Bundesnetzagentur Gasversorger kassieren auf Kosten der Verbraucher ab

Die Großhandelspreise für Erdgas sind massiv gesunken - die Gaspreise für Verbraucher dagegen kaum. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus dem Monitoring-Bericht der Bundesnetzagentur hervor.

Gas-Pipelines: Kaum Nachlässe für Verbraucher
DPA

Gas-Pipelines: Kaum Nachlässe für Verbraucher


Die Gasversorger geben die sinkenden Großhandelspreise für Erdgas nur unzureichend an ihre Kunden weiter. Während die Preise für Gas, zu denen sich die großen Unternehmen eindecken können, im vergangenen Jahr um 15 bis 22 Prozent gefallen sind, reduzierten sie die Kosten für Privathaushalte um lediglich ein Prozent. Das ist nach SPIEGEL-Informationen das Ergebnis des Monitoring-Berichts, den die Bundesnetzagentur gemeinsam mit dem Bundeskartellamt jedes Jahr erstellt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Darin ermittelten die Bonner Behörden, die dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellt sind, für die sogenannten Grundversorgungstarife von Privatkunden Durchschnittskosten von 7,11 Cent pro Kilowattstunde. Das Preisniveau bei Kunden, die ihr Gas direkt vom Großhandel beziehen, beziffern sie mit 6,12 Cent pro Kilowattstunde. Als Grund für die gesunkenen Großhandelspreise geben die Behörden an, dass die Nachfrage nach Erdgas weiter zurückgegangen sei.

Der Grünen-Energieexperte Oliver Krischer fordert Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, dafür zu sorgen, dass die Vorteile an den Kunden weitergegeben werden: "Das Energierecht bietet Gabriel genügend Handlungsmöglichkeiten."

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insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
westerwäller 18.11.2015
1. Kommen wohl wieder jede Menge Kommentare ...
... über die bösen Energiekonzerne ... ... aber dass die eigentlichen Abzocker die eigenen Stadtwerke sind - mit ausgewogener Mischung aller Parteien und Personen des Kommunalparlaments im Aufsichtsrat - das passt natürlich in kein Weltbild ... Aber bei Wasser und Strom wollen wir ja auch keinen Wettbewerb ... ... und bezahlen, als hätten wir gerade die Perrier-Quelle angezapft ...
jskor 18.11.2015
2. Vergleichen
Das liegt nur daran, dass Verbraucher in vielen Fällen zu bequem sind, sich günstigere Lieferanten zu suchen. Bei Unternehmen und Großverbrauchern ist das anders, da gehört die Auswahl günstigerer Zulieferer zur Routine. Aktuell muss man pro kWh Gas nicht mehr als ca. 4,5 ct bezahlen, auch als Verbraucher. Wer trotzdem für 7 ct beim Grundversorger bleibt, ist selber Schuld. Inzwischen ist der Markt so transparent und in einem intakten Wettbewerb, dass das nun wirklich nicht sein muss.
knipser2013 18.11.2015
3. Stadtwerke
Ich habe gerade erst meine Stadtwerke angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass die kürzlich durchgeführte Reduzierung um 1cent ja wohl enttäuschend war. Antwort: BlaBla ..
westerwäller 18.11.2015
4. Dann will ich mal ...
Ein großer Teil des Gaspreises ist an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt ... Der kannte in den letzten Jahren nur eine Richtung: Nach unten ... Die nachfolgenden Teilnehmer der Wertschöpfungskette haben in ihren Verträgen natürlich drin, dass wenn die Einkaufspreise steigen, sie natürlich auch mehr bezahlen müssen. Das ist auch kein Problem: Ein Massenbrief an die Kunden der Stadtwerke und die Erlöse steigen (mindestens!) in gleicher Weise. Umgekehrt sinken natürlich im umgekehrten Fall die Einkaufspreise der Versorger am Ende der Kette. Üblicherweise sind das die Stadtwerke ... Die tun natürlich einen Teufel, um die gesunkenen Einkaufspreise an die Endverbraucher weiterzugeben ... Wozu auch? Der Endverbraucher ist ja langfristig an seinen Versorger und dessen Preise gebunden ... Wechselmöglichkeiten sind eher theoretisch, als praktisch möglich ... Auf Anfrage erklären Ihnen sowohl Ihr CDU, SPD, FWG, Grüne und FWG-Kommunaler, dass ja die Monopolprofite allen zugute kommen. Der ganzen Stadt. Das nennt man Sozialismus, da aber CDU-ler und FWG-ler dabei sind, wird man es nicht so nennen. Und Sie dürfen es bezahlen ...
wasnulos 18.11.2015
5.
Was sie beschreiben nennt sich unternehmerisches Risiko, machen fast alle anderen Firmen und dies müssen sie auch. Liegt der unternehmerische Fehler nun beim Verbraucher weil sie sich verkalkuliert haben im Einkauf? Da würde ich sogar der BILD mehr Kompetenz als Ihnen zusprechen, so bitter es ist. Liebe Grüße wasnu
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