Kapitalerhöhung Borussia Dortmund will 114,4 Millionen Euro einsammeln

Borussia Dortmund greift den Erzkonkurrenten Bayern München jetzt finanziell an. Über eine Kapitalerhöhung will der Bundesligaverein mehr als 110 Millionen Euro einsammeln.

Vereinschef Hans-Joachim Watzke: In fünf bis sechs Jahren aufschließen
DPA

Vereinschef Hans-Joachim Watzke: In fünf bis sechs Jahren aufschließen


Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund will mit einer Kapitalerhöhung rund 114,4 Millionen Euro von Investoren einsammeln. Der Sportausrüster Puma, der Versicherer Signal Iduna und der Spezialchemiekonzern Evonik seien bereit, größere Aktienpakete zu übernehmen, gab der einzige börsennotierte deutsche Profiklub am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung für die Börse bekannt.

Insgesamt sollen nach Informationen des "Handelsblatts" bis zu 24,6 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Puma und Signal Iduna - der Versicherer ist zugleich Namensgeber des Stadions der Borussia - seien bereit, Aktienpakete von jeweils rund fünf Prozent zu übernehmen. Nach dem Aktienrecht steht den Anteilseignern zwar ein Vorkaufsrecht zu, doch im Verein rechne man damit, dass genügend Papiere für die beiden wichtigsten Geldgeber übrigblieben, schreibt das Blatt.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Gespräche mit interessierten Investoren zu vertiefen. Puma-Chef Björn Gulden hatte mehrfach Interesse an einem Einstieg bei Borussia Dortmund signalisiert. Der Sportartikler, der die Dortmunder seit 2012 ausrüstet, würde mit einem Einstieg seine Strategie unterstreichen, die Marke mit der Raubkatze wieder stärker im Leistungssport zu profilieren. Puma hatte sich mit Lifestyle-Kleidung verzettelt. Um den Sportausrüster wieder fit zu machen, verpflichtete der französische Puma-Haupteigner Kering im vergangenen Jahr den norwegischen Ex-Profifußballer Gulden.

Bayern bleiben vorn

Auch die Dortmunder Signal Iduna ist seit Langem Partner der Borussia. Im Juli hatte sich der Chemiekonzern Evonik - seit Jahren Trikot-Sponsor des BVB - für 27 Millionen Euro mit 9,1 Prozent beteiligt. Größter BVB-Aktionär ist der Düsseldorfer Unternehmer Bernd Geske, der eine Marketingagentur betreibt, mit 10,8 Prozent.

Borussia Dortmund war in den vergangenen zwei Jahren hinter dem FC Bayern die Nummer zwei im deutschen Fußball. Der Verein verlor allerdings Spieler wie Mario Götze und Robert Lewandowski an den großen Rivalen. "Der BVB ist noch nicht so groß, dass wir Real Madrid oder Bayern München finanziell Paroli bieten könnten", sagte Finanzchef Thomas Treß in einem Interview des manager magazin. Erst in fünf bis sechs Jahren könne der BVB aufschließen. "Wir werden alles daran setzen, unsere Umsätze in den nächsten Jahren massiv zu steigern. Dieses zusätzliche Geld werden wir auch in die Mannschaft stecken", sagte Treß.

mik/dpa/Reuters

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
pirx64 21.08.2014
1. und
Und wem gehört dann das alles? Dem Verein nicht mehr, nur noch Aktionären.
kdshp 21.08.2014
2.
Ist Borussia Dortmund noch ein e.V.?
roppel 21.08.2014
3. Robin Hood oder eher Münchhausen?
Wie es dem grössten Nachahmer des FC Bayern immer wieder gelingt sich fälschlicherweise als dessen Gegenmodell darzustellen ist bewundernswert. Börsennotierter Arbeiterverein halt: als Nummer 2 der Nahrungskette wird in Dortmund ständig rumgeheult als sei man am untersten Ende der Fresspyramide. Das hat Methode. Die Kapitalerhöhung dient natürlich nicht dazu die Position weit oben auszubauen, vielmehr dient sie dazu das arme Opfer BVB vor den bösen Bayern zu schützen. Wie blöd muss man eigentlich sein um das zu glauben?
jamesbrand 21.08.2014
4. oh
bin ich froh, das ich keine Borussia Dortmund Aktien habe.
germanos-elinas 21.08.2014
5. Kapitalerhöhung
was für ein falsches Wort, die verschulden sich gerade um läppische 114 Millionen. Es müsste, Verschuldung heissen, aber Kapitalerhöhung klingt besser
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.