Hamburg - Die Entscheidung sorgte für großes Aufsehen: Mitte 2012 kündigte die Commerzbank an, sich aus der Schiffsfinanzierung zurückzuziehen. Das Institut hatte in großem Stil Kredite an die angeschlagene Branche vergeben, welche die Risikovorsorge der internen "Bad Bank" in die Höhe trieben.
Nach Ansicht der Bundesbank drohen auch anderen Instituten durch die Schifffahrtskrise empfindliche Verluste. "Ohne Zweifel handelt es sich dabei um ein beträchtliches regionales und sektorales Risiko im Bankensektor", sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret laut einem Redemanuskript am Montag in Hamburg. Die Finanzierung der Schifffahrt in Deutschland sei in "schweres Fahrwasser geraten". Die Branche leidet unter Überkapazitäten und der Flaute im Welthandel.
Mitte 2012 hatten die wichtigsten Schiffsfinanziers der Branche laut Bundesbank etwas mehr als hundert Milliarden Euro geliehen. Die Bankenaufsicht analysiere die betroffenen Institute seit einiger Zeit "besonders aufmerksam", sagte Dombret. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat kürzlich eine Prüfung der größten Schiffsfinanzierer angestoßen. Darunter sind neben der Commerzbank
die Landesbanken HSH Nordbank und NordLB.
Dem deutschen Bankensystem habe bislang die robuste Konjunktur geholfen, die Lasten aus den Problemgeschäftsfeldern wie der Schiffsfinanzierung aufzufangen, sagte Dombret. "Nun darf den vom aktuellen Niedrigzinsumfeld begünstigten Anreizen, Bilanzbereinigungen zu vertagen, nicht nachgegeben werden."
dab/Reuters
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