Fußball-Übertragung: Sky bekommt Zuschlag für Bundesliga-Rechte

Der Milliarden-Poker um die Fußball-Bundesliga ist entschieden: Der Bezahlsender Sky überträgt auch ab 2013 für vier Jahre die Bundesliga live. Zudem bleibt die ARD-"Sportschau" am frühen Samstagabend erhalten. Für die Rechte kassieren die Vereine pro Saison 628 Millionen Euro.

Getty Images

Frankfurt am Main - Der Bezahlsender Sky darf für weitere vier Jahre die Spiele der Fußball-Bundesliga live übertragen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) gab die Verteilung der Rechte nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung bekannt. Für die Vereine ist die Vergabe der Rechte sehr gut gelaufen, sie können sich nun auf deutlich mehr Geld freuen. Die durchschnittlichen Einnahmen pro Saison steigen von 412 auf 628 Millionen Euro. "Dieses Ergebnis hat unsere Erwartungen übertroffen", sagte Liga-Geschäftsführer Christian Seifert.

Erstmals bot auch die Deutsche Telekom um sämtliche Live-Rechte - und setzte Sky damit massiv unter Druck. Denn für den Pay-TV-Sender sind die Rechte an der Fußball-Bundesliga existentiell. Ohne das Aushängeschild hätte wohl eine Massenflucht der rund drei Millionen Abonnenten gedroht. Und dann hätte Großaktionär Rupert Murdoch sich wohl genau angeschaut, ob er weiter Geld in den defizitären deutschen Ableger pumpt.

Doch der Ligaverband hielt am bisherigen Partner fest. Künftig darf Sky sein komplettes Bundesliga-Programm auch auf allen Internet-Wegen verbreiten. Dafür wird Sky durchschnittlich 485,7 Millionen Euro pro Saison zahlen - das ist fast das Doppelte wie bislang. Die Telekom, die derzeit noch die IPTV-Rechte hält und als "Liga total" verbreitet, ging bei der Versteigerung komplett leer aus.

Erhalten bleibt den Zuschauern auch die "Sportschau". Die ARD zeigt als erste die Zusammenfassungen der Spiele am Samstag und am Sonntag im frei empfangbaren Fernsehen. Das ZDF-"Sportstudio" bleibt den Zuschauern ebenfalls erhalten. Der Axel Springer Verlag erwarb die Rechte für Web-Video-Zusammenfassungen.

"Quantensprung für die Bundesliga"

Der Gesamterlös für die vier Spielzeiten beträgt rund 2,5 Milliarden Euro. Derzeit sind es 1,65 Milliarden Euro. Damit steigern die Vereine ihre Einnahmen um mehr als 52 Prozent. "Die heutige Entscheidung ist ein Quantensprung für die Bundesliga. Das ist ein guter Tag für den deutschen Fußball", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball.

Für die DFL ging es bei der Vergabe der Rechte aber nicht nur ums Geld. Geschäftsführer Christian Seifert sollte auch verhindern, dass es zu einem Desaster wie bei der Kirch-Pleite 2002 kommt. Oder zu einem Chaos wie bei dem nur einjährigen Pay-TV-Gastspiel von Arena 2006/2007. Rauball: "Wir hatten drei Punkte zu betrachten: Die Interessen der Profivereine, die Sehgewohnheiten der Fans und die Wünsche der Medienpartner. Ich denke, dass uns das gelungen ist."

Die Aktie von Sky Deutschland Chart zeigen gab am Nachmittag die Hälfte ihrer Kursgewinne vom Vormittag wieder ab. Zeitweise notiertem die Titel rund 13 Prozent höher, zum Börsenstart hatten sie noch mehr als 25 Prozent zugelegt. Ein Händler verwies auf den vermutlich hohen Kaufpreis für die Rechte. Der Zuschlag für den Bezahl-Fernsehsender sei zwar grundsätzlich positiv, das Unternehmen dürfte dafür aber eine hohe Summe zahlen müssen.

cte/sid/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 118 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
ptv 17.04.2012
Der Kameramann ist genau so wenig von sky wie ein Balljunge der hinter einer Volkswagenbande steht nicht von Volkswagen ist!
2.
spon-facebook-1451260802 17.04.2012
Fussball als Kulturgut, regionale Identifikation und Sportart Nummer eins sollte frei zugänglich sein und nicht über einen Bezahlsender verbreitet werden. Aber es das liebe Geld in den Kassen des DFB und der Vereine ist zu viel Lockstoff!
3. Warum ist das legal?
Ray Cohen 17.04.2012
Sky hat in 20 Jahren 19mal Verluste geschrieben. Wieso ist es legal, dass ein Unternehmen das offensichtlich nicht in die Gewinnzone kommen kann, der Höchstbietende sein darf. Das ist doch Wettbewerbsverzerrung, Sky hat keine Chance bei seinem Geschäftsmodell dieses Geld wieder einzubringen. Die treiben lediglich die Preise hoch und nehmen anderen den fairen Wettbewerb.
4.
WhereIsMyMoney 17.04.2012
Es ist tatsächlich ein Quantensprung
5.
Crom 17.04.2012
Zitat von spon-facebook-1451260802Fussball als Kulturgut, regionale Identifikation und Sportart Nummer eins sollte frei zugänglich sein und nicht über einen Bezahlsender verbreitet werden. Aber es das liebe Geld in den Kassen des DFB und der Vereine ist zu viel Lockstoff!
Sportschau und Sportstudio sind doch frei zugänglich. Wer mehr will, muss halt zahlen!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Fußball-Bundesliga
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 118 Kommentare

Themenseiten Fußball
Tabellen