt doch eh nur noch überteuerten Schrott oder unbezahlbare Sahnestücke
theanalyzer 16.11.2016
3.
Es warnt die BUNDESBANK. Das ist keine Geschäftsbank, lesen Sie das doch bitte einmal nach.
nachfrager2015 16.11.2016
4. sehe ich etwas anders...
"Wer das Risiko trägt, hängt dabei vor allem von der Zinsbindung der Immobilienkredite ab. Vereinbaren Immobilienkäufer langfristige Zinsbindungen - etwa über 15 oder 20 Jahre - und tragen in dieser Zeit einen Großteil ihrer Schulden ab, liegt das Risiko vor allem bei den Banken. Bei kurzfristigen Zinsbindungen oder gar variablen Zinsen trägt hingegen der Verbraucher das größere Risiko." Ausser bei selbstgenutzten Immobilien, was bestimmt nur einen geringen Teil ausmacht, werden das Risiko die Mieter auch weiterhin bezahlen. Den die Nachfrage bleibt erhalten und die Kredite sind vergeben...
Racer77 16.11.2016
5. Erklärung...
Zitat von gerdneuAlso wenn ich deinen Kreditvertrag über 20 Jahre abgeschlossen und in diesem Zeitraum das Darlehen getilgt habe, dann gehört das Haus mir. Eine durch Zinsen verteuerte Folge-Finanzierung braucht man nicht. Die längere Laufzeit hat die Bank durch einen höheren Zins von Anfang an berücksichtigt. Wo genau ist jetzt das Risiko für die Bank?
Es geht bei diesem Risiko insbesondere um das Zinsänderungsrisiko und das Fristentransformationsrisiko. Das heißt, wenn die Zinsen steigen haben Sie als Kreditnehmer kein Problem. Ihre monatlichen Raten bleiben gleich. Die Bank hat den Kredit an Sie aber wahrscheinlich nicht mit gleicher Zinsbindung refinanziert. Meist sind Bankeinlagen eher kurzfristiger Natur. Somit muss sie sich bei steigendem Zinsniveau am Markt zu höheren Zinsen mit Geld eindecken als zum Zeitpunkt der Kreditvergabe. Damit sinkt die Rendite des Kredits an Sie. Auch wenn Sie z.B. gerade 2,5% für die 20jährige Zinsbindung gezahlt haben kann das allgemeine Zinsniveau in 10 Jahren vielleicht wieder bei 2,8% für Tagesgeld liegen. Damit würde die Bank dann mit dem Kredit an Sie Verluste machen, da die Refinanzierung teurer ist als der Zins den die Bank bekommt. Und dieses Risiko liegt bei einer langen Zinsbindungsfrist halt bei den Banken,
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